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Mitteldeutschland Baustellen-Smileys: Weniger Unfälle, doch Sachsen nutzt sie nicht mehr
Region Mitteldeutschland Baustellen-Smileys: Weniger Unfälle, doch Sachsen nutzt sie nicht mehr
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22:01 07.07.2019
Baustellen-Smiley an der A9 bei Dessau. Quelle: Verkehrsministerium Sachsen-Anhalt
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Leipzig

Bunt, mal ernst, mal fröhlich: Regelmäßige Autobahn-Nutzer kennen die Straßenschilder mit den lustigen Smileys aus mehreren Bundesländern, in den letzten Jahren vor allem von sachsen-anhaltischen Baustellen-Abschnitten. Ihre primäre Aufgabe: über die noch zu erwartende Länge der Einschränkung zu informieren. Das Nachbarbundesland hat nun erstmals erhoben, welche Auswirkungen die Beschilderung mit roten, gelben und grünen Smileys auf die Unfallzahlen im Baustellenbereich auf der Dauerbaustelle A 9 haben. Mit einem erstaunlichen Ergebnis: Die Unfallhäufigkeit auf der A 9 ging deutlich zurück.

Vorjahr noch nicht ausgewertet

„Im Gegensatz zum Jahr 2016, in welchem noch 505 Unfälle im Bauzeitraum von Mai bis Dezember gezählt wurden, lag die Gesamtunfallzahl im selben Zeitraum des Jahres 2017 bei nunmehr noch 353 Unfällen“, erklärt Pressereferent Andreas Tempelhof vom sachsen-anhaltischen Verkehrsministerium auf LVZ-Anfrage. Dies seien über 30 Prozent. Das Vorjahr sei noch nicht ausgewertet.

„Im Vorfeld beispielsweise der komplexen, abschnittsweisen Sanierung der A 9 im Raum Dessau war unseren Autobahnbauern klar, dass sich diese Großbaustellen zu Unfallschwerpunkten entwickeln könnten“, blickt Tempelhof auf die Ursprünge zurück. Immerhin sei die Vollsperrung einer ganzen Richtungsfahrbahn auf bis zu zwölf Kilometern samt Leitung des gesamten Verkehrs auf die Gegenrichtungsfahrbahn kein Pappenstiel. Die Sorgen begründeten sich auch auf Auswertungen vor und in Baustellenbereichen.

Komplett neues Verkehrsmanagementsystem

„In Abstimmung mit dem Bundesverkehrsministerium und der Bundesanstalt für Straßenwesen entwickelten unsere Fachleute darum ein neues Verkehrsmanagementsystem für Großbaustellen auf Autobahnen“, so der Ministeriumssprecher. Dieses umfasse neben den Smileys unter anderem folgende Punkte: die Verbesserung der Lokalisierungsmöglichkeit von Unfällen durch zusätzlichen Kilometerangaben im Abstand von 200 Metern, die Schaffung von zusätzlichen Zufahrtsmöglichkeiten für Rettungs- und Einsatzkräfte, die Errichtung von Nothaltebuchten am Fahrbahnrand, die Intensivierung von Geschwindigkeitskontrollen sowie die Errichtung eines mobilen und autonomen Verkehrserfassungs- und Stauwarnsystems. „Dass sich dieses neue Baustellenverkehrsmanagement mehr als bewährt hat, zeigen die genannten Unfallzahlen“, so Tempelhof.

Erst drei Einsätze in Sachsen

In Sachsen kamen die Smileys zuletzt 2015 zum Einsatz, wie Isabel Siebert, Sprecherin des zuständigen Landesamts für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) auf Anfrage erklärte. Bislang seien sie erst dreimal – zweimal auf der A 13 sowie einmal auf der A 4 – benutzt worden. „Eine Senkung der Unfallzahlen konnte an ihren Einsatzorten objektiv nicht nachgewiesen werden, subjektiv berichteten Baufirmen und Lasuv-Mitarbeiter von durchweg positivem Feedback der Autofahrer“, so Siebert. Die Aufstellung der Smiley-Schilder sei nicht immer möglich, oft fehle der Platz in der Baustelleneinrichtung zur sinnvollen und verkehrssicheren Platzierung dieser Zusatzbeschilderung. Die Nutzung der Schilder würden im Ermessen der bauenden Abteilungen respektive der Baufirmen liegen. Ob und wann sie wieder eingesetzt werden, ist derzeit offen.

„In Thüringen erfolgt der Hinweis auf eine Baustellenlänge nur mit StVO-Beschilderung“, erklärte Antje Hellmann, Sprecherin des Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft. Auf Zusatzzeichen werde im regelmäßigen Abstand – zwischen 1000 und 1500 Metern – die baustellenbedingte Fahrtlänge angegeben. „Zusätzliche Informationstafeln, welche keine Verkehrszeichen der StVO sind, werden von den Straßenbaubehörden als nicht erforderlich für einen sicheren Verkehrsablauf gesehen“, sagt Hellmann.

Thüringen setzt auf Einzelfall-Planung

„In Thüringen haben wir kein generelles Baustellenkonzept wie in Sachsen-Anhalt“, so die Sprecherin weiter. Im Freistaat werde jede Maßnahme als Einzelfall betrachtet und die Baustellen je nach Autobahn – vier- oder sechsstreifig, Trassierung und Verkehrsbelegung – geplant. „Zur Stauvorwarnung kommt je nach Situation eine statische Beschilderung oder aber eine verkehrsabhängige mit LED-Technik zum Einsatz“, erläutert Hellmann. Zur schnellen Erreichbarkeit bei Unfällen oder Havarien würden in der Mitteltrennung im Abstand von etwa drei Kilometern Rettungsöffnungen vorgesehen. „Diese Vorgehensweise hat sich für unsere Belange bisher gut bewährt und wird von allen Beteiligten als praxistauglich mit getragen“, so das Fazit.

Von Martin Pelzl

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