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Mitteldeutschland Coronavirus: Sachsens Tourismusbranche befürchtet weniger Gäste aus China
Region Mitteldeutschland Coronavirus: Sachsens Tourismusbranche befürchtet weniger Gäste aus China
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08:29 06.02.2020
Touristen laufen bei Regen unter Schirmen am Fürstenzug in Dresden entlang. Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild
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Dresden

Sachsens Tourismusbranche befürchtet nach einer zunehmenden Verbreitung des Coronavirus Einbußen bei Gästen aus China. „Natürlich treffen die Ausreiseverbote und gestrichenen Flugreisen auch die Tourismuswirtschaft“, sagte die Sprecherin der Tourismus-Marketing-Gesellschaft Sachsen (TMGS), Ines Nebelung. Die genauen Auswirkungen lassen sich vorerst aber noch nicht beziffern, hieß es. Januar und Februar gehören nicht zu den reisestarken Monaten im Freistaat. Sollte sich die Lage in den nächsten Wochen entspannen, könnten abgesagte Reisen möglicherweise später nachgeholt werden, hieß es.

In Sachsen seien bei den Gästen aus China besonders die Städte Dresden und Leipzig gefragt, so Nebelung. Laut Statistik übernachten etwa 83 Prozent der chinesischen Touristen, die nach Sachsen kommen, in den beiden Städten – die meisten in der Landeshauptstadt. „Der asiatische Markt hat insgesamt eine hohe Bedeutung“, so Nebelung. China gehöre mittlerweile zu den Top Ten der wichtigsten Auslandsmärkte und habe in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugelegt.

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70.000 Übernachtungen im Jahr

2018 verbuchte der Freistaat knapp 71.400 Übernachtungen von Gästen aus China, von Januar bis November 2019 waren es 69.200. Vor allem in Leipzig ging die Zahl der Übernachtungen allerdings im Vorjahr um mehr als 20 Prozent zurück. Insgesamt machen Touristen aus China einen verhältnismäßig kleinen Teil aus: Bezogen auf die Übernachtungen aus dem Ausland sind es 3,4 Prozent.

Dennoch fürchtet der Direktor des Hotels am Terrassenufer in Dresden, Dino Filpi, einen Rückgang. Sein Haus gilt als beliebt bei Reisegruppen aus China. „Ich mache mir Sorgen, dass der gesamte südostasiatische Markt nicht nur in Dresden, sondern für ganz Europa ins Stocken kommt.“ Seit Jahren müht sich Filpi um Gäste aus Asien, fliegt regelmäßig nach China, um für sein Haus zu werben. Die Reisesaison beginne allerdings erst zu Ostern, zudem erfolgten die Buchungen meist kurzfristig, so Filpi. Die Folgen von Stornierungen lassen sich daher noch nicht absehen. „Es wird wohl ein schwieriges Jahr werden“, fürchtet der Hotelchef. Zahlreiche Airlines haben ihre China-Flüge bereits gestrichen.

Hochphase im Sommer

In Leipzig gibt man sich vorerst gelassen: „Die Monate Januar und Februar sind eher keine Reisemonate für Chinesen“, so ein Sprecher der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH. Im Vorjahr zählte die Messestadt in ‎beiden Monaten gerade einmal knapp 1200 Übernachtungen aus China. Individualtouristen aus China kommen demnach vor allem im Juli und ‎August. „Insofern dürfte es aktuell in Leipzig auch keine nennenswerten Stornierungen von ‎chinesischen Touristen geben.“ ‎

Nach Angaben der Dresden Marketing GmbH sind derzeit noch keine Stornierungen aus China in Hotels der Landeshauptstadt bekannt. „Wir ‎beobachten die Entwicklung weiter und hoffen, dass sich die Lage in der touristischen Hochphase im ‎Sommer wieder entspannt haben wird“, sagte Geschäftsführerin Corinne Miseer. Chinesische Besucher machen etwa fünf Prozent der Übernachtungsgäste im Elbland aus, weitaus mehr kommen aus Polen, den USA oder der Schweiz. Von Januar bis November verbuchte die Region knapp 38.000 Übernachtungen aus China. „Wenn Chinesen nicht ins Ausland reisen können, betrifft dies den ‎Tourismus weltweit“, so Miseer.

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Von RND/dpa

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