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Mitteldeutschland Warnung des LKA: Betrüger prellen die Sachsen um ihr Geld
Region Mitteldeutschland Warnung des LKA: Betrüger prellen die Sachsen um ihr Geld
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12:40 25.10.2019
Die Zahl der Fälle von Telefonbetrug in Sachsen ist stark gestiegen. Aktuell warnt das LKA insbesondere vor Callcenter-Betrügern. Quelle: dpa
Dresden

Sie melden sich mit Gewinnversprechen, treten nicht selten als Polizisten auf oder rufen als Verwandte an: In Sachsen versuchen immer mehr Betrüger, an das Geld vor allem älterer Leute zu kommen. Die Polizei hat allein im vergangenen Jahr 569 Anzeigen des sogenannten Enkeltricks erfasst – damit haben sich die Fallzahlen binnen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Im Jahr 2014 waren 216 Fälle registriert worden.

Meist bleibt es zwar bei dem Versuch, doch 42 Mal fielen Menschen im Jahr 2018 auf den „Enkeltrick“ herein: Die Opfer wurden um insgesamt 528.000 Euro geprellt (2014: 130.000 Euro). Hinzu kommen weitere 420 Fälle, in denen sich die Täter als Polizisten oder andere Behördenvertreter ausgaben – das entspricht fast einer Vervierfachung der Anzeigen. Die Beute betrug insgesamt 332.000 Euro.

„Immer perfidere Erscheinungsformen“

Deshalb schlägt der Präsident des sächsischen Landeskriminalamtes jetzt Alarm: „Fast täglich werden neue Betrugsfälle bekannt“, sagt Petric Kleine. „Meist wird die Polizei erst nach Eintritt eines Schadens informiert.“ Kleine warnt zudem davor, dass die Täter „immer wieder neue, perfidere Erscheinungsformen“ hervorbringen, um Geld abzukassieren.

Erst vor wenigen Tagen war eine 87-Jährige in Löbau falschen Polizisten auf den Leim gegangen: Die Rentnerin übergab ihnen 10.000 Euro, um es angeblich auf Echtheit überprüfen zu lassen. Im September war eine 84-jährige Dresdnerin ebenfalls auf einen vermeintlichen Polizisten hereingefallen und hatte ihm 8000 Euro ausgehändigt. Laut Polizeistatistik haben Betrüger im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits 394Mal versucht, mit dem Enkeltrick an Geld zu kommen – in immerhin 20 Fällen hatten die Täter auch Erfolg und erbeuteten insgesamt 256.000 Euro.

Callcenter agieren aus dem Ausland

Aktuell nehme insbesondere der sogenannte Callcenter-Betrug (Call-ID-Spoofing) zu, warnt Kleine: Dabei werden auf dem Telefondisplay des Empfängers anstatt der Originalrufnummer des Anrufers frei wählbare Identifikationsinformationen angezeigt. „Der Callcenter-Betrug ist allgegenwärtig. Oft sind dabei ältere Menschen Opfer dieser Machenschaften“, sagt der LKA-Chef. Zuletzt sei zwar in der Türkei ein Schlag gegen eine solche Bande gelungen, die auch in Deutschland aktiv war – die Strafverfolgungsbehörden könnten aber „nur bei der Bekämpfung dieses Phänomenbereiches erfolgreich sein, wenn sie national und international eng und abgestimmt zusammenarbeiten“.

Das Landeskriminalamt hat deshalb einen Katalog an Vorsichtsmaßnahmen zusammengestellt, um sich gegen solche Betrüger wappnen zu können (www.polizeiberatung.de). Darin heißt es unter anderem: „Geben Sie keine persönlichen Informationen weiter: keine Telefonnummern und Adressen, Kontodaten, Bankleitzahlen oder Kreditkartennummern! Firmen, bei welchen Sie tatsächlich Kunde sind, haben Ihre Daten vorliegen und müssen diese nicht erfragen.“ Außerdem sollte telefonischen Gewinnversprechen kein Glauben geschenkt werden - schon gar nicht, wenn der Gewinn an Bedingungen geknüpft ist. Und für den Fall, dass sich Polizisten telefonisch melden, rät das LKA: „Rufen Sie in den Dienststellen der Anrufer zurück und versichern Sie sich der Existenz der Amtsperson.“

Von Andreas Debski

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