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Mitteldeutschland Das fordern Sachsens Ingenieure von der Kenia-Koalition
Region Mitteldeutschland Das fordern Sachsens Ingenieure von der Kenia-Koalition
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17:23 18.11.2019
Hubertus Milke, Präsident der Ingenieurkammer Sachsen, will die Bauverwaltung digitalisieren, um Zeit und Geld zu sparen. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Zu viele Funklöcher und zu wenige Glasfaserkabel – das Land der Dichter und Denker hängt beim digitalen Wandel hinterher. Auch in Sachsen schrillen die Alarmglocken. Noch während CDU, SPD und Grüne über eine Kenia-Koalition verhandeln, macht die Ingenieurkammer Sachsen Druck, was sich im Lande schnellstens ändern muss. Die Vertretung von rund 3000 Ingenieuren aller Fachrichtungen hat dazu an die Partei- und Fraktionschefs einen Forderungskatalog mit acht Reformschwerpunkten übergeben. „Um das Land wirksamer voranzubringen, drängen die sächsischen Ingenieure besonders auf Planungsbeschleunigung“, betonte Kammerpräsident Hubertus Milke gegenüber der Leipziger Volkszeitung.

Bürokratie sorgt für Frust

Bei der Digitalklausur im brandenburgischen Schloss Meseberg hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CDU) nach massiver Kritik am Sonntag Nachholebedarf eingeräumt und entsprechende Gespräche mit den Ländern angekündigt. Deutschland müsse schneller werden, forderte Scheuer.

In die selbe Kerbe schlägt die sächsische Ingenieurkammer. Breitbandausbau und flächendeckendes 5G-Netz seien als Fundament nötig, um durch Digitalisierung von Planungs- und Bauprozessen in den kommenden fünf Jahren erhebliche Kosten am Bau einsparen zu können, heißt es in dem Forderungskatalog.

Bauplanungen seien in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten „zunehmend verklausuliert und bürokratisiert“ worden, was Genehmigungsverfahren unnötig in die Länge ziehe. „Das sorgt für Frust – unter Fachleuten ebenso wie in der Bevölkerung“, sagt Milke.

Kammer warnt vor „Ingenieursdumping“

Neben beschleunigter Planung fordern Sachsens Ingenieure eine schlanke und mittelstandsfreundliche Vergabepraxis, um die Chancen einheimischer Unternehmen bei der Wertschöpfung zu verbessern.

Handlungsbedarf gebe es auch bei der Energieeinsparung, dem Klimaschutz und der Erhaltung von Straßen und Brücken. Um die fachliche Qualität sichern zu können, seien auskömmliche Honorarsätze für Ingenieure unverzichtbar.

Zudem müsse das Bachelorstudium wesentlich stärker auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) ausgerichtet werden. „Im internationalen und nationalen Wettbewerb verkommt die sächsische aktuelle Regelung mit 50 Prozent MINT-Anteil zum „Ingenieursdumping““, heißt es in dem Schreiben.

Infrastruktur braucht eigenes Ministerium

„Vor uns liegen gewaltige Herausforderungen wie der Strukturwandel in den Kohlerevieren, der Breitbandausbau, der flächendeckende 5G-Mobilfunk, Hochwasserschutz und nachhaltige Verkehrswegeentwicklung“, sagte Milke. „Um mehr Schlagkraft zu entwickeln, schlagen wir vor, diese Mammutaufgaben in einem neuen Infrastrukturministerium zu bündeln.“

„Wenn Genehmigungsverfahren nicht deutlich beschleunigt werden, sind so ehrgeizige Ziele wie der schnelle Ausstieg aus der Braunkohle nicht zu schaffen“, prophezeite der 57-jährige Verbandschef, der als Professor an der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur zur Wasserwirtschaft forscht.

Politiker verhandeln noch

Für viele Forderungen habe die Kammer „aus der Wirtschaft, aber auch aus der Verwaltung bereits breite Zustimmung erfahren“, sagte Milke, ohne konkrete Namen zu nennen.

Die sächsische SPD, die aktuell das Wirtschaftsressort führt, wollte sich zunächst nicht gesondert zu den Forderungen der Ingenieure äußern. Begründet wurde das auf LVZ-Anfrage mit Rücksicht auf die laufenden Koalitionsverhandlungen.

Von Winfried Mahr

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