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Mitteldeutschland Freiräume in Gefahr: Kommentar zu den Ausschreitungen bei der Indymedia-Demo
Region Mitteldeutschland Freiräume in Gefahr: Kommentar zu den Ausschreitungen bei der Indymedia-Demo
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18:02 26.01.2020
Auf dem Weg vom Bundesverwaltungsgericht nach Connewitz griffen Demoteilnehmer die Polizei mit Pflastersteinen an. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Die Heterogenität der linken Subkulturen war immer ihre Stärke. Hier hat jeder Platz, der im normierten Einerlei verächtliche Blicke erntet, dessen Lebensentwurf nicht ins vermeintliche Standardprogramm passt. In den Freiräumen in Connewitz, aber auch in den Stadtteilen im Westen und Osten der Stadt konnte so in den vergangenen 30 Jahren vieles entstehen, was Leipzig zur lebenswerten Stadt, gar zum Sehnsuchtsort gemacht hat. Dass diese Freiräume zunehmend aber in Gefahr geraten, daran tragen nicht nur populistische Kräfte in Parlamenten und verschärfte Sicherheitsgesetze Schuld. Es sind auch einige Akteure in den Subkulturen selbst – denen jeder politische Grundkonsens inzwischen völlig egal zu sein scheint.

Schon vor Monaten griffen selbsternannte Szenewarte den Freiraum von anderen im linken Viertel an, wurden Scheiben eingeschlagen, gab es Boykottaufrufe. Der tätliche Angriff auf eine Immobilienmaklerin in ihrer Wohnung sorgte auch unter Connewitzer, Lindenauer und Volkmarsdorfer Linken für Entsetzen. Nun werden auf einer Demonstration für Pressefreiheit offen Journalisten bedroht, krachen Pflastersteine auch in die politische Argumentation der anderen Protestierenden.

Szene muss Strategie gegen sinnlose Gewalt finden

Die Polizei wird unter Druck demnächst womöglich kaum anders können, als ihre deeskalierende Strategie wieder zu ändern. Die folgende Sicherheitsdebatte wird alles Nonkonforme erneut ins Kreuzfeuer nehmen. Das kann nicht im Interesse der linken Subkulturen sein. Der gewalttätige Egoismus Einzelner bedroht inzwischen alle in den linken und liberalen Quartieren. Es ist dringend notwendig, dass in der Heterogenität Gespräche geführt werden und die Szene selbst eine Strategie gegen die sinnlose Gewalt findet. Sonst wird der Freiraum für alle langfristig zerstört.

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