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Mitteldeutschland Baywa investiert in Sachsen in neue Standorte
Region Mitteldeutschland Baywa investiert in Sachsen in neue Standorte
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18:00 16.04.2019
In Mockritz bei Döbeln ist Baywa schon seit 2016 mit einem großen Technik-Stützpunkt für Landmaschinen am Start. Jetzt sollen in Neumark und Großenhain zwei weitere entstehen. Quelle: Sven Bartsch
Hainichen

Verkehrte Welt bei Agrarhändler Baywa: Während der Konzern in seinem Stammland Bayern gerade angekündigt hat, das bisher enge Netz an Lagern und Verkaufsmärkte für den landwirtschaftlichen Bedarf auszudünnen, will er in Sachsen weiter wachsen. Die aufstrebende Technik-Sparte, die mit Landmaschinen handelt und sie auch wartet, will hier sogar zwei neue große Stützpunkte errichten. Der erste soll noch in diesem Jahr in Neumark im Vogtland eröffnet werden, ein weiterer dann 2020 in Großenhain (Landkreis Meißen).

Erst vor knapp drei Wochen hatte Konzernchef Klaus Josef Lutz in München angekündigt, bei der angestammten Agrarsparte, die nach wie vor das Hauptstandbein von Baywa ist, den Rotstift anzusetzen. „Wir haben zu hohe Logistikkosten“, sagte er. Deshalb will er das Netz von 220 Lagern und Verkaufsmärkten auslichten – und die vielen kleinen Standorte durch große Zentrallager ersetzen.

2019 keine Standortschließungen in Sachsen

In Sachsen und auch den angrenzenden Ländern Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sei das aber kein Thema, versicherte Matthias Eckstein, Geschäftsführer der Agrar-Sparte, am Dienstag bei der Vorlage der Regionalbilanz in Hainichen (Mittelsachsen). „Im Osten werden wir uns 2019 von keinem Standort trennen.“ Schließlich sei man hier noch in der Aufbauphase. „Wir sind gerade dabei, die Betriebe zu modernisieren. Da werden wir uns dort nicht zurückziehen.“ An Schließungen sei da nicht zu denken.

Im kommenden Jahr könnte das aber auch im Osten ein Thema werden, räumte Eckstein ein. „Wenn die Investitionen abgeschlossen sind, werden wir uns ansehen, wie der Bedarf aussieht.“ Dann könnten kleinere Alt-Standorte zugunsten der frisch modernisierten aufgegeben werden. Aber nur, wenn sie nicht zu weit weg seien, versprach Eckstein „Wir werden uns aber nicht aus der Fläche zurückziehen.“ Bisher hat Baywa im Osten 33 Agrar-Standorte, davon 18 in Sachsen und vier in Thüringen. Bauern können hier Saatgut und Dünger kaufen – und zugleich ihre Ernte abliefern.

4 Millionen für neue Technik-Stützpunkte

In der Technik-Sparte, die sich vor allem mit Landmaschinen beschäftigt, wird sogar kräftig in neue Standorte in Sachsen investiert. Nach dem Vorbild des 2016 in Mockritz bei Döbeln (Mittelsachsen) eröffneten Technik-Stützpunkt sollen jetzt zwei weitere entstehen: der erste in Neumark im Vogtland, der zweite dann in Großenhain. Das kündigte Reinhold Bichle, Baywa-Spartengeschäftsführer Technik an. Mehr als vier Millionen Euro lässt sich Baywa das kosten. Das Gros davon soll noch in diesem Jahr verbaut werden.

„In Neumark sind wir mit dem Bau schon fast durch“, sagte Bichle. Schon im Mai soll der neue Standort eröffnen – und den kleineren Stützpunkt am selben Ort ersetzt. Danach wolle man nahtlos in Großenhain loslegen. „Wenn wir die Baugenehmigung haben, kann es im zweiten Halbjahr losgehen.“ Schon im kommenden Jahr solle der Standort dann eröffnen – und gleichzeitig der alte Technik-Stützpunkt im zehn Kilometer entfernten Cunnersdorf schließen. An der Gesamtzahl der Technik-Standorte ändert sich dadurch nichts. Es bleibt bei acht Stützpunkten in Sachsen und zwei in Brandenburg.

Investitionen steigen auf über 10 Millionen Euro

Die beiden Neubauten treiben die Investition des Unternehmens in Sachsen in diesem Jahr kräftig in die Höhe: Statt 6,6 Millionen Euro im vergangene Jahr, sollen es in diesem Jahr mehr als zehn Millionen Euro werden. Zwei Millionen Euro fließen allein nach Neumark. In Großenhain soll es sogar noch etwas mehr werden. „Das werden dort gut zwei Millionen Euro“, sagte Bichle. Denn der Standort soll sogar noch „einen Ticken größer“ werden als die in Mockritz und Neumark.

Schon mit dem 2016 eröffneten Technik-Stützpunkt in Mockritz war Baywa ein Volltreffer gelungen. Selbst aus Tschechien strömen seither die Landwirte dorthin, um sich mit gebrauchten Landmaschinen einzudecken. Zusätzlich gibt es in Mockritz neue Maschinen, die dort auch gewartet werden. Das will Baywa nun in Neumark und Großenhain wiederholen. Wie in Mockritz soll es an den anderen beiden Standorten jeweils Werkstatt, Ausstellungsfläche und eine große Halle geben.

Jeweils rund 20 Mitarbeiter werden künftig in Neumark und Großenhain tätig sein. Die meisten davon sind aber schon an Bord: In Neumark wurde die Belegschaft bereits aufgestockt, und in Großenhain sollen zunächst die bisher 15 Mitarbeiter aus Cunnerdorf zum Zuge kommen. „Da kommen dann aber noch welche dazu.“

Mitarbeiterzahl und Umsatz wachsen

Schon im vergangenen Jahr hatte Baywa seine Mitarbeiterzahl in den Ost-Ländern erhöht: von 728 auf 740. Das Gros des Umsatzes in der Region entfällt dabei weiter auf die Agrarsparte: Von den 555 Millionen Euro, die Baywa 2018 in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg umsetze, entfielen 320 Millionen auf den Agrarhandel. Das waren sogar 19 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor.

Zwar habe die schwache Ernte wegen der Dürre im vergangene Sommer das Geschäft belastet, sagte Spartenchef Eckstein. Der Absatzschwund sei aber durch Preiserhöhungen weitgehend abgefangen worden. Zudem habe man die noch von 2016 vollen Lager leeren können – und dadurch zusätzlich Umsatz gemacht.

Noch stärker als das Stammgeschäft legten die anderen drei Sparten Technik, Energie und Baustoffe zu. Zusammen steuerten sie 2018 schon 42 Prozent des gesamten Umsatzes in der Region bei. 2016 waren es nur 37 Prozent gewesen.

Von Frank Johannsen

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