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Mitteldeutschland Bierpreise steigen: Krosti und Radeberger werden teurer – Sterni bleibt verschont
Region Mitteldeutschland Bierpreise steigen: Krosti und Radeberger werden teurer – Sterni bleibt verschont
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20:08 08.01.2020
Flaschenbier im Supermarkt könnte ab März teurer werden. Quelle: Daniel Schäfer/dpa
Leipzig

Schlechte Nachrichten für Biertrinker: Ab März steigen in Sachsen auf breiter Front die Preise für den Gerstensaft. Das kündigte die Radeberger-Gruppe, zu der auch die Brauereien in Leipzig, Krostitz und Freiberg gehören, am Dienstag an. Treffen wird es vor allem die Gaststätten, wo Radeberger, Ur-Krostitzer, Freiberger oder Jever vom Fass ausgeschenkt werden. Bei Ur-Krostizter und Freiberger wird auch das Flaschenbier teurer.

Eine Sprecherin der Radeberger-Gruppe begründete den Schritt gegenüber der LVZ mit gestiegenen Kosten. „Eine überlastete Lieferkette, Tariferhöhungen, veränderte Preise für Logistik, Energie oder Verpackungsmaterialien sowie notwendige Investitionen in die Stabilisierung des Mehrwegkreislaufes führen seit Jahren unvermeidbar zu stetigen Kostensteigerungen und Belastungen, die nun nicht mehr intern kompensiert werden können.“ Daher werde man die Preise zum 2. März für mehrere Produkte anheben.

Das ist konkret geplant:

  • Ur-Krostitzer: Flaschen- und Fassbier wird teurer
  • Radeberger: Nur Fassbier wird teurer, Flaschenbier nicht
  • Freiberger: Flaschen- und Fassbier wird teurer
  • Sternburg: Keine Preiserhöhung
  • Jever: Nur Fassbier wird teurer, Flaschenbier nicht
  • Guinness: Keine Preiserhöhung
  • Kilkenny:Keine Preiserhöhung
  • Clausthaler: Keine Preiserhöhung

Um wie viel die Preise steigen, wollte der Brauereikonzern, zu dem bundesweit mehr als 40 Biermarken gehören, auch auf Nachfrage nicht verraten. Offen sei zudem, wie viel von der Erhöhung am Ende bei den Kunden ankomme. Denn erhöht werden nur die Abgabepreise der Brauerei an den Großhandel. „Die Entscheidung, wie der Gastronom mit steigenden Kosten umgeht, liegt allein in dessen Hand“, hieß es beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband. Branchenexperten rechnen aber damit, dass die Aufschläge weitgehend an die Kunden durchgereicht werden.

Bier vom Fass wird teurer

Vor allem in den Gaststätten könnte es dann teurer werden. Denn bei den Fassbieren, das an die Gastronomie geliefert wird, erhöht die Radeberger-Gruppe fast durchweg den Preis. Ausgenommen sind nur einige regionale Marken in Köln und Stuttgart. Grund dürfte nach Ansicht von Beobachtern die stärkere Konkurrenz dort sein. Radeberger selbst erklärte nur: „Die Anpassung unserer Abgabepreise erfolgt nach sorgfältiger Abwägung ganz markenindividuell: Sie beruht auf einer intensiven Bewertung aller Rahmenbedingungen für jede einzelne Marke.“

In Sachsen sind dagegen mit Ur-Krostitzer, Radeberger, Freiberger und Jever gleich mehrere der in den hiesigen Kneipen weit verbreiteten Fassbiere betroffen. Ob auch Wernesgrüner und Köstritzer, die beide zur Bitburger-Gruppe gehören, nachziehen, blieb offen. Beide Brauereien wollten sich Anfrage der LVZ nicht zu dem Thema äußern.

Osten besonders stark betroffen

Beim Flaschenbier seien dagegen nur ausgewählte Marken der Radeberger-Gruppe betroffen, hieß es – darunter allerdings die in Sachsen wichtigen Sorten Ur-Krostitzer und Freiberger. Auch ansonsten trifft es beim Flaschenbier den Osten besonders hart: Auch Berliner Pilsner und Kindl, Schöfferhofer sowie Rostocker werden teurer.

Damit kommen zwei Drittel der neun Marken, bei denen die Flaschenpreise anziehen, aus den neuen Ländern und Berlin. Radeberger selbst, inzwischen bundesweit erfolgreich, bleibt dagegen als Flaschenbier von der Erhöhung verschont. Das gleiche gilt für Jever und das alkoholfreie Clausthaler in Flaschen.

Sterni bleibt verschont

Entwarnung kommt dagegen für das Leipziger Kultbier Sternburg. „Sternburg ist von dieser Preisanpassung nicht betroffen“, betonte die Sprecherin. Neben Radeberger selbst ist „Sterni“ damit die einzige Ost-Marke der Gruppe, bei der zumindest die Flaschenpreise stabil bleiben. Als Fassware wird Sternburg anders als Radeberger und Ur-Krostitzer gar nicht angeboten.

Freuen können sich auch alle Freunde von Irish Pubs: Die irischen Biersorten Guinness und Kilkenny, die in Deutschland von Radeberger vertrieben werden, sind von der Preisrunde ebenfalls ausgenommen – sowohl in Flaschen als auch vom Fass. Die zum Oetker-Konzern gehörende Radeberger Gruppe hatte zuletzt vor rund zwei Jahren im Bereich Flaschenbier die Preise erhöht.

Von Frank Johannsen

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