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Mitteldeutschland Bundesrat billigt Initiative zum Schutz von Uhren aus Glashütte
Region Mitteldeutschland Bundesrat billigt Initiative zum Schutz von Uhren aus Glashütte
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18:00 20.09.2019
Eine Nomos-Mitarbeiterin bei der Montage eines feinmechanischen Werks. Quelle: Nomos
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Glashütte

„Wo Glashütte drauf steht, sollte auch Glashütte drin sein“, sagt Uwe Ahrendt. Der Geschäftsführer der renommierten Uhrenmanufaktur Nomos glaubt, dass auch andere Firmen, die nicht in Glashütte produzieren, gute Zeitmesser bauen können. „Aber wir in Glashütte haben schon immer besonderen Wert darauf gelegt, die besten mechanischen Uhren zu bauen.“ Nicht von ungefähr würden die Qualitätsuhren aus dem Erzgebirge in einem Zuge mit denen aus der Schweiz genannt. Um zu verhindern, dass Uhrwerke aus dem Ausland kommen oder die Zeitmesser sogar ganz in Fernost oder anderswo zusammengeschraubt und unter dem Namen Glashütte verkauft werden, schauen sich die Firmen im Müglitztal untereinander sehr genau auf die Finger und ziehen sogar vor Gericht.

Erster öffentlicher Streit bereits 1904

Und das nicht selten, weiß Ahrendt. Der erste öffentliche Streit um die „Glashütte Regel“ fand 1904 statt. Nach der Wende erhöhte sich die Schlagzahl der juristischen Auseinandersetzungen. Da die Herkunftsbezeichnung Glashütte als weltweites Qualitätsmerkmal gilt, darf man sich nur damit rühmen, wenn die Wertschöpfung zu mindestens 50 Prozent im sächsischen Ort erfolgt.

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Im Rathaus setzt man sich seit Jahren – unterstützt von Nomos und weiteren Firmen – dafür ein, das die HerkunftsangabeGlashütte“ geschützt ist, so wie Champagner, der auch nur so heißen darf, wenn er aus der Champagne kommt, nennt Ahrendt ein Beispiel. Auch der Freistaat steht hinter der Initiative. Und siehe da, der stete Tropfen höhlt den Stein. Gestern gab der Bundesrat bekannt, dass er die sächsische Initiative für eine Verordnung zur geografischen Bezeichnung „Hergestellt in Glashütte“ unterstützt. Die Bundesregierung wurde aufgefordert, damit bestimmte Anforderungen für die Verwendung der Herkunftsangabe festzulegen. „Damit wird gesichert, dass eine Uhr mit der Herkunftsangabe Glashütte auch aus Glashütte kommt“, zeigte sich Landesjustizminister Sebastian Gemkow (CDU) erfreut.

Herkunftsangaben in der Industrie bisher selten

Während Herkunftsangaben bei deutschen Lebensmitteln öfters zu finden sind, gibt es sie in der Industrie bisher nur bei Solingen-Stahl, weiß Nomos-Chef Ahrendt. „Und jetzt bald auch für Uhren aus Glashütte. Für uns ein riesiger Erfolg.“

Aktuell gibt es nach Angaben des gebürtigen Glashütters rund 1800 Arbeitsplätze in den heimischen Uhren-Manufakturen, die so klangvolle Namen haben wie Lange & Söhne, Glashütte Original, Union, Mühle, Moritz Grossmann, Tutima oder eben Nomos. Zum Vergleich: In dem schönem Städtchen im Müglitztal selbst leben 1700 Einwohner.

Von Andreas Dunte

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