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Mitteldeutschland Diskriminierung in Sachsen nimmt zu
Region Mitteldeutschland

Diskriminierung in Sachsen nimmt zu

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08:06 13.06.2020
Weltweit protestieren Menschen gegen Rassismus. Das Problem besteht auch in Sachsen. 134 Diskriminierungsfälle sind bekannt, die Dunkelziffer ist vermutlich weitaus höher. Quelle: Jacquelyn Martin/AP/dpa
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Dresden

Immer mehr Menschen in Sachsen sehen sich nach Angaben des Antidiskriminierungsbüros im Alltag Rassismus ausgesetzt. Zwischen Oktober 2019 und März 2020 seien 134 Diskriminierungsfälle gemeldet worden, teilte das sächsische Gleichstellungsministerium am Freitag in Dresden mit und beruft sich auf Angaben des Büros. Im Vergleich zum Erfassungszeitraum April bis September 2019 sei das ein Anstieg um mehr als 13 Prozent.

Rassistische Einstellungen seien mit 41 Prozent die häufigste Ursache für Diskriminierungen. Danach folgen demnach mit 18 Prozent Fälle von Diskriminierung aufgrund einer Behinderung und mit elf Prozent wegen des Geschlechtes. Die meisten Vorfälle ereigneten sich bei der Arbeit (23 Prozent), auf dem Wohnungsmarkt (14 Prozent) und bei Behörden (zwölf Prozent), hieß es.

„Jede und jeder Einzelne ist aufgefordert, bei Diskriminierungen im Alltag nicht wegzuschauen, sondern sich aktiv dagegen zu wenden, sei es am Arbeitsplatz oder in der Fußgängerzone“, erklärte Sachsens Gleichstellungs- und Justizministerin Katja Meier (Bündnis 90/Die Grünen).

Das Antidiskriminierungsbüro Sachsen ist die zentrale Anlaufstelle für Betroffene von Diskriminierung im Freistaat. Die Fallzahlen beziehen sich laut Ministeriumsangaben ausschließlich auf Fälle, die in den Beratungsstellen in Chemnitz, Dresden und Leipzig eingegangen sind. „Wir gehen von einer hohen Dunkelziffer hinter den aktuell gemeldeten Fallzahlen aus“, erklärte die Geschäftsführerin des Antidiskriminierungsbüros Sachsen, Sotiria Midelia.

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Von RND