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Mitteldeutschland „Bis ins Mark erschüttert“: Sächsische Solidarität für beschädigte Notre Dame
Region Mitteldeutschland „Bis ins Mark erschüttert“: Sächsische Solidarität für beschädigte Notre Dame
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17:51 16.04.2019
Blick auf die Kathedrale Notre-Dame während des Feuers. Quelle: dpa
Leipzig/Paris

Die am Montag durch einen verheerenden Brand schwer beschädigte Kathedrale Notre-Dame in Paris hat weltweite Anteilnahme ausgelöst. Papst Franziskus betete am Dienstag „für die französischen Katholiken und für die Pariser Bevölkerung unter dem Schock des schrecklichen Feuers“. Ratspräsident Donald Tusk rief alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union auf, Frankreich beim Wiederaufbau zu unterstützen. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker sprach von einem „schrecklichen Tag für alle, die Frankreich und Paris lieben.“

Kremlchef Wladimir Putin bot unterdessen bereits an, „die besten Experten nach Frankreich zu schicken“, um bei der Restaurierung des Weltkulturerbes zu helfen. Auch der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) stellte solche Hilfe in Aussicht: „Deutschland steht dazu in engster Freundschaft bereit“, so der SPD-Politiker. Nicht zuletzt gab es auch aus Sachsen – noch während die letzten Flammen im Gebäude loderten – bereits zahlreiche Solidaritätsbekundungen.

Kretschmer: Solidarität wie für die Frauenkirche

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) rief dazu auf, Spenden für den weltberühmten Kirchenbau zu sammeln. „Ich wünsche mir die gleiche Solidarität und Unterstützung, die wir für die Frauenkirche hier in Dresden bekommen haben, jetzt auch für Notre-Dame“, sagte er dem MDR. Beim Wiederaufbau sei jetzt die Solidarität ganz Europas gefragt. „Wenn wir einen Beitrag leisten können, ganz persönlich, ganz individuell, dann sollten wir das tun“, schrieb der Unionspolitiker am Dienstag auf Twitter.

Der Präsident des Sächsischen Landtages Matthias Rößler (CDU) wendete sich direkt an die französische Botschafterin Anne-Marie Descôtes und sprach ihr seine Anteilnahme aus. „Diese Brandkatastrophe hat das Herz der französischen Identität verwundet. Das Unglück ist nicht nur ein Verlust für die große Kulturnation Frankreich, sondern für unsere gemeinsame europäische Kultur“, so der Unionspolitiker in seinem Brief.

Claudia Maicher (Grüne), kulturpolitische Sprecherin ihrer Partei, reagierte ebenso betroffen: „Der Großbrand dieser faszinierenden Kathedrale macht mich unfassbar traurig. Ich weiß um die hohe Bedeutung von Notre Dame für die Pariserinnen und Pariser und hoffe umso mehr, dass sie als Kulturerbe erhalten werden kann. Dirk Panter (SPD), Fraktionsvorsitzender im Landtag hofft, dass der Wiederaufbau schnell in Angriff genommen werden kann. „Paris ohne dieses bedeutende Wahrzeichen ist kaum denkbar“, sagte der Sozialdemokrat.

Timmerevers: Refugium für die Menschen

Bischof Heinrich Timmerevers (Bistum Dresden-Meißen) betete am Dienstagmorgen in Sachsens Landeshauptstadt für die Trauernden in Paris und zeigte sich bis „ins Mark erschüttert“. Schon mehrfach sei er selbst in der berühmten Kathedrale zu Gast gewesen. „Dass dieses Refugium für die Menschen aus Paris, Frankreich und aller Welt nun massiv zerstört ist, berührt mich zutiefst“, sagte Timmerevers.

Heinrich Timmerevers, Bischof des Bistum Dresden-Meißen. (Archivfoto) Quelle: dpa

Der evangelische Landesbischof Carsten Rentzing sprach bestürzt von einem großen Unglück und davon, dass ihn die Bilder der brennenden Kirche in schrecklicher Weise gefangen genommen hätten. „Dieses Unglück ist auch Mahnung, in Sachsen auf den eigenen Schatz an Bauten und Kunstschätzen zu achten, sie zu würdigen und zu erhalten“, sagte Rentzing gegenüber der LVZ.

Stiftung Frauenkirche: Wunden berühren uns

In der Stiftung Frauenkirche Dresden wurde die Berichterstattung über die Schwesterkirche in Paris am Montagabend mit Schrecken verfolgt. „Der Schmerz über die brandbedingten Wunden am Wahrzeichen Frankreichs und der französischen Christenheit berührt uns in Dresden – weil wir ihn aus der Geschichte der Frauenkirche Dresden leidvoll erinnern“, sagte Sprecherin Grit Jandura.

So können Sie spenden

VEREINIGTE DOMSTIFTER (Merseburg): Spendenkonto: Sparkasse Burgenlandkreis / BIC: NOLADE21BLK / IBAN: DE98 8005 3000 0639 34 / Stichwort: Notre-Dame

Sie übermittelte im Namen der Stiftung Frauenkirche „in ökumenischer Verbundenheit unser tief empfundenes Mitgefühl. Auch wenn wir die Kathedrale Notre Dame und ihre Gemeinde jetzt in der Karwoche im Leid gefangen sehen, trägt uns die Hoffnung, dass die österliche Botschaft der Auferstehung tröstet und neues Leben sichtbar werden lässt. Dafür ist die wieder aufgebaute Frauenkirche Dresden ein ermutigendes Zeichen“, so Jandura weiter.

Der Pfarrer der Frauenkirche Sebastian Feydt hegt Hoffnung, dass „aus der Asche heraus wieder etwas Neues entstehen kann“. Beim Anblick der brennenden Notre Dame seien im auch Parallelen zur eigenen Kirchengeschichte in den Sinn gekommen: „Natürlich haben wir die Bilder der zerstörten Frauenkirche vor Augen, auch wenn der Brand damals im Bombardement untergegangen ist“, sagte Feydt am Dienstag.

Dresdner Philarmonie spielt mit Notre-Dame-Organist

Die Dresdner Philarmonie kündigte unterdessen an, die Einnahmen des Konzert mit Oliver Latry am 17. April im Dresdner Kulturpalast für den Wiederaufbau der Notre-Dame spenden zu wollen. Latry ist eigentlich Titularorganist der Kathedrale in Paris und tritt derzeit als Palastorganist der Dresdner Philarmonie auf. „Kaum ein anderes Bauwerk in Europa steht in dieser Weise für unsere abendländische Kulturtradition“, sagte Peter Conrad, Vorsitzender des Orchestervorstands am Dienstag.

Dirk Hilbert (FDP), Dresdner Oberbürgermeister, ergänzte: „Als Palastorganist hat das Dresdner Publikum Oliver Latry kennen und schätzen gelernt, ich selbst habe seine Darbietung beim Neujahrsempfang der Stadt sehr genossen. Es ist mir deshalb ein Anliegen, dass die Landeshauptstadt gemeinsam mit der Dresdner Philharmonie den Erlös des morgigen Konzerts zugunsten des Wiederaufbaus von Notre Dame spendet.“

Im Naumburger Dom läuteten am Dienstag die Glocken in Gedenken an das Feuer in Notre-Dame. Quelle: Bernd Mandel

Glocken läuten in Merseburg und Naumburg

Holger Kunde, Direktor der Vereinigten Domstifter Merseburg und Naumburg zeigte sich indes auch erleichtert, dass die Grundsubstanz der Kathedrale gerettet werden konnte. „Ich wünsche den Menschen in Paris nun viel Kraft und dass diese schrecklichen Ereignisse sie zusammenschweißen und der Aufbau schnell angegangen werden kann“, sagte Kunde.

Als Zeichen der Solidarität wurden am Dienstagmittag am Merseburger und Naumburger Dom zehn Minuten lang die Glocken geläutet. Die Domstifter riefen zudem ein Spendenkonto ins Leben. Das Gelde werde nach Paris weitergeleitet. Zudem stehe der Restaurator der Glaswerkstatt Ivo Rauch bereit, bei Bedarf vor Ort zu helfen.

Sowohl im Naumburger als auch im Merseburger Dom gebe es Sicherheitskonzepte im Falle eines Feuers, sagte der Direktor der Domstifter. Überall im Dachstuhl seien Brandlöschanlagen installiert, die mit Schaum löschen. „Außerdem gibt es zahlreiche Feuermelder, die den Alarm direkt an die Feuerwehr weiterleiten. Es gab bereits Übungen mit den Feuerwehren vor Ort und Testläufe, innerhalb von fünf Minuten wären die Einsatzkräfte vor Ort“, sagte Kunde. (mit dpa)

Von Matthias Puppe

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