Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Erster Corona-Impfstoff trifft in Mitteldeutschland ein
Region Mitteldeutschland

Erster Corona-Impfstoff trifft in Mitteldeutschland ein

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:55 26.12.2020
Ein Paket voller Hoffnung: Ankunft der ersten Corona-Impfdosen in Thüringen.
Ein Paket voller Hoffnung: Ankunft der ersten Corona-Impfdosen in Thüringen. Quelle: Bodo Schackow/dpa
Anzeige
Leipzig/Berlin

Vor dem Impfstart an diesem Wochenende warnt der Präsident des Deutschen Städtetags und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) vor zu hohen Erwartungen. Mit dem Beginn der Impfungen sei ein Anfang gemacht, „aber der Spuk mit dem gefährlichen Coronavirus ist noch nicht vorbei“, sagte Jung den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Die Infektionslage sei aktuell weiterhin besorgniserregend. Wann in den Impfzentren geimpft werden könne, hänge stark von der Zahl der Impfdosen ab, betonte er. „Die Zeit für Massenimpfungen ist noch nicht gekommen. Dafür gibt es zunächst viel zu wenig Impfstoff.“

Die Impfzentren seien eingerichtet und könnten innerhalb von einer Arbeitswoche hochgefahren werden, sagte der SPD-Politiker weiter. Die Menschen sollten aber erst dann mit den Impfzentren oder Ärzten Kontakt aufnehmen, wenn genügend Impfstoff da sei und zur Terminvereinbarung aufgerufen werde, appellierte der Leipziger Oberbürgermeister. In Leipzig wurde auf der Neuen Messe ein Impfzentrum eingerichtet.

Erste Impfdosen auch nach Sachsen geliefert

In Deutschland und anderen Ländern Europas ist am Samstag der erste Impfstoff gegen Covid-19 ausgeliefert worden. Auch in Mitteldeutschland kamen die ersten Chargen an. In Sachsen seien am späteren Vormittag die ersten 9750 Impfdosen unter Polizeischutz im dafür vorgesehen zentralen Lager eingetroffen, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums. Transportiert wurden sie aus Belgien über Marburg. Das Lager – der Ort wird aus Sicherheitsgründen nicht genannt – erfüllt den Angaben zufolge die Anforderungen an die Lagerung von Arzneimitteln.

Mitarbeiter öffnen einen Karton mit den ersten knapp 10.000 Dosen Corona-Impfstoff für Thüringen. Quelle: dpa-Zentralbild

Der Impfstoff befindet sich in Fläschchen mit jeweils fünf Dosen. Die insgesamt 1950 Flaschen sind in zwei spezielle Thermobehältnisse verpackt, in denen sie auf minus 70 Grad gekühlt werden. Noch am Samstag sollen die Impfdosen gut gekühlt mit Trockeneis weiter verteilt werden – unter anderen an die Unikliniken in Dresden und Leipzig sowie an die Chemnitzer Klinik. Am Sonntag soll dann im Freistaat mit den ersten Impfungen gegen das Coronavirus in Pflegeheimen und Kliniken begonnen werden.

Laut Ministerium wird eine weitere Lieferung von gut 24.000 Dosen am Montag erwartet, am 30. Dezember sollen noch einmal rund 34.000 Dosen dazukommen. Auch in andere Bundesländer sollte der Impfstoff am Samstag verteilt und an 27 Standorte geliefert werden. So erhielt Sachsen-Anhalt eine erste Lieferung von 9750 Impfdosen. In Thüringen kamen rund 10.000 Dosen an.

„Die Zeit für Massenimpfungen ist noch nicht gekommen. Dafür gibt es zunächst viel zu wenig Impfstoff“, sagt Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung. Quelle: Kempner

Die Mitarbeiter an der zentralen Rufnummer sowie an den Corona-Hotlines der Städte und Kreise dürften nun nicht durch Terminanfragen belastet werden, solange eine Terminvergabe mangels Impfdosen nicht möglich sei, sagte Jung. Grundsätzlich seien die Städte „sehr erleichtert, dass jetzt mit den Impfungen begonnen werden kann“, betonte er.

Impfungen beginnen am Sonntag

Rund zehn Monate nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Europa sollen die Impfungen an diesem Sonntag beginnen – nicht nur in Deutschland, sondern auch in Italien, Frankreich und zahlreichen anderen EU-Staaten. Als erste sollen besonders gefährdete Menschen das Präparat der Firmen Biontech und Pfizer erhalten.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einem bewegenden Moment der Einheit und einer europäischen Erfolgsgeschichte. „Die Impfungen werden dabei helfen, nach und nach zu unserem normalen Leben zurückzukehren“, sagte sie in einem am Samstag auf Twitter veröffentlichten Video. Sobald genügend Menschen geimpft worden seien, könne man wieder beginnen zu reisen, Freunde und Familie zu treffen und die Feiertage normal zu verbringen. „Aber bis dahin müssen wir weiter vorsichtig sein.“

Von LVZ/dpa/nöß