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Mitteldeutschland Das ist das Diebesgut aus dem Grünen Gewölbe in Dresden
Region Mitteldeutschland Das ist das Diebesgut aus dem Grünen Gewölbe in Dresden
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21:49 25.11.2019
Spurensicherung vor dem Residenzschloss mit dem Grünen Gewölbe in Dresden: Aus der Schatzkammer wurden drei Juwelen-Garnituren entwendet. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
Dresden

Vieles spricht für einen zielgerichteten Diebstahl: Drei kostbare Juwelengarnituren aus der Schatzkammer von August dem Starken (1670-1733) haben unbekannte Täter am Montagmorgen beim Einbruch in das Historische Grüne Gewölbe in Dresden entwendet. „Man könnte es als Staatsschatz des 18. Jahrhunderts beschreiben“, sagte Dirk Syndram, der Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer, am Mittag auf einer Pressekonferenz. „Das ist ein unschätzbarer kultureller Wert, eine Art Weltkulturerbe.“

Schmuck mit Brillanten und Diamanten gestohlen

Zwei Täter brachen im Morgengrauen über ein Fenster in das Museum ein und schlugen im Juwelensaal offenbar gezielt eine von vier Vitrinen ein. Daraus entwendeten die Diebe drei von zehn Garnituren der Dresdner Sammlung, die als größter Juwelenschatz Europas gilt. Insgesamt bis zu 94 Schmuckstücke räumten die Kriminellen aus dem mit Sicherheitsglas verkleideten Schaukasten. Nach nur wenigen Minuten konnten sie offenbar mit einem Pkw flüchten – trotz Alarms und sofort eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen der Polizei.

Die Juwelendiebe von Dresden haben beim spektakulären Einbruch ins Grüne Gewölbe drei Schmuckgarnituren mit fast 100 Teilen gestohlen. Der Chef des Museums spricht vom „Staatsschatz des 18. Jahrhunderts“. Der Wert der Stücke ist laut Experten unschätzbar.

Konkret handele es sich bei dem Diebesgut um eine Diamantengarnitur aus rund 20 Schmuckstücken mit den sogenannten „Perlen der Königin“ sowie eine Brillanten- und Diamanten-Rautengarnitur mit jeweils 37 Teilen, berichtete Syndram. Der materielle Wert lasse sich nicht beziffern. „Die besondere Bedeutung und Qualität liegt darin, dass die Ensembles als solche überliefert sind“, erklärte Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). „Man kann nur appellieren, dass so etwas nicht missbraucht wird.“

Glücklicherweise hätten die Täter doch nicht so viele Stücke stehlen können wie anfangs gedacht. Aus der einen Vitrine mit drei Garnituren sind relativ viele Werke verblieben“, sagte Ackermann am Montagabend. Denn ein Sicherheitsmechanismus habe dabei gegriffen. „Die Täter konnten nicht alles mitnehmen, denn die Stücke sind auch einzeln gesichert. Sie sind teilweise mit dem Untergrund vernäht.“

„Das ist alles ganz schnell gegangen“

Die Website der SKD brach am Montag offenbar aufgrund der großen Nachfrage zeitweise zusammen. Im virtuellen Panorama-Rundgangkönnen die Exponate noch online betrachtet werden: Es sind funkelnde Schmuckstücke, besetzt mit Edelsteinen, deren Materialwert allein schon im Millionenbereich liegen dürfte. Sachsens Kurfürst August der Starke hatte sich zu Beginn des 18. Jahrhundert einen Wettbewerb mit dem französischen König Ludwig XIV. über die prachtvollste Sammlung geliefert. Am Ende habe er diesen auch für sich entschieden, ordnet Ackermann die historische Bedeutung des Schatzes ein.

Auf dem freien Markt dürften die entwendeten Kostbarkeiten, die zu den wertvollsten der 3000 Exponaten im Grünen Gewölbe gehören, kaum zu verkaufen sein. „Das sind alles alte Schliffe, einzigartige Juwelengarnituren“, so Syndram.

Die Polizei ermittelt daher auch in Richtung eines organisierten Diebstahls. Nach den Tätern wird gefahndet. Der offenbar akribisch vorbereitete Einbruch wurde von Überwachungskameras auf Video aufgezeichnet. Syndram fassungslos: „Das ist alles ganz schnell gegangen.“

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