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Mitteldeutschland Fünfter Flut-Jahrestag: Bürger im Mittelpunkt neuer Initiativen
Region Mitteldeutschland Fünfter Flut-Jahrestag: Bürger im Mittelpunkt neuer Initiativen
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10:09 27.05.2018
Archivbild: Das Stadtzentrum von Dresden, aufgenommen am 05.06.2013. Die Flut von 2013 jährt sich zum fünften Mal. Quelle: dpa
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Dresden

Dresden und Chemnitz, aber auch Colditz, Grimma und Döbeln: Fünf Jahre nach dem bislang letzten sogenannten Jahrhunderthochwasser kommen die Bilder von den überfluteten Städten in Sachsen wieder hoch. Neben Millionen-Investitionen in Schutzmaßnahmen ergreift der Freistaat anlässlich des Jahrestages neue Initiativen. Dabei sollen vor allem die Bürger stärker einbezogen werden.

Für den 9. Juni ist in Bad Schandau der erste Hochwasserschutztag geplant. „Wir wollen die Bevölkerung sensibilisieren“, sagte Umweltminister Thomas Schmidt (CDU). Dabei gehe es auch um den Selbstschutz: Wo und wie kann sich jeder Einzelne helfen? Und wo sollte er bei Gefahrenlagen lieber nicht sein?

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Darüber hinaus soll das Bildungs- und Demonstrationszentrum für dezentrale Abwasserbehandlung (BDZ) in Leipzig Schmidt zufolge mehr Aufgaben bekommen. Man wolle den Verein zu einem Kompetenzzentrum für den privaten Hochwasserschutz ausbauen. Das BDZ soll künftig als Ansprechpartner zum Beispiel für hochwasserangepasste Bauweisen dienen.

Auch soll der Schutz von Gebäuden stärker in den Mittelpunkt rücken. Entsprechend einem neuen Konzept ist die Einführung eines so genannten „Hochwasservorsorgeausweises“ geplant. Von ihm erhoffen sich die Behörden, die Gefährdung durch Hochwasser- und Starkregen besser beurteilen zu können sowie eine wirksamere Verbeugung gegen Schäden.

In Bad Schandau wird nicht nur an das verheerende Hochwasser erinnert werden, das in Sachsen am stärksten vom 2. bis 9. Juni 2013 wütete. Vielmehr stehen dort präventive Maßnahmen wie das sachgerechte Befüllen und Stapeln von Sandsäcken oder der Aufbau mobiler Hochwasserschutzanlagen auf dem Programm. In der ostsächsischen Elbe-Stadt soll es zudem möglich sein, mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen.

Der Oberbürgermeister von Hoyerswerda und Präsident des Sächsischen Städte- und Gemeindetages, Stefan Skora, nahm die Bürger ausdrücklich in die Pflicht. „Vorsorge geht alle an, nicht nur die öffentliche Hand“, betonte der CDU-Politiker. „Hochwasserschutz bleibt ein Dauerthema. Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz“, stellte Minister Schmidt fest. Insgesamt habe Sachsen seit dem ersten „Jahrhunderthochwasser“ 2002 rund 2,6 Milliarden Euro dafür ausgegeben. Bis 2023 sollen weitere 630 Millionen Euro hinzukommen.

dpa