Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Das sind Sachsens langsamste Finanzämter
Region Mitteldeutschland Das sind Sachsens langsamste Finanzämter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
07:01 21.01.2020
Bei der Bearbeitung der Steuerfälle legen die Finanzämter unterschiedliches Tempo vor, wie eine aktuelle Erhebung ergab. Quelle: Franziska Gabbert/dpa
Anzeige
Dresden/Erfurt

Belege sortieren, Beträge summieren oder ab damit zum Steuerberater – die ungeliebten Steuerabrechnungen stehen wieder an. Wer sich erfolgreich durch Zahlenkolonnen und Behördendeutsch gekämpft hat, will rasch wissen, was nach dem Steuerabzug noch übrig bleibt. In Sachsen braucht es dafür deutlich mehr Geduld als in acht anderen Bundesländern. Mit 56,9 Tagen Bearbeitungsdauer behielten die sächsischen Finanzämter 2019 ihren Vorjahresschnitt bei und brauchen damit rund zehn Tage länger als die Behörden in Nordrhein-Westfalen, die bundesweit am flottesten arbeiten. Das ergab ein Vergleich des Online-Dienstleisters Lohnsteuer-kompakt.de. „Die Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen hat 2019 wohl sehr viel richtig gemacht“, sagt dessen Geschäftsführer Felix Bodeewes. „Zumindest was die Schnelligkeit der Finanzämter angeht.“ Vorjahres-Sieger Saarland landete 2019 mit einer durchschnittlichen Bearbeitungsdauer von 48,8 Tagen auf dem zweiten Platz. Berlin landete 2019 auf dem vierten Platz.

Thüringer Behörden sind Schlusslicht

Am längsten müssen Steuerpflichtige in Schleswig-Holstein mit 61,2 Tagen, sowie Hessen und Thüringen mit jeweils 61,5 Tagen auf eine mögliche Steuererstattung warten. In Thüringen haben sich die Bearbeitungszeiten im Vergleich zum Vorjahr um drei Tage verlängert. Damit müssen Steuerpflichtige in diesen drei Bundesländern rund zwei Wochen länger auf ihren Bescheid warten als in Nordrhein-Westfalen. Der bundesweite Schnitt liegt bei 54,7 Tagen und ist somit 1,4 Tage schneller als im Vorjahr.

Oschatz braucht elf Tage länger

In Sachsen bekommen die Erzgebirgsbewohner ihre Steuerbescheide der Studie zufolge am schnellsten zugeschickt. In Annaberg-Buchholz müssen sie 41,4 Tage darauf warten, das sind 30 Tage weniger als in Görlitz, dem langsamsten unter den 24 sächsischen Finanzämtern. Auch Schwarzenberg (42,7 Tage) und Zschopau (45,2) landeten unter den fixesten drei Behörden in Sachsen. Deutlich langsamer geht es in den Großstädtenzu. Das Finanzamt Leipzig II, im Vorjahr noch Spitzenreiter, rutschte um fast sechs auf rund 49 Tage und damit auf den sechsten Rang ab, Leipzig I braucht 55,3 und Dresden-Süd 58,4 Tage pro Fall. Im Schlussdrittel landen die Finanzämter Döbeln (58,4), Eilenburg (58,9), Grimma (63,3), Dresden-Nord (65) und Oschatz. In der nordsächsischen Gartenstadt am Collm brauchte die Steuerbehörde 66,2 Tage und damit fast elf Tage länger als 2018, wodurch sie den steilsten Absturz hinlegten – vom 13. auf den vorletzten 23. Rang.

Ministerium bezweifelt erhobene Daten

Sachsens Finanzministerium bezweifelt die Studienergebnisse und verweist auf eigene Erhebungen. Zwar lägen für 2019 noch keine Vergleichszahlen vor. „In den Jahren 2017 und 2018 lagen die Durchlaufzeiten aller Einkommensteuerfälle in Sachsen aber stets unter dem Bundesschnitt. Da sich die Durchlaufzeit für Sachsen im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr verringert hat, lässt dies den Schluss zu, dass das Ergebnis auch 2019 unterhalb des bundesweiten Durchschnitts liegen wird“, erklärte Ministeriumssprecherin Sandra Jäschke auf LVZ-Anfrage. Knapp 600 der 5440 Stellen in Sachsens Finanzämtern seien aktuell nicht besetzt.

Feste Bearbeitungsfristen gebe es nicht, so die Sprecherin. „Die Bearbeitungsdauer hängt vielmehr davon ab, wie komplex ein Fall ist und inwieweit Nachfragen beim Bürger notwendig sind.“ Die Bearbeitung könne daher zwischen 14 Tagen und mehreren Wochen dauern.

Altenburg legt beim Tempo deutlich zu

Unter den vergleichweise geruhsamen Thüringer Finanzbehörden (61,5 Tage) stachen die Altenburger positiv hervor. Sie beschleunigten ihre Bearbeitungszeiten gegenüber 2018 um fast 16 Tage und landeten mit durchschnittlich 56,5 Tagen auf dem dritten Platz hinter Gera (47,8) und Ilmenau (51,3). Die rote Laterne in Thüringen trägt Erfurt, wo Behörden der Studie zufolge reichlich 14 Wochen brauchen, um einen Steuerfall zu erledigen.

Das Ranking ist Ergebnis von rund 400.000 anonymisierten Einkommensteuererklärungen, die 2019 über Lohnsteuer-kompakt.de erstellt worden sind. Insgesamt wurden über 500 Finanzämter berücksichtigt. Deutschlands schnellstes Finanzamt ist der Auswertung zufolge Herne in Nordrhein-Westfalen mit einer Bearbeitungsdauer von 26,6 Tagen, das langsamste kommt mit Donauwörth aus Bayern. Dort mussten Steuerpflichtige ganze 84,5 Tage auf ihren Steuerbescheid warten.

Von Winfried Mahr

Die Lebensmittelhersteller aus Sachsen sind wieder mal die Besuchermagneten auf der Grünen Woche. Der neue Landesagrarminister Wolfram Günther (Grüne) besuchte am Montag in Berlin Firmen und Verbände aus dem Freistaat – und stieß dabei nicht nur auf Gegenliebe.

20.01.2020

Ein Team von Forschern in Chemnitz arbeitet an menschenähnlichen Laufrobotern. Die internationale Konkurrenz ist groß, doch die Sachsen planen Roboter, die sich auch gut für kleine und mittelständische Unternehmen eignen. Die sollen nach Möglichkeit auch im Freistaat gebaut werden.

20.01.2020

Sachsens Gerichte werden digital auf Vordermann gebracht. Am Montag wurden die ersten Richter des Amtsgerichtes Dresden mit elektronischen Gerichtsakten ausgestattet. Zuvor wurde dies bereits beim Landgericht erprobt.

20.01.2020