Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Bautzener OB will gegen Alltagsrassismus kämpfen
Region Mitteldeutschland Bautzener OB will gegen Alltagsrassismus kämpfen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:18 17.11.2016
Alexander Ahrens
Alexander Ahrens Quelle: dpa
Anzeige
Bautzen

Der Oberbürgermeister von Bautzen, Alexander Ahrens (parteilos), will sich stärker gegen tolerierten Alltagsrassismus einsetzen. „Wir müssen den Schlüssel finden, damit sich die schweigende Mehrheit gegen Menschenjagd und ähnliche Szenen positioniert“, sagte Ahrens, der die Auseinandersetzungen zwischen Rechtsextremen und Flüchtlingen befrieden will. Um die Situation in Bautzen langfristig zu beruhigen, sollen Streetworker an Treffpunkten für Jugendliche eingesetzt werden. Zudem soll ein neuer Kinder- und Jugendtreff entstehen.

Bautzen war in den vergangenen Monaten immer wieder wegen Fremdenfeindlichkeit in die Schlagzeilen geraten. Im Februar hatten unbekannte Täter Feuer in einem noch leer stehenden Flüchtlingsheim gelegt. Im September hatten Rechtsextreme Flüchtlinge durch die Stadt gejagt. Nach Angaben des sächsischen Innenministeriums gab es seit April 80 Anzeigen rund um die sogenannte Bautzener Platte, wovon elf gegen Asylbewerber gerichtet waren. „Wir wissen, dass sich die rechte Szene aus Sachsen und Brandenburg die Stadt inzwischen als Bühne gesucht hat“, sagt Ahrens. Er wisse auch, dass die Mehrzahl der Taten von ausländerfeindlichen Deutschen ausging. Er sagt: Die rechten Patrouillen, die es nachts in der Stadt gibt, müssen aufhören.

Ahrens steht aber auch in der Kritik. Einige Stadträte werfen ihm Alleingänge vor, besonders das Treffen mit rechten Gruppen brachte ihm Gegenwind. Sachsenweit gibt es zudem eine Initiative gegen diese Gespräche. „Wir müssen wenigstens versuchen, Gegensätze statt mit Gewalt durch Gespräche zu beenden“, hält der OB entgegen.

Von DNN