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Mitteldeutschland Tillich wird Aufsichtsratschef bei der Mibrag
Region Mitteldeutschland Tillich wird Aufsichtsratschef bei der Mibrag
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17:07 24.09.2019
Stanislaw Tillich wird neuer Aufsichtsratschef bei der Mibrag. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
Leipzig

Überraschungscoup beim Braunkohleförderer Mibrag: Sachsens Ex-Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) wird Chef des Aufsichtsrats des Zeitzer Unternehmens. Das Kontrollorgan wählte den Sachsen am Dienstag auf seiner Sitzung in Leipzig an die Spitze des Gremiums, teilte die Mibrag nach dem Treffen mit.

Damit holt die Mibrag einen der Väter des Kohlekompromisses an die Spitze des eigenen Kontrollorgans. Tillich hatte zusammen mit Ronald Pofalla und Barbara Prätorius an der Spitze der Kohlekommission gestanden, die sich im Januar nach langem Ringen auf einen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2038 geeinigthatte.

Tillich will Strukturwandel selbst mitgestalten

„Bei dem bevorstehenden Strukturwandel kommt Mibrag eine bedeutende Rolle zu“, sagte Tillich nach seiner Wahl. „Wichtig ist einerseits die Fortführung des Kerngeschäfts für die nächsten Jahre und andererseits die Suche und Ausrichtung auf neue Geschäftsfelder im Sinne einer kontinuierlichen Energieversorgung und Beschäftigung.“ Der 60-Jährige hatte sich schon in seiner Zeit als Sachsen-Premier von 2008 bis 2017 für den Braunkohlebergbau in der Region stark gemacht.

Tillich übernimmt den von Wilhelm Beermann (83), der seit 2001 an der Spitze des elfköpfigen Gremiums gestanden hatte und sein Amt nun nach 18 Jahren niederlegte. Vom Aufsichtsrat wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Beermann war vor seiner Zeit bei der Mibrag Vorstandschef der RAG Deutsche Steinkohle AG in Essen.

Die Mibrag mit Sitz in Zeitz in Sachsen-Anhalt betreibt die Braunkohletagebaue Profen in Sachsen-Anhalt und Vereinigtes Schleenhain südlich von Leipzig. Eigentümer ist der tschechische Konzern EPH, dem auch der Lausitzer Tagebaubetreiber Leag gehört.

Tillich berät auch Volga-Dnepr

Für Tillich ist es nicht der erste Beraterjob nach seinem Ausstieg aus der Landespolitik. Erst im Juni hatte er bei der russischen Frachtairline Volga-Dnepr, die in Leipzig/Halle mehrere Antonow AN-124 stationiert hat, als Berater angeheuert. „Wenn ich um Rat gefragt werde, stehe ich dabei auch Unternehmen mit meinen Erfahrungen zur Seite. Zu diesen Unternehmen gehört auch Volga-Dnepr“, erklärte er damals gegenüber der „Deutschen Verkehrszeitung“.

Mit Volga-Dnepr-Chef Alexej Isaikin ist Tillich seit langem bekannt: 2013 hatte er, damals noch Premier in Sachsen, zusammen mit Isaikin den Wartungshangar von Volga-Dnepr in Schkeuditz eröffnet. „Das stärkt den Flughafen und damit den gesamten Logistikstandort Sachsen“, lobte Tillich damals das Engagement der Russen in Sachsen. Inzwischen plant Volga-Dnepr eine Erweiterung: Direkt neben der bestehenden Wartungshalle soll ein fast ebensogroßer Anbau entstehen, kündigte das Unternehmen Mitte August an.

Von Frank Johannsen

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