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Mitteldeutschland Flughafen in Schkeuditz im ersten Halbjahr im Aufwind
Region Mitteldeutschland Flughafen in Schkeuditz im ersten Halbjahr im Aufwind
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18:12 12.07.2019
Ab in die Ferien: Passagiere auf dem Weg zu ihren Abflugterminals.Foto: Christoph Soeder/dpa
Leipzig/Dresden

Gegenläufige Entwicklung an den beiden sächsischen Verkehrsflughäfen Leipzig/Halle und Dresden: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres starteten und landeten am Airport in Schkeuditz 1,139 Millionen Passagiere. Das ist gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum ein Plus von 4,9 Prozent. Die sächsische Landeshauptstadt verbuchte dagegen ein Minus von 9,4 Prozent auf 0,718 Millionen Fluggäste.

„Wachstumsträger in Leipzig/Halle ist insbesondere der touristische Verkehr“, sagte gestern auf Anfrage Uwe Schuhart, Sprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG, unter deren Dach sich die beiden Airports befinden. So legten die Fluggastzahlen allein nach Spanien um 17,5 Prozent auf 243 500 Urlauber zu. Die Türkei meldete ein Plus von 23,9 Prozent auf 158 200 Gäste. Ebenfalls im Aufwind waren Ägypten mit einem Anstieg um 6,4 Prozent auf 160 100 Personen sowie Tunesien mit einem Wachstum um 75,6 Prozent auf 16 110 Menschen. Der Flughafen Leipzig/Halle lebt sehr stark vom Tourismus. Auf dessen Konto gehen rund zwei Drittel der Passagierzahlen.

Bereits im vergangenen Jahr Zuwachs um 8,7 Prozent auf 2,57 Millionen Fluggäste erreicht

Der Airport setzte damit seine Aufwärtsbewegung fort. Bereits im vergangenen Jahr wurde ein Zuwachs um 8,7 Prozent auf 2,57 Millionen Fluggäste erreicht. Leipzig/Halle legte damit im ersten Halbjahr offenkundig überdurchschnittlich zu. Die bundesdeutsche Nummer eins, der Flughafen Frankfurt am Main, steigerte die Zahlen lediglich um 3,0 Prozent auf 33,6 Millionen Passagiere. Allerdings arbeitet Frankfurt an den Kapazitätsgrenzen. Entlastung wird durch ein drittes Terminal erhofft. Erste Teile sollen 2021 zur Verfügung stehen.

Negativer Germania-Effekt für den Flughafen in Dresden

Ganz anders sieht dagegen die Lage in Dresden aus. „Da kommt der Germania-Effekt noch zum Tragen“, begründete Schuhart das dortige Passagierminus. Die Pleite der Fluggesellschaft hat den Airport stark getroffen. Germania war ein wichtiger Kunde vor allem im touristischen Bereich. Im Winterflugplan waren pro Woche 23 Starts nach Ägypten, Portugal, Spanien und in die Türkei vorgesehen. Die bis dahin viertgrößte deutsche Fluglinie hatte im Februar Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt und den Betrieb eingestellt.

Schuhart sagte, es sei gelungen, das Germania-Aus „zu einem beachtlichen Teil“ kurzfristig durch neue Partner zu kompensieren. „Das zeigt die hohe Attraktivität dieses Standortes und das Potenzial bei den Passagieren.“ So habe Sundair seit Mai dort einen Airbus A320 stationiert und düse im Sommer wöchentlich bis zu 14-mal nach Heraklion, Rhodos, Kos und Antalya. Im Winterflugplan kehrten die Kanaren in den Flugplan zurück, außerdem die ägyptischen Destinationen Hurghada und Marsa Alam.

Corendon Airlines, eine türkische Fluggesellschaft, jette derzeit nach Antalya und Hurghada. Zudem gehe es mit Lauda Airline seit Mitte Juni täglich von Dresden nach Mallorca. Von Ende Oktober an werde Ryanair dreimal pro Woche die Landeshauptstadt mit London-Stansted verbinden.

Auch bei der Fracht bleibt Leipzig/Halle im positiven Bereich

Auch bei der Fracht bleibt Leipzig/Halle im positiven Bereich. Hier gab es von Januar bis Juni eine leichte Zunahme um 0,5 Prozent auf 609 664 Tonnen Güter, die bewegt wurden. Maßgeblich getrieben durch das europäische Frachtdrehkreuz von DHL, aber auch durch zunehmende eigene Aktivitäten ist Schkeuditz hier hinter Frankfurt deutschlandweit die Nummer zwei und in Europa auf dem fünften Rang. Hier ist der Airport offenkundig ebenfalls überdurchschnittlich gewachsen. In Frankfurt wurden 1,1 Millionen Tonnen Waren umgeschlagen, ein Rückgang um 2,8 Prozent. Hier wirkt sich die abflauende Weltkonjunktur aus. Im vorigen Jahr legte das Frachtaufkommen in Schkeuditz um 7,3 Prozent auf 1,22 Millionen Tonnen zu.

Multifunktionshalle mit knapp 4000 Quadratmeter Nutzfläche

Flughafen-Chef Götz Ahmelmann hat soeben 5,8 Millionen Euro in die Hand genommen. Damit hat Leipzig/Halle von einem Immobilienfonds eine Multifunktionshalle mit knapp 4000 Quadratmeter Nutzfläche auf dem Schkeuditzer Gelände erworben. Das Gebäude war seit 1997 geleast worden. Der Flughafen übte damit sein Ankaufsrecht aus. Ähnlich war er vor einem Jahr bereits vorgegangen. Damals war das zuvor ebenfalls geleaste Abfertigungsgebäude (Terminal B) für 32,4 Millionen Euro einem Fonds der Commerzbank abgekauft worden. Vorteil des Konstrukts für den Airport: Die Leasingzahlen waren geringer, als wenn der Bau über Kredite finanziert worden wäre.

Von Ulrich Milde

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