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Mitteldeutschland Elektronische Gesundheitsakte startet
Region Mitteldeutschland Elektronische Gesundheitsakte startet
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09:00 20.05.2019
Die Leiterin der TK-Landesvertretung, Simone Hartmann Quelle: Wolfgang Schmidt
Dresden

Bei der Techniker Krankenkasse (TK) in Dresden herrscht Aufbruchstimmung. Und die Aufbruchstimmung hat auch einen Namen – TK-Safe. Dahinter verbirgt sich nicht mehr und nicht weniger als das kasseneigene Projekt einer elektronischen Gesundheitsakte, an der viele Mitbewerber am Markt seit vielen Jahren herumdoktern. Seit Montag ist TK-Safe – so lautet die Bezeichnung – bundesweit im Live-Betrieb, nachdem 160.000 Nutzer im Betatest Vorarbeit geleistet haben. Die Leiterin der sächsischen Landesvertretung, Simone Hartmann, bezeichnet TK-Safe als „einen digitalen Datentresor, auf den die Versicherten überall und jederzeit mit ihrem Smartphone über die TK-App zugreifen können“.

Priorität: Datenschutz

Im Rennen um die elektronische Gesundheitsakte hat die TK durchaus Konkurrenz. So wollen DAK, IKK, rund 80 Betriebskrankenkassen und mehrere private Krankenversicherer ihren Versicherten die Gesundheits-App des Berliner Startups „Vivy“ anbieten. Die AOK Nordost ist mit einem „Digitalen Gesundheitsnetzwerk“ am Start.

„Wir haben aber einen gewissen Vorsprung“, stapelt Hartmann tief. Und unterstreicht: Bei TK-Safe habe der Datenschutz absolute Priorität. Deshalb lägen die Daten nicht auf einem Server in Übersee, sondern bei der IBM Deutschland GmbH. Bislang befinden sich medizinische Daten dezentral bei Ärzten, Krankenhäusern, Therapeuten oder Krankenkassen.

Die Patienten haben keinen direkten Zugriff auf ihre eigenen medizinischen Informationen und müssen Röntgenbilder und Labordaten mühsam bei verschiedenen Ärzten anfragen und zusammentragen. Das ändert sich nun, wenn die TK ihre Patientendaten in die App gibt. Vollständige Historien über Medikamente, Arztbesuche, Impfungen und Diagnosen sind dann dort enthalten. Mit dem gewollten Nebeneffekt, dass Ärzte und Therapeuten bei der Behandlung von Patienten besser zusammenarbeiten können.

Gesundheit selbst managen

Künftig fließen neben Befunden, EKG-Ergebnissen und Röntgen-Aufnahmen auch Abrechnungen oder Daten von Fitness-Trackern ein. Per App sind sie für den Patienten überall auf Smartphone oder Tablet einsehbar. Übrigens auch, was welche Behandlung gekostet hat. Der Phantasie sind offenbar nur wenige Grenzen gesetzt: So bekommen Patienten auf Wunsch beispielsweise ihre Impfhistorie, eine Auflistung ihrer verschreibungspflichtigen Medikamente oder Übersichten über ihre Arzt- und Zahnarztbesuche inklusive Diagnosen oder auch Krankenschein.

Freiverkäufliche Medikamente lassen sich per Barcodescanner hinzufügen, Arztbriefe oder Röntgenbilder können hochgeladen werden. Bürokratie, so die Hoffnung, werde dadurch abgebaut, Doppeluntersuchungen würden vermieden. Aber die App kann im Notfall sogar existenziell sein, wenn es darum geht, in kürzester Zeit medizinische Hilfe zu leisten. Bundesweit sind bisher 12.000 Arztpraxen mit der Akte vernetzt.

„Der Patient bleibt dabei jederzeit Herr seiner Daten“, sagt Hartmann. „Er kann also seine Gesundheit selbst managen.“ Und er entscheide selbst, was in die Akte kommt. Dafür bekommt er einen Code, den nur er kennt. „Dabei geht es uns nicht um die Konkurrenz zu anderen Krankenkassen. Wir sind offen für alle“, unterstreicht die Leiterin der Landesvertretung.

Internationale Konkurrenz

Andere Kassen könnten sich gern einklinken, denn es gehe darum, Standards zu setzen. Der Gesetzgeber hat festgeschrieben, dass bis 2021 allen gesetzlich Versicherten eine elektronische Patientenakte zur Verfügung gestellt werden muss.

Die Konkurrenz liege vielmehr bei Global Playern wie Google, Amazon oder auch Apple. Deshalb sei derzeit „viel Druck auf dem Kessel“. Hartmann geht davon aus, dass es in kurzer Zeit möglich sein wird, auch Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Apotheken einzubinden. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der TK halten drei von vier Befragten TK-Safe für eine gute Idee. Mehr als 90 Prozent der Deutschen würden eine elektronische Gesundheitsakte nutzen, ergab eine andere Studie, für die im Auftrag der pronova BKK 1000 Personen befragt wurden. Die TK hat in Sachsen derzeit etwa 225.000 Versicherte.

Von Roland Herold

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