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Mitteldeutschland Bau neuer Sesselbahn an der Himmelsleiter genehmigt
Region Mitteldeutschland

Fichtelberg: Bau neuer Sesselbahn an der Himmelsleiter genehmigt

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16:38 08.10.2020
Im beliebten Skigebiet am Fichtelberg wurden Pläne für den Bau einer neuen Sesselbahn genehmigt. Die Anlage soll jedoch nicht nur für Skifahrer attraktiv sein, sondern ganzjährig Touristen anlocken. Quelle: dpa
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Oberwiesenthal

Die Landesdirektion Sachsen hat der Fichtelberg Schwebebahn GmbH den Bau einer 6er-Sesselbahn genehmigt. Mittels Planfestellungsbeschluss wurde die Erlaubnis erteilt, als Ersatz für den bestehenden Schlepplift an der Himmelsleiter am Fichtelberg den Sechserlift mit Berg- und Talstation zu errichten. Zudem dürfen die Skipisten 9 und 10 erweitert sowie Beschneiungsanlagen im Bereich der Piste 10 angelegt werden.

Oberwiesenthal wird eine hochmoderne Anlage erhalten, die nicht nur für Wintersportler attraktiv ist. Mit der ganzjährigen Nutzung eröffnen sich viele neue Möglichkeiten für den Tourismus – ein gutes Signal für die ganze Region“, betonte Regina Kraushaar, Präsidentin der Landesdirektion Sachsen, bei der Verkündung der Genehmigung.

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Immer weniger natürlicher Schnee in Sachsen

Ein Signal, das dringend nötig ist, denn erst kürzlich veröffentlichte das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Sachsen eine Studie, die ein düsteres Bild für den Wintersport in Sachsen zeichnet: Deutliche Temperatursteigerungen von Altenberg bis Oberwiesenthal werden hier für immer weniger natürlichen Schnee sorgen - und Kunstschnee immer unwirtschaftlicher werden lassen.

Dennoch begründet die Landesdirektion Sachsen die Genehmigung des Lifts mit dessen Lage am Fichtelberg: So sei zwar mit einer Verschlechterung der meteorologischen Bedingungen für eine Beschneiung mit Kunstschnee zu rechnen, jedoch laut Prognosen nur für Gebiete unterhalb von 800 Metern Höhe. Der Sessellift hingegen werde in deutlich höheren Lagen ab 970 Metern Höhe erbaut. Die Hoffnung einer dauerhaften Nutzung des Skigebiets am Fichtelberg im Winter ist somit groß.

Bau soll nächstes Jahr beginnen

Trotzdem bemüht sich auch René Lötzsch, Geschäftsführer des Trägers des Vorhabens, unter diesen Umständen deutlich zu machen, dass die Sesselbahn für den Gesamtjahrestourismus gedacht sei und unter anderem Wanderer anlocken solle. Auch er möchte zudem weiterhin auf Skiurlauber setzten - und Beschneiungsanlagen nutzen.

Die Sesselbahn soll in einer dafür freigehaltenen Waldschneise errichtet werden. Laut Lötzsch soll der Bau schon nächstes Jahr in mehreren Etappen beginnen.

Als Ausgleich für die damit verbundenen Eingriffe in die Natur und Landschaft ist unter anderem vorgesehen, dass die Nutzung der Skipisten 6 und 7 aufgegeben wird, der alte Schlepplift und Gebäude der Rennrodelbahn zurückgebaut werden sowie auch die Rennrodelbahn selbst teilweise zurückgebaut wird. Zudem werden am Fichtelberg Moore renaturiert und der Wald bei Gelenau und Hammerunterwiesenthal aufgeforstet. Die Genehmigungsbehörde teilte außerdem mit, dass Trägern öffentlicher Belange, Naturschutzvereinigungen und Einwendern der Beschluss zeitnah zugestellt werde. Den Planfestellungsbeschluss stoppen könnte jetzt nur noch eine Klage beim Verwaltungsgericht Chemnitz.

Von Lea Crescenti