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Mitteldeutschland Corona-Talk bei Maybrit Illner: Kretschmer bringt härtere Maßnahmen ins Spiel
Region Mitteldeutschland

Corona-Talk bei Maybrit Illner: Kretschmer bringt härtere Maßnahmen ins Spiel

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12:09 15.01.2021
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kündigte in der TV-Sendung "Maybrit Illner" härtere Corona-Maßnahmen an.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kündigte in der TV-Sendung "Maybrit Illner" härtere Corona-Maßnahmen an. Quelle: Screenshot LVZ
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Leipzig

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer war am Donnerstagabend zu Gast in der Talkshow „maybrit illner“ im ZDF. Zum Thema „Langsames Impfen, schnelles Virus“ beantwortete er neben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD), Eva Hummers, Mitglied der Ständigen Impfkommission, Journalistin Claudia Kade und dem Mediziner und Entertainer Eckart von Hirschhausen Fragen zur aktuellen Corona-Lage und der Impfsituation in Deutschland, auch im Angesicht der aus Großbritannien stammenden Mutation.

Die Eröffnungsfrage ging sogleich an Kretschmer, der per Video zugeschaltet war: Ob er, wie noch im Frühjahr, heute wieder sagen würde, die Befürchtungen der Kanzlerin seien überzogen? Seine Antwort: „Die Situation ist anders als im Frühjahr und deswegen muss man sich jetzt auch der Situation ganz klar stellen.“ Die Zahlen seien „nicht so zurückgegangen, wie wir uns das erhofft haben und wie wir es auch brauchen“, konstatierte er. In der kommenden Woche solle deshalb über einen noch strengeren Umgang etwa mit Kita- und Schulschließungen sowie ein generelles Betretungsverbot von Pflegeheimen ohne negativen Schnelltest gesprochen werden. „Wir haben eine neue Bedrohung, die auf uns zukommt, und müssen deshalb Maßnahmen verschärfen.“

Impfstoff in „homöopathischen Dosen“ geliefert

Warum Sachsen im bundesweiten Vergleich Viertletzter bei den Impfzahlen sei, wollte Illner vom Ministerpräsidenten später wissen. Kretschmer begründete dies mit den zahlenmäßig „homöopathischen Dosen“, die anfangs geliefert wurden – und schwenkte sogleich wieder um, brachte erneut die von ihm bereits angedeuteten schärfere Einschränkungen ins Spiel.

Im Sommer habe es in Sachsen sehr niedrige Zahlen gegeben, im Oktober habe man dann zu spät reagiert, gab Kretschmer zu. „Mit dem Wissen von heute wären [damals] andere Entscheidungen notwendig gewesen.“ Nun müsse man aus Fehlern lernen – und den Lockdown verlängern beziehungsweise Regeln verschärfen. „Ich bin überzeugt davon, dass uns in der jetzigen Situation nur noch restriktive Maßnahmen helfen werden.“

Kretschmer gegen Impfpflicht für medizinisches Personal

Streitfrage: Impfpflicht für medizinisches Personal und Pfleger? Ein Schritt nach dem anderen, zunächst müssten alle geimpft werden, die dies wollten, mahnte Kretschmer. Eine Pflicht, da stimme er mit von Hirschhausen überein, würde nur mehr Widerstand erzeugen.

Auf einen möglichen wirtschaftlichen Lockdown angesprochen, sagte Kretschmer, dass die Frage politisch ausdiskutiert werden müsse: Wie kann dieses Land durch die Krise kommen, ohne dabei wirtschaftlich zugrunde zu gehen? Anstatt derart zu verschärfen, gehe es zunächst um die konsequente Umsetzung von Maßnahmen. Erneut verteidigte der Ministerpräsident unter anderem den 15-Kilometer-Radius und plädierte dafür, Kontakte zu vermeiden und Mobilität einzuschränken. Gegen einen zwei- oder dreiwöchigen Komplett-Lockdown sprach er sich aus wirtschaftlichen Gründen explizit aus, um auch die Kosten die Pandemie nachträglich auszugleichen.

Die Sendung ist in der ZDF-Mediathek verfügbar.

Von CN