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Mitteldeutschland Forscher in Sachsen fordern eigene Roboterindustrie
Region Mitteldeutschland Forscher in Sachsen fordern eigene Roboterindustrie
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17:49 20.01.2020
Prof. Ulrike Thomas (Mitte) und ihre Kollegen arbeiten an einem humanoiden Schreitroboter. Quelle: Jacob Müller für die TU Chemnitz
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Chemnitz

Ingenieurinnen und Ingenieure der TU Chemnitz wollen den ersten sächsischen Laufroboter konstruieren – und eine breite Robotikindustrie im Freistaat begründen. „Wir wollen einen eigenen sächsischen Roboter-Hersteller etablierten“, kündigte Professorin Ulrike Thomas an – sie ist die Inhaberin des Lehrstuhls für Robotik und Mensch-Technik-Interaktion an der TU Chemnitz.

Das Ziel klingt angesichts des Vorsprungs großer Hardware-Hersteller wie Mitsubishi, Kawasaki und Fanuc aus Japan oder ABB in der Schweiz und Kuka aus Augsburg sehr ehrgeizig. Aber in Sachsen gibt es bereits Akteure mit innovativen Nischenprodukten. Dazu gehören unter anderem die Roboter-Anlerner von Wandelbots Dresden, die Fabrik-Automatisierer von Fabmatics und Xenon Dresden. Und eben auch mehrere Lehrstühle an der TU Chemnitz.

Die Forscher um Ulrike Thomas haben sich dabei vor allem auf ein besseres und intuitiveres Miteinander vom Mensch und Maschine spezialisiert. Sie wollen Roboter „menschlicher“ machen, sie mit „fühlender“ Haut, elastischen Gelenken, Tastsinn und intelligentem Verhalten ausstatten. „Unsere Stärken sind die Montageplanung und digitale Zwillinge, die Bilderkennung und Interaktion sowie neue Softwarelösungen für Roboter“, schätzt Prof. Thomas ein. Inzwischen konstruieren die Chemnitzer konstruieren „eine ganz neue Generation von Industrierobotern, die sich auch gut für kleine und mittelständische Unternehmen eignen: Roboter, die mit Menschen problemlos zusammenarbeiten können, die flexibler sind und mehr Achsen haben als heutige Modelle“, sagt die Professorin.

Ihr wohl ehrgeizigstes Projekt ist der Laufroboter: Unternehmen wie Boston Dynamics in Übersee haben zwar auch schon Schreitroboter entwickelt – unter anderem fürs Militär. In Europa gibt es bisher aber kaum Vergleichbares jenseits der Industrierobotik. Daher arbeiten die Chemnitzer nun an einem humanoiden Roboter. Er soll sich auf zwei Beinen fortbewegen, Treppen steigen können, balancieren, nicht umfallen, wenn er angestoßen wird, und sich ähnlich flexibel orientieren wie ein Mensch. „Wir wollen eventuell auch künstliche neuronale Netze einsetzen“, erklärte Ulrike Thomas.

Mit diesen und anderen technologisch anspruchsvollen Entwicklungen wollen die Chemnitzer Wissenschaftler auch den Weg zu einer starken sächsischen Roboter-Produktion ebnen. Zunächst sei an die Fertigung von Schlüsselkomponenten zu denken, später aber auch an die Herstellung kompletter Roboter, betont Prof. Thomas.

Von Heiko Weckbrodt

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