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Mitteldeutschland Anonyme Gruppe bekennt sich zum Brandanschlag auf CG-Gruppe
Region Mitteldeutschland Anonyme Gruppe bekennt sich zum Brandanschlag auf CG-Gruppe
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17:34 06.11.2019
Die Überreste der zerstörten Kräne auf der Baustelle der CG Gruppe an der Prager Straße in Leipzig. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Einen Monat nach dem Brandanschlag auf eine Baustelle der Immobilienfirma CG Gruppe in Leipzig ist ein mutmaßliches Bekennerschreiben für die Tat im Internet aufgetaucht. Auf dem Portal indymedia.org wurde am Dienstagabend eine Stellungnahme eingestellt, in der sich die anonymen Verfasser zur Attacke am 3. Oktober auf drei Baukräne und einen Bagger auf dem Gelände an der Prager Straße bekennen. Eine Bestätigung für die Echtheit des Schreibens gibt es nicht.

In dem mit „Wir haben die Nacht in Brand gesteckt“ betitelten und im Vergleich zu anderen Stellungnahmen auf dem Portal sehr umfangreichen Text versuchen die Verfasser, den Angriff mit Kapitalismuskritik im Allgemeinen und Vorwürfen an die Immobilienbranche im Speziellen zu legitimieren. Zudem wehren sie sich gegen den Vorwurf, durch den Anschlag auf die Baumaschinen seien auch Menschen gefährdet worden.

„Verdrängung und Existenzangst“

„Wir sind Teil derjenigen, die um ihren Wohnraum bangen, sind Teil derjenigen, die sich von der einen prekären Arbeit zur nächsten schleppen, die Gelder vom Amt beziehen und die kaum noch in der Stadt Wohnraum finden“, so die ohne Namen oder Gruppenbezeichnung auftretenden Autoren. Sie werfen der attackierten Immobilienfirma und ihrem Chef Christoph Gröner vor, sich „nicht nur in Leipzig als großer Akteur der Verdrängung“ hervor zu tun. „Wir handeln in Solidarität mit all denen, die in ständiger Existenzangst leben müssen, die aus ihren Wohnungen geschmissen, an den Stadtrand gedrängt und deren soziale Nachbarschaftsgeflechte auseinandergerissen werden“, heißt es weiter im Schreiben.

Die nächtlichen Attacken am 3. Oktober auf die Baustelle der CG-Gruppe hatten einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe zur Folge. Die Täter waren auf dem angeblich unbewachten Gelände eingedrungen und hatten drei Baukräne sowie einen Bagger in Brand gesetzt. Bei ihrem Anschlag gingen die Unbekannten offenbar sehr vorsichtig vor, denn nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) konnten am Morgen danach kaum verwertbare Spuren sichergestellt werden. Aufgrund des gewählten Tatortes und ähnlicher Brandanschläge auf andere Baustellen in der Vergangenheit war in Ermittlungskreisen von einem einer Tat mit linksextremem Hintergrund ausgegangen worden.

CG-Chef kritisiert Stadt Leipzig

CG-Chef Gröner hatte nach dem Angriffe unter anderem die Stadt Leipzig scharf kritisiert und den Verantwortlichen im Neuen Rathaus vorgeworfen, die Täter nicht zur Verantwortung zu ziehen. Zudem kritisierte Gröner die Medien und machte nicht zuletzt auch die bundesweite Klimadebatte für die Eskalation mitverantwortlich.

Auf der Baustelle im ehemaligen Technischen Rathaus lässt die Immobilengruppeetwa 300 Eigentumswohnungen mit „hochwertiger Teilmöblierung“ sowie Flächen für Einzelhandel errichten. Im kommenden Jahr sollen die ersten Bewohner einziehen, die Kosten des Umbaus wurden von der CG Gruppe auf etwa 140 Millionen Euro beziffert.

Von Matthias Puppe

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