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Mitteldeutschland Frauke Petry warnt vor Sozialismus und attackiert die Grünen
Region Mitteldeutschland Frauke Petry warnt vor Sozialismus und attackiert die Grünen
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17:38 17.05.2019
Vier Tage nach der Geburt ihres sechsten Kindes war Frauke Petry wieder im Angriffsmodus. Quelle: Foto: Dirk Knofe
Leipzig

Die frühere AfD-Parteisprecherin und heutige Abgeordnete der Splittergruppe Die blaue Partei Frauke Petry kämpft seit ihrem Austritt bei den Rechtspopulisten gegen das Abrutschen in die politische Bedeutungslosigkeit. Am Freitag – vier Tage nach der Geburt ihres sechsten Kindes – lud die 43-Jährige in Leipzig zur Pressekonferenz. Dort gab es statt der üblichen Dauerthemen wie Migration und Sicherheit vor allem Attacken auf Grüne und SPD zu hören.

Laut Petry befindet sich das Land in einer „dramatischen Schieflage in Richtung Sozialismus“. Die gebürtige Dresdnerin will auch eine „Infantilisierung der Politik auf Greta- und Kevin-Niveau“ beobachtet haben – und polterte damit gegen die weltweiten Klimaschutzproteste und die Gedanken von Kevin Kühnert (SPD) zur Kollektivierung von Eigentum. „Wir brauchen mehr Privateigentum, statt weniger“, so Petry.

Mindestlohn und Arbeitszeit-Regelung sollen weg

Auch ein anderes FDP-Steckenpferd, der Bürokratieabbau, ist inzwischen ein blaues geworden. Frauke Petry will viele Gesetze abschaffen, hat dabei unter anderem den Mindestlohn und die Arbeitszeit-Regelung im Fadenkreuz, welche Arbeitnehmer vor mehr als 48 Stunden Wochenmaloche schützen soll.

In Fahrt gekommen, nahm die 43-Jährige auch den Umweltschutz ins Visier. Sie nannte die aktuelle Klimadebatte „hysterisch“, erklärte: „Man muss doch keine Angst vor Weltuntergang oder Überhitzung haben.“ Die Blauen-Chefin will einen Wiedereinstieg in die Kernenergie und attackierte direkt die Grünen: „Das sind nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische Heuchler“, so Petry.

Konkret machte die Rechtspopulistin diese Behauptung am Ausbau von Windkraft fest: „Die Grünen vernichten nicht nur ökonomische Kraft, sondern schädigen unser Ökosystem massiv“, sagt sie und verwies darauf, dass Windräder Insekten und Vögeln gefährlich werden können. „Dass die Grünen nicht zugeben, dass der Traum vom Windrad – den die Nazis ja auch schon hatten – unrealistisch ist, macht es in meinen Augen verbrecherisch“, so Petry weiter.

„Osten hat keine rechte Stimme“

Ähnliche Positionen gehören auch zum Metier der AfD. Als Alleinstellungsmerkmal ihrer neuen Heimat betonte die Abgewanderte deshalb ostdeutsche Bodenständigkeit. „Der Osten hat keine rechte Stimme. Auch bei unserer Ex-Partei dominiert inzwischen der Westeinfluss.“ Diese Lücke soll die blaue Partei schließen.

Bis zu einem Wiedereinzug in den Landtag ist es allerdings noch ein weiter Weg. Petry redet von 5000 Unterstützern, kann in der Partei selbst aber nur 80 Mitglieder vorweisen. Zur Europawahl gibt es keinen Kandidaten, auch bei den Kommunalwahlen sind die Blauen nur in Zwickau und Pirna vertreten. Zudem ringe die Partei noch mit der Finanzierung des Landtagswahlkampfes. Mehr als die Hälfte des benötigten Geldes fehle, hieß es.

Von Matthias Puppe

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