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Mitteldeutschland Fernstraßen-Bundesamt in Leipzig: Aufbau-Chefin bekommt viele Bewerbungen
Region Mitteldeutschland Fernstraßen-Bundesamt in Leipzig: Aufbau-Chefin bekommt viele Bewerbungen
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10:17 21.02.2019
Birgit Schenderlein, Leiterin des Aufbaustabes des neuen Fernstraßen-Bundesamtes in Leipzig, beim Gespräch.
Leipzig

Anfang 2021 soll das Fernstraßen-Bundesamt (FBA) in Leipzig komplett seine Arbeit aufgenommen haben – mit 200 Mitarbeitern in der Messestadt und weiteren 200 in den Außenstellen. Das kündigt Birgit Schenderlein (51) an. Die aus Thüringen stammende Juristin (Studium in Leipzig) leitet seit Dezember 2018 den Aufbaustab, zuvor war sie sechs Jahre bei der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt zuständig für Recht und Personal.

Frau Schendelein, im Herbst vergangenen Jahres gab Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) den Startschuss für das Fernstraßen-Bundesamt in Leipzig. Was hat sich bisher getan?

Wir bauen derzeit die Zentralabteilung mit den Bereichen Personal, Organisation, Haushalt, IT und Recht auf. Sechs Leute sind dafür bislang eingestellt. Bis Sommer gilt es, 41 Positionen in Leipzig zu besetzen. Die Stellen werden extern ausgeschrieben, näheres findet man dazu bei www.bund.de 2020 erfolgen dann die weiteren Einstellungen.

Flexible, familienfreundliche Arbeitszeiten

Wie groß ist das Interesse an den Stellen?

Von außerhalb erreicht uns eine Fülle an Bewerbungen. Allerdings müssen wir auch abwarten, wer von den Landesbeschäftigten zu uns wechselt. Wie vom Bund festgelegt, sollen sich ab Januar 2021 nicht mehr die Länder um Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung der Autobahnen kümmern, sondern der Bund als Eigentümer der Autobahnen selbst. Zu diesem Zweck hat die Koalition die Errichtung unserer Behörde und den Aufbau der Autobahn GmbH beschlossen.

Nach Meinung des Deutschen Beamtenbundes ist die Wechselbereitschaft der Landesbeschäftigten nicht sonderlich groß. Stimmt das?

Im vergangenen Jahr wurden die Landesbeschäftigten, die mit Autobahnaufgaben befasst sind, dazu befragt. Um dazu etwas zu sagen, ist es noch zu früh.

Um wie viele Mitarbeiter in den Ländern handelt es sich?

13 000 Beschäftigte wurden insgesamt gefragt, ob sie zu uns beziehungsweise zur Autobahn GmbH wechseln oder bei den Landesbehörden bleiben wollen. Der Wechsel beruht auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Derzeit laufen die Tarifverhandlungen. Mir liegt am Herzen, dass wir hier eine neue moderne Behörde aufbauen mit hervorragenden Arbeitsbedingungen. Dazu zähle ich unter anderem flexible Arbeitszeiten und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Außenstellen der Autobahn GmbH in Magdeburg, Erfurt und Dresden

Wenn sich alle Beschäftigten der Länder für einen Wechsel entscheiden, sind nicht ausreichend Stellen da, oder?

Gebraucht wird jeder. Wir dürfen nicht vergessen, zu den 400 Bediensteten im FBA, also in der Planfeststellungsbehörde, kommt ein Vielfaches an Mitarbeitern in der Autobahn GmbH, die die Straßenbauprojekte anschiebt und letztlich umsetzt. Wir reden von bundesweit rund 13.000 Autobahnkilometern. Das FBA ist übrigens auch für jene Beamte der Länder der neue Dienstherr, die künftig als Bundesbeamte bei der Autobahn GmbH beschäftigt sind.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hätte die neue Behörde gern in seinem Freistaat gesehen.

Die Stadt Leipzig punktet durch ihre hohe Lebensqualität mit guten Angeboten in den Bereichen Sport, Freizeit und Kultur. Mitteldeutschland ist zudem beim Aufbau der Autobahn GmbH gut vertreten. Die Niederlassung Ost kommt nach Halle mit Außenstellen in Magdeburg, Erfurt und Dresden.

Vor Kurzem hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff kritisiert, dass Beamte des Bundesumweltamtes zwar in Dessau arbeiten, dort aber nicht wohnen.

Die Gefahr sehe ich für das FBA nicht. Wer sich für eine Stelle hier bewirbt, von dem erwarten wir auch ein gewisses Bekenntnis zur Region. Zudem lassen sich die Aufgaben, die vor uns liegen, schwerlich von einem anderen Standort weit weg erledigen. Leipzig ist wie gesagt attraktiv. Es gibt jetzt schon An­fragen und auch Initiativbewerbungen von ehemaligen Leipzigern, die in den alten Bundesländern arbeiten und gern zurückkommen wollen. Wir werden in absehbarer Zeit zum Beispiel an der TU Dresden oder der Uni Leipzig für die Tätigkeiten bei uns werben. Uns liegt viel daran, eine attraktive Bundesbehörde zu sein.

Sie selbst wohnen noch in Halle?

Ja, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, nach Leipzig zu ziehen. Übrigens können Beamte und Mitarbeiter der einzelnen Landesbehörden, die zum FBA wechseln wollen, außer nach Leipzig auch zu einem der Standorte wechseln. Die errichten wir in Gießen, Hannover und in Bonn mit zusammen weiteren 200 Arbeitsplätzen. Ein vierter Ort ist im Gespräch.

Die größte Autobahnreform, die Deutschland je gesehen hat

Wie weit gediehen ist der Aufbau der anderen drei Standorte?

Da sind wir noch am Anfang, suchen derzeit geeignete Immobilien.

Noch steht also nicht fest, wer eigentlich bereit ist zu wechseln. Auch die Zahl der Standorte ist noch nicht klar. Bis Ende 2020 soll aber das Amt in Leipzig mit seinen Standorten voll umfänglich arbeiten - ist das überhaupt zu schaffen?

Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Minister Scheuer spricht von der größten Autobahnreform, die es je in Deutschland gab. Es gilt, eine völlig neue Oberbehörde aufzubauen und dabei die Organisationsformen von 16 Bundesländern zu berücksichtigen, also zum Teil völlig unterschiedliche tarifliche Regelungen unter einen Hut zu bringen. Das Gleiche gilt unter anderem für die unterschiedlichen IT-Systeme. Aber ich gehe davon aus, dass wir den Zeitplan einhalten werden.

In Leipzig teilen Sie sich mit einer Krankenkasse ein Gebäude nahe des Hauptbahnhofs. Finden Sie dort ausreichend Platz vor?

Für den Anfang reicht es. Aber für alle 200 Mitarbeiter gibt es nicht genügend Platz.

Das Fernstraßen-Bundesamt hat seinen Hauptsitz in der Ludwig-Ehrhardt-Straße 49 in Leipzig Quelle: Andre Kempner

Was sind die Alternativen?

Wir prüfen die Optionen. Entschieden ist aber noch nichts.

Von André Böhmer und Andreas Dunte

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