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Region Mitteldeutschland

Dresdnerin Bettina Westfeld ist neue Präsidentin der evangelischen Landessynode

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15:06 27.06.2020
Die Dresdner Historikerin Bettina Westfeld (Foto) wurdeam Samstag zur neuen Präsidentin der Evanglisch-Lutherischen Landessynode Sachsens gewählt. Quelle: epd
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Dresden

Die Historikerin Bettina Westfeld ist die neue Präsidentin der evangelischen Landessynode. Die 44 Jahre alte Dresdnerin erhielt im dritten Wahlgang die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit auf der konstituierenden Sitzung der 28. Synode am Samstag in Dresden, sagte Kirchensprecher Matthias Oelke. Der einzige Gegenkandidat, Christoph Apitz aus dem Vogtland, hatte nach dem zweiten Wahlgang seine Bewerbung zurückgezogen.

„Große Vielfalt, wenn sich alle einbringen“

Die Präsidentin vertritt die Synode für die nächsten sechs Jahre nach außen. Die Synode ist das Kirchenparlament und beschließt Kirchengesetze und gibt inhaltlich Impulse für die Landeskirche. Sie tagt in der Regel zweimal im Jahr - im Frühjahr und im Herbst. Der bisherige Amtschef Otto Guse stand nach zwölf Jahren an der Spitze der Landeskirche nicht wieder zur Verfügung.

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Westfeld sagte, dass alle 80 Mitglieder der Synode die Inhalte der kommenden sechs Jahre bestimmen werden. „Jeder steht für seine Erfahrungen und diese Erfahrungen wollen wir sichtbar machen. Es führt zu einer großen Vielfalt, wenn sich alle einbringen“, sagte die 44-Jährige der Deutschen Presse-Agentur nach ihrer Wahl.

Die Kirche soll die Menschen wieder erreichen

Ebenso wie der erst Ende Februar gewählte evangelische Landesbischof Tobias Bilz sei sie ein Mensch, der nach vorne blicke, betonte Westfeld. Sie wolle die Landeskirche weiterentwickeln und debattieren, wie man die Menschen wieder erreichen könne. „Dabei gilt es auch Erfolge, wie die steigenden Anmeldungen an den evangelischen Schulen, hervorzuheben“, sagte die neue Präsidentin.

Am Samstag waren 77 von 80 gewählten und berufenen Mitgliedern der neuen Synode der evangelischen Landeskirche Sachsens zu ihrer zweitägigen konstituierenden Sitzung in Dresden gekommen. Nach der Andacht mit Landesbischof Tobias Bilz waren 48 Frauen und Männer im Plenarsaal des Hauses der Kirche verpflichtet worden, die dem Kirchenparlament zuvor nicht angehörten.

Zur Person: Bettina Westfeld

Bettina Westfeld wurde 1976 in Dresden geboren und wuchs in einem christlichen Elternhaus auf. Nach dem Abitur am Dresdner Kreuzgymnasium studierte sie in ihrer Heimatstadt Neuere und Neueste Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie Philosophie.

Danach war sie am Hannah-Arendt-Institut an der Technischen Universität Dresden sowie in der Stiftung Sächsische Gedenkstätten in verschiedenen Einrichtungen tätig. Ihr thematischer Schwerpunkt war die politische Strafjustiz in der DDR. Westfeld engagiert sich über die ehrenamtliche Arbeit in der Synode hinaus in ihrer Kirchgemeinde Dresden-Coschütz-Gittersee.

Als freiberufliche Historikerin arbeitete sie unter anderem zur Geschichte der Frauenordination, der Diakonie Sachsen und der Landessynode. Auf der 12. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) 2017 in Windhuk (Namibia) wurde sie in den Rat des LWB gewählt.

Seit 2002 gehört sie als gewähltes Mitglied des Kirchenbezirks Dresden-Mitte der sächsischen Landessynode an. 2020 wurde sie von der sächsischen Kirchenleitung in die 28. Landessynode berufen.

Von dpa

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