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Mitteldeutschland Gasversorger VNG rutscht tief in die roten Zahlen
Region Mitteldeutschland Gasversorger VNG rutscht tief in die roten Zahlen
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13:40 10.03.2016
Blick auf die Konzernzentrale der Verbundnetz Gas AG (VNG) in Leipzig.
Blick auf die Konzernzentrale der Verbundnetz Gas AG (VNG) in Leipzig. Quelle: dpa
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Leipzig

Der Gasversorger VNG ist 2015 tief in die Verlustzone gerutscht. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Leipzig mitteilte, lag der Jahresfehlbetrag bei rund 53 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte die VNG-Gruppe noch einen Überschuss von 184 Millionen Euro ausgewiesen. Auch der Umsatz ging zurück - von rund 10 Milliarden Euro 2014 auf 9,4 Milliarden Euro. VNG leide unter einer schwierigen Marktlage und dem Ölpreisverfall, sagte Finanzvorstand Bodo Rodestock. Das Unternehmen habe „außerordentlich hohe“ Abschreibungen etwa auf Gasspeicher vornehmen müssen.

Die VNG-Spitze will mit einem Programm zur Effizienzsteigerung dagegenhalten. Unter anderem plant VNG einen Stellenabbau in der Leipziger Zentrale. Zahlen, wonach 125 bis 150 der rund 400 Jobs gestrichen werden sollen, wollte Rodestock aber nicht bestätigen. Es liefen noch Verhandlungen mit dem Betriebsrat, sagte er. Ende 2015 hatte die VNG-Gruppe 1441 Mitarbeiter.

Positiv habe sich voriges Jahr das regulierte Geschäft mit dem Gastransport entwickelt. Der Erdgashandel sei dagegen durch großen Wettbewerb, ein Überangebot und sinkende Margen beeinträchtigt worden. Auch das Gasspeichergeschäft habe gelitten. VNG ist mit einer Kapazität von 2,5 Milliarden Kubikmetern Deutschlands drittgrößter Speicherbetreiber.

Das Marktumfeld werde auch 2016 schwierig bleiben, sagte Rodestock. Neuausrichtungen innerhalb der VNG-Geschäftsbereiche, der Stellenabbau und eine breitere Aufstellung mit neuen Geschäftsfeldern sollen aber wieder für schwarze Zahlen sorgen. 2016 rechne die Unternehmensleitung mit einem positiven Jahresergebnis im zweistelligen Millionenbereich.

Die Verbundnetz Gas AG gehört derzeit noch zu 74,2 Prozent dem Oldenburger Energieversorger EWE. Diese Anteile wird demnächst EnBW übernehmen, das Kartellamt hat der Transaktion bereits zugestimmt. Die restlichen Aktien halten ostdeutsche Kommunen. Eine Dividende erhalten die Anteilseigner in diesem Jahr nicht.

dpa