Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Dulig: Sachsen holt bei schnellem Internet auf
Region Mitteldeutschland Dulig: Sachsen holt bei schnellem Internet auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 27.12.2018
Der Ausbau schneller Internetverbindungen in Sachsen kommt nach Einschätzung des Wirtschaftsministers Martin Dulig (SPD) gut voran. Quelle: Foto: Daniel Reinhardt/dpa
Anzeige
Dresden

Der Ausbau des schnellen Internets in Sachsen kommt nach langer Stagnation allmählich in Fahrt. Nach dem aktuellen Breitbandatlas der Bundesregierung verzeichnet der Freistaat den größten Zuwachs aller Bundesländer bei der Breitbandversorgung, wie das Wirtschaftsministerium in Dresden mitteilte. „Wir haben im Jahr 2018 einen großen Schritt nach vorn gemacht. Insgesamt stehen 700 Millionen Euro in den kommenden beiden Jahren bereit“, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD).

Mitte 2018 waren reichlich zwei von drei Haushalten und Firmen (71 Prozent) mit Datenübertragungsraten von mindesten 50 Megabit pro Sekunde (Mbps) versorgt, das waren reichlich fünf Prozent höher als noch Ende 2017 und der Spitzenwert unter der ostdeutschen Flächenländern. Mit mindestens doppelt so schnellen Internetverbindungen ist aber erst die Hälfte aller Sachsen (51,7 Prozent) versorgt.

Anzeige

Noch nicht berücksichtigt bei diesen Zahlen wurden die vielen derzeit laufenden Ausbauprojekte in Sachsen, wie ein Ministeriumssprecher erklärte. Neben kleineren und mittleren Baustellen finde derzeit etwa der flächendeckende Ausbau in den Landkreisen Bautzen und Nordsachsen statt, der bis Ende 2020 abgeschlossen sein soll.

Der Ausbau werde künftig nicht mehr an fehlenden finanziellen Mitteln scheitern. „Als erstes Bundesland bietet Sachsen eine 100-Prozent-Finanzierung an“, betonte Dulig. Beim Glasfaser-Ausbau bis ans Gebäude liege Sachsen inzwischen bundesweit aktuell auf dem fünften Platz und unter den bundesdeutschen Flächenländern sogar auf Platz vier.

Der Bund biete seit August 2018 die Möglichkeit, laufende Förderverfahren auf die Glasfasertechnologie umzuplanen und übernimmt die Mehrkosten zum üblichen Fördersatz, Sachsen finanziere den restlichen Anteil. „Ich bin zuversichtlich, dass wir in den kommenden Jahren beim Thema Breitbandausbau weiterhin gut vorankommen werden“, sagte Dulig und gab den flächendeckenden Gigabitausbau als Ziel aus. „Die große Herausforderung für Kommunen und Kreise bestehe eher darin, sich ausreichende Kapazitäten bei den gut ausgebuchten Tiefbaufirmen zu sichern.“

Kritik kommt von den sächsischen Grünen im Landtag. „Die Staatsregierung hat jahrelang viel zu wenig unternommen, um den Breitbandausbau in Sachsen voranzubringen“, sagte deren netzpolitische Sprecherin Claudia Maicher. „Größere Zuwächse jetzt im Vergleich zu anderen Bundesländern sind kein Grund zur Freude, sondern Folge dieser Abwartehaltung im zuständigen Wirtschaftsministerium.“

Mit dem aktuellen Versorgungsgrad sei Sachsen „von Telemedizin und Gigabit-Gesellschaft meilenweit entfernt“, so die Grünen-Abgeordnete. Sie forderte eine intensivere Beratung von Kommunen, die ihre Netze selbst betreiben wollen. Gebiete, in denen mindestens 30 Mbps Downloadgeschwindigkeit erreichbar sind, dürften im Rahmen der sächsischen Digitaloffensive keinesfalls als ausreichend versorgt gelten, so Maicher. „Sonst entstehen in absehbarer Zeit neue weiße Flecken bei der Versorgung mit schnellem Internet.“

Von Winfried Mahr

Anzeige