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Mitteldeutschland Umstrittener Festredner Vaatz: Misstöne zur Einheitsfeier im sächsischen Landtag
Region Mitteldeutschland

Einheitsfeier im Sächsischen Landtag: Festredner Vaatz sorgt für Konflikt

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11:15 03.10.2020
Arnold Vaatz, Mitglied des Deutschen Bundestages vor seinem Büro in Cossebaude bei Dresden. Quelle: Matthias Rietschel/dpa-Zentralbi
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Dresden

Die Feier zum Tag der Deutschen Einheit wurde am Samstagvormittag im Sächsischen Landtag von einem Konflikt überschattet. Da Landtagspräsident Matthias Rößler den umstrittenen CDU-Politiker Arnold Vaatz als Festredner geladen hatte, blieben zahlreiche Abgeordnete dem 30. Jahrestag der Wiedergründung des Freistaates Sachsen und dem Festakt im Landtag fern. Nicht nur Linke, auch die Abgeordneten der Koalitionsparteien SPD und Grüne waren bei der Einheitsfeier nicht dabei. Die Minister beider Parteien nahmen derweil andere Termine wahr. Rößler bedauerte dies.

Vaatz - stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Union im Bundestag - gilt als Querdenker seiner Partei und war wiederholt mit eigenwilligen Äußerungen aufgefallen. So hielt er der Berliner Polizei unlängst im Zusammenhang mit einer Demo gegen Corona-Regeln DDR-Methoden vor.

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Rößler lobte Vaatz in seiner Rede als „sächsischen Vorkämpfer“ der friedlichen Revolution 1989. „Er ist seit jeher ein freier Denker in unserer offenen und so wunderbar pluralen Gesellschaft. Das behagt nicht allen, es lässt aber keine Zweifel an seiner zutiefst demokratischen Haltung zu.“ Gekommen waren unter anderem Sachsens erster Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) und Ex-Bundesinnenminister Thomas de Maizière, der im Plenum dort Platz genommen hatte, wo normalerweise Linke-Abgeordnete sitzen.

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) war bei der Feierstunde dabei. Zuvor hatte er sich im vogtländischen Heinersgrün mit seinem bayerischen Amtskollegen Markus Söder (CSU) zu einem „Einheitsfrühstück“ an der ehemaligen innerdeutschen Grenze getroffen. Kretschmer sprach vom 3. Oktober als „schönsten Feiertag in der deutschen Geschichte“. Zugleich gab er Vaatz ebenfalls Rückenwind und bezeichnete die Ereignisse in den vergangenen Wochen als unfair: „Wir müssen es aushalten, dass es verschiedene Positionen gibt.“

Von dpa/fg