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Mitteldeutschland Coronavirus: Landkreise Leipzig, Nordsachsen und Mittelsachsen gewappnet
Region Mitteldeutschland Coronavirus: Landkreise Leipzig, Nordsachsen und Mittelsachsen gewappnet
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13:37 04.03.2020
Kommunen und Landkreise in Sachsen bereiten sich auf den Ernstfall einer Virus-Pandemie vor. Quelle: dpa
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Sachsen

Die Landkreise Leipzig, Nordsachsen, Mittelsachsen und Altenburger Land bereiten sich auf den Corona-Ernstfall vor. Vielerorts fanden Treffen von Krisenstäben ab.

Keine Verdachtsfälle in Nordsachsen

In Nordsachsen gibt es aktuell keine Fälle von Corona-Infizierten. Die Vorbereitungen für den Fall der Fälle laufen aber auf Hochtouren. Im Landratsamt hat ein Stab die Arbeit aufgenommen. „Viren machen nicht an Kreisgrenzen Halt. Wir müssen deshalb davon ausgehen, dass auch uns Corona beschäftigen wird“, sagt der 2. Beigeordnete des Landkreises, Jens Kabisch. Im Landratsamt koordiniert er einen Stab, der im Ernstfall die notwendigen Maßnahmen festlegt und deren Umsetzung steuert. Mitglieder kommen aus dem Gesundheitsamt, dem Personalamt, dem Rettungsdienst und dem Katastrophenschutz. „Grundsätzlich sind wir auf viele Arten von Ereignissen vorbereitet“, so Kabisch. Die Bandbreite reicht von Großbränden über Hochwasser bis eben zu Infektionswellen. Die entsprechenden Pläne würden regelmäßig aktualisiert.

Aktuell greifen, laut Beigeordnetem die Pläne für Infektionsschutz – „wir schauen uns also die entsprechenden Maßnahmen an und entscheiden anhand der aktuelle Lage über die Abstufung“, erklärt Jens Kabisch einen Teil der Arbeit seines Stabs. Konkret bedeutet das beispielsweise, dass in den öffentlich zugänglichen Räumen des Landratsamtes zusätzliche Desinfektionsspender aufgestellt werden. Zudem gibt es Aktualisierungen der Hygienepläne an den Schulen und auch die Mitarbeiter des Rettungsdienstes stellen sich auf die Situation ein, mit möglicherweise infizierten Menschen in Kontakt zu kommen.

Sollte das Virus in Nordsachsen festgestellt werden, übernimmt das Gesundheitsamt die Federführung – in Abstimmung mit dem entsprechenden Ministerium auf der Landesebene. „Es wird natürlich festgelegt, wo die Versorgung geschieht. Aufgabe ist es dann aber auch, die Kontaktpersonen des Infizierten zu ermitteln und die Weiterverbreitung einzudämmen“, erklärt der Beigeordnete. Das kann zum Beispiel durch die Verhängung von Quarantänen erfolgen – die Kontaktpersonen dürften in dem Fall für einen gewissen Zeitraum ihre Wohnungen nicht verlassen.

Krisengipfel beim DRK Muldental

Im Landkreis Leipzig haben verschiedene Einrichtungen und Institutionen Krisengipfel einberufen, um auf eine mögliche Pandemie vorbereitet zu sein. Das DRK Muldental hat am Freitag Experten an einen Tisch gerufen, um Abläufe und strategisches Vorgehen im Infektionsfall zu besprechen. Das Gesundheitsamt des Landkreises hat bislang keine Verdachtsfälle gemeldet.

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Am Wochenende hatte es im Landkreis Leipzig einen Verdachtsfall gegeben. Im Gerichshainer Gewerbegebiet klagte ein polnischer LKW-Fahrer, der aus Italien kam über Unwohlsein. Woraufhin die Rettungssanitäter in mit Verdacht auf Infizierung mit dem COVID19-Virus auf die Isolierstation des St.-Georg-Klinikums brachten. Der Verdacht konnte am Sonntag entkräftet werden.

Der Krisenstab des DRK Muldental bereitet sich auf das Corona-Virus vor, um diesem entspannt zu begegnen! Wir halten...

Gepostet von DRK Kreisverband Muldental e.V. am Freitag, 28. Februar 2020

Verdachtsfälle in Mittelsachsen entkräftet

Im Landkreis Mittelsachsen gab es bis Freitagnachmittag keine am Coronavirus erkrankten Personen und auch keine neuen Verdachtsfälle. Das erklärte das Gesundheitsamt des Landkreises auf Anfrage. Es würden derzeit auch keine Personen mehr durch die Behörde überwacht. Mitte dieser Woche hatte die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Annelie Jordan, über sechs Verdachtsfälle in Mittelsachsen informiert. Diese waren bereits vor rund drei Wochen dem Amt bekannt geworden. Es habe sich um Rückkehrer aus Risikogebieten in China und Norditalien gehandelt, die sich von selbst gemeldet hatten.

Das Gesundheitsamt empfahl daraufhin den betreffenden Personen eine freiwillige häusliche Isolierung. „Sie mussten täglich Fieber messen, strikte Hygieneregeln beachten und sich regelmäßig telefonisch bei uns melden“, erklärte die Amtsärztin. Eine der Personen habe sich auch in der Infektionsklinik in Chemnitz vorgestellt. „Es handelte sich um reine Vorsichtsmaßnahmen und es lag kein tiefergehender Verdacht oder eine Erkrankung vor“, sagte Jordan. Alle sechs Personen seien negativ auf das Virus getestet worden.

Das Gesundheitsamt erreichen derzeit zahlreiche Anrufe von Rückkehrern aus betroffenen Gebieten. Die Amtsärztin: „Wir führen dabei immer eine genaue Anamnese durch.“ Abgefragt würden dabei ganz konkrete Angaben, wie nach dem unmittelbaren Kontakt mit Erkrankten und den Reisezielen. Je nach Auswertung entscheide dann das Gesundheitsamt über die Maßnahmen. „Es gibt klare Kriterien. Wenn es beispielsweise Kontakt mit Erkrankten gab und sich nun erste Symptome zeigen, wie Fieber, dann wird die Infektionsklinik in Chemnitz konsultiert und die Patienten werden bei Bedarf aufgenommen“, so Jordan. Wenn es zwar Kontakt mit fraglich Erkrankten gab, aber keine Symptome vorliegen, dann empfiehlt das Gesundheitsamt eine freiwillige Isolierung. Diese kann bis zu 14 Tage dauern – so lang ist nach derzeitigem Kenntnisstand die Inkubationszeit bei dem Coronavirus.

Corona-Gipfel tagt Montag in Altenburg

Im Altenburger Land (Thüringen) gibt es am Montag einen Corona-Gipfel. Entscheider und Fachleute vom Gesundheitsamt des Landkreises, der Stadt Altenburg und aus dem Klinikum treffen sich zur Beratung. Es soll das weitere, gemeinsame Vorgehen besprochen werden, um im Ernstfall schnell reagieren zu können. Bislang sei dem Gesundheitsamt noch kein Corona-Verdachtsfall im Landkreis gemeldet worden, teilte das Landratsamt am Freitag auf Anfrage mit. Die Behörde informiert die Bevölkerung jetzt auf ihrer Internetseite über das Virus, über Vorbeugung und Verhalten im Krankheitsfall. Das Klinikum Altenburger Land hält einen Notfallplan bereit, der etwa regelt, in welchen Räumen Covid19-Patienten behandelt werden. So sind auf der Lungenstation gesonderte Bereiche reserviert.

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Von Eigener Bericht

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