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Mitteldeutschland Sachsens Krankenhäuser schreiben rote Zahlen
Region Mitteldeutschland

Corona sogt bei Sachsens Krankenhäusern für rote Zahlen

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10:20 29.08.2020
Sächsische Krankenhäuser kämpfen aufgrund der Corona-Pandemie mit Millionenverlusten. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
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Dresden

Die Corona-Pandemie hat die wirtschaftliche Lage von Krankenhäusern in Sachsen verschärft. Bei einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa bei Krankenhäusern war von Verlusten in Höhe von mehreren Millionen Euro die Rede. Diese seien unter anderem entstanden, weil die Häuser viele Betten für Corona-Patienten freigehalten hatten, die Ausgleichszahlungen des Bundes die Einbußen jedoch nicht voll gedeckt hätten, hieß es. Zudem haben die Häuser die volle Auslastung oft immer noch nicht wieder erreicht. Ausgleichszahlungen gibt es jedoch nur noch bis Ende September.

Einem Beschluss von Bund und Ländern von Mitte März zufolge waren in den Krankenhäusern alle planbaren Operationen, Aufnahmen und Eingriffe sofern medizinisch vertretbar verschoben worden. Für freigehaltene Betten zahlt der Bund seit dem 16. März eine Pauschale von täglich 560 Euro, 50 Euro für Materialmehraufwand, 50 000 Euro für die Schaffung eines neuen Intensivbettes mit Maschinenbeatmung.

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Wirtschaftliche Perspektive der Krankenhäuser kaum planbar

Durch das Pandemiegeschehen sind laut der Krankenhausgesellschaft Sachsen Häuser in „massive Liquiditätsengpässe“ geraten. Zwar hätten die Zahlungen aus dem „Krankenhausschutzschirm“ des Covid-19 Krankenhausentlastungsgesetzes Insolvenzen zunächst verhindert. Dennoch schreibe ein „nicht unerheblicher Teil“ rote Zahlen - „trotz aller Anstrengungen der Politik“. So sei die Finanzierung der Budgetjahre 2020 und 2021 nicht geklärt, den Krankenhäusern fehle eine planbare wirtschaftliche Perspektive. Das sei eine prekäre Situation, das Krankenhaus-Management fahre „auf Sicht“.

„Unsere Auslastung ist noch unter dem Normalniveau von vor Corona“, sagte die Sprecherin des Klinikums Sankt Georg in Leipzig, Manuela Powollik. Vor allem bei den Operationen gebe es einen deutlichen Rückgang und bis Oktober werde der Normalzustand nicht wieder erreicht sein, zumal das Haus wegen der Pandemie im Notfall in der Lage sein müsse, schnell Kapazitäten freizumachen. Die Ausgleichszahlungen liefen jedoch nur noch bis Ende September.

Betten für Corona-Patienten freigehalten

Als den politischen Vorgaben folgend schnell Betten für Corona-Patienten freigemacht wurden, habe die Auslastung des Hauses nur noch bei etwa 60 Prozent gelegen, sagte Powollik. Die Einschnitte seien in der Orthopädie, Onkologie und Gynäkologie besonders spürbar gewesen. Alle plan- und verschiebbaren Operationen seien abgesagt worden. Die Einschränkungen hätten selbst im Kreißsaal zu weniger Geburten geführt. Die Frauen hätten längere Wege ins Umland in Kauf genommen oder Hausgeburten vorgezogen. Hinzu komme der Ausfall an ambulanten Leistungen, der nicht kompensiert werde.

Das Krankenhaus Sankt Georg ist Mitteldeutsches Kompetenz- und Behandlungszentrum für Infektiologie. Fast 100 Covid-19-Patienten, die meisten von ihnen aus dem Raum Leipzig und Nordsachsen, wurden dort nach eigenen Angaben bis Ende Mai stationär versorgt.

„Die Freihaltepauschalen helfen unstrittig, decken aber die Einnahmeausfälle nicht vollständig und wir brauchen auch nach dem 30. September noch Lösungen, um nicht in die Situation von Krankenhausschließungen zu kommen“, sagte Powollik. Zwar sei es für eine abschließende Prognose für dieses Jahr noch zu früh, das weitere Infektionsgeschehen müsse abgewartet werden. Doch je nach Szenario sei ein Defizit bis zu einem zweistelligen Millionenbetrag denkbar.

Zahl der Operationen zurückgefahren

Im Städtischen Klinikum Dresden liegt die Auslastung aktuell wieder bei 77 Prozent. Um für die Corona-Pandemie gewappnet zu sein, war laut Klinikumssprecherin Viviane Piffczyk zeitweise nur etwa jedes zweite Bett belegt. Während der Hochzeit der Pandemie, als die Zahl der Operationen zurückgefahren wurde, seien etwa bei Gelenkersatz etwa 70 Prozent weniger Eingriffe vorgenommen und in der Gynäkologie fast ausschließlich Tumoroperationen durchgeführt worden. Der Rückgang dort lag bei etwa 10 Prozent. Noch immer würden Betten für Corona-Patienten freigehalten, hieß es.

Die Vorhaltung der Betten für Corona-Patienten sowie der Rückgang der Operationen hat laut Piffczyk wirtschaftlich deutliche Spuren hinterlassen. Die zusätzlichen Belastungen beim Ergebnis haben demnach in der Hochzeit der Pandemie bei monatlich etwa 2 Millionen Euro gelegen. Die Auswirkungen für das Jahresergebnis 2020 hänge vom Infektionsgeschehen der nächsten Wochen ab. Die Ausgleichszahlungen seien nicht ausreichend gewesen.

Von dpa