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Mitteldeutschland Erster Coronavirus-Fall in Leipzig – das sagen Experten
Region Mitteldeutschland Erster Coronavirus-Fall in Leipzig – das sagen Experten
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12:28 07.03.2020
Die Experten Dr. Fabian Magerl (von links), Friedemann Schmidt , Petra Köpping , Dr.Anita Kecke , Prof. Christoph Lübbert , Dr. Ingrid Möller und Dr. Thomas Lipp diskutieren im LVZ-Forum " Coronavirus - Wie können wir uns schützen ". Quelle: Kempner
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Leipzig

Der erste Coronavirus-Fall in Leipzig führt auch mit Blick auf das Champions-League-Spiel von RB Leipzig am Dienstag zu einer Neubewertung der Lage. Das Leipziger Gesundheitsamt stehe in permanentem Austausch mit dem Management des Fußball-Bundesligisten zur Frage, ob das Spiel stattfinden kann, sagte Ingrid Möller, stellvertretende Leiterin des Leipziger Gesundheitsamtes, am Freitag beim LVZ-Forum zum Thema „Coronavirus – wie können wir uns schützen?“

Am Montag gebe es eine erneute Beratung mit RB-Vereinsvertretern, so Möller. Dann fällt wahrscheinlich eine endgültige Entscheidung zur Partie gegen Tottenham (Anstoß: Dienstag, 21 Uhr). Möller wies auf einen wichtigen Unterschied zur Leipziger Buchmesse hin, die am Dienstag abgesagt werden musste. Diese hätte in geschlossenen Räumen stattgefunden und nicht wie das Fußballspiel unter freiem Himmel. Die Ansteckungsgefahr sei damit höher gewesen. In jedem Fall sollten Fußballfans, die über Fieber, Husten und Schnupfen, zu Hause bleiben. „Das sollte auch für alle gelten, die Kontakt mit Corona-Patienten hatten“, so Möller.

In Leipzig war am Freitag der erste Fall von Covid-19 bestätigt worden, es ist der zweite in Sachsen. Der Betroffene, der von einer Urlaubsreise aus Südtirol in Italien zurückgekehrt war, wird auf der Isolierstation des Klinikums St. Georg behandelt. Sein Zustand sei nicht kritisch, sagte Professor Christoph Lübbert, Chefarzt der Klinik für Infektiologie und Tropenmedizin und Leiter der Infektionsmedizin am Universitätsklinikum Leipzig beim LVZ-Forum.

Kontaktpersonen in Isolation

Die wichtigsten Kontaktpersonen des Infizierten seien ermittelt und in häusliche Isolation geschickt. Wie viele Menschen davon betroffen sind, teilte Lübbert nicht mit. Dem Vernehmen nach handelt es sich bei dem Infizierten um einen Mann im mittleren Alter, genauere Angaben machte der Mediziner nicht. Der Mann habe sich vorbildlich verhalten und angesichts von Erkältungssymptomen direkt nach seiner Rückkehr aus Italien bei seinem Arzt gemeldet. Dieser ließ den Patienten auf das Coronavirus testen – mit positivem Ergebnis.

Lübbert rief allgemein dazu auf, nicht in Panik zu verfallen. Aktuell sei die Angst vor dem Virus größer als die Gefahr, die von dem Virus ausgehe, sagte der Professor.

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Von LVZ

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