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Mitteldeutschland Barmer will Leitstellen zusammenlegen
Region Mitteldeutschland Barmer will Leitstellen zusammenlegen
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21:00 16.04.2019
Die Barmer will die Leitstellen von Rettungsdienst und Bereitschaftsdienst zusammenführen. Quelle: Foto: Arne Dedert/dpa
Leipzig

Die Barmer Krankenkasse fordert eine Zusammenlegung der Leitstellen von Integriertem Rettungsdienst und Kassenärztlichem Bereitschaftsdienst im Freistaat. „Wir wollen, dass die Struktur der Leitstellen in Sachsen weiter gestärkt wird“, sagte Landesgeschäftsführer Fabian Magerl gegenüber der LVZ.

„Insgesamt gibt es in Sachsen noch fünf Leitstellen des Rettungsdienstes. Eine würde genügen“, so Magerl weiter. „Auch eine Steuerung über die Ländergrenzen hinweg nach Thüringen und Sachsen-Anhalt ist denkbar und wäre gerade in ländlichen Regionen sinnvoll.“ Magerl begründete seinen aktuellen Vorstoß damit, dass es darum gehe, zwei kommunikative Systeme – die Leitstellen des Rettungsdienstes sowie die des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes – zusammenzuführen. „Parallelstrukturen bringen uns dabei nicht weiter“, sagte er.

Für Patienten sei es schwer, zu differenzieren. Viele Menschen hätten sich die 112 für medizinische Notfälle eingeprägt. Sie führt direkt zum Rettungsdienst. Diese Nummer wählten sie leider oft auch dann, wenn es sich nicht um lebensbedrohliche Situationen, sondern um Bagatellfälle handelt, so Magerl. Die 116 117 des Bereitschaftsdienstes sei für Betroffene noch immer nicht so schnell abrufbar. „Man kann den Patienten aber gar keinen Vorwurf machen. Das ist aus Kindertagen in den Köpfen so drin“, sagte der Landesgeschäftsführer.

Der Vorwurf, jeder zweite Rettungseinsatz wäre eigentlich unnötig gewesen, sei schwierig: „Wenn ein Kind die Treppe runterfällt und am Kopf blutet, ist doch völlig klar, dass die Eltern dann erst mal panisch reagieren. Dass der Rettungsdienst die falsche Instanz war, weiß man meist erst hinterher. Dann ist man klüger.“

Magerl räumte ein, dass die laufende Neustrukturierung des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes in Sachsen bereits deutliche Fortschritte gemacht hat. „Aber dieses System in einer Leitstelle mit dem Rettungsdienst zusammenzuschließen wäre sinnvoll.“ Da der Rettungsdienst dem Innenministerium untersteht und der Bereitschaftsdienst rechtlich dem Sozialministerium, schlägt er vor, beide Zuständigkeiten zu vereinen.

Das Sozialministerium in Dresden begrüßte gestern den Vorschlag: „Aus Sicht der Staatsregierung wäre eine landeseinheitliche Vermittlung aller Notrufnummern aus einer Hand wünschenswert und für den Bürger hätte dies einen Vorteil.“ Allerdings sei die Organisation einer Kooperation der Vermittlungsstellen durch die Akteure selbst zu entscheiden. Die Gesetzgeber von Bund und Land hätten dazu jedoch die Möglichkeiten geschaffen. Gleichzeitig räumte das Haus von Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) ein, dass die Erfüllung des Wunsches nach Vereinheitlichung und Zusammenlegung „derzeit nicht in Sicht“ sei. Als eine Ursache dafür wurde die Unterschiedlichkeit der Rettungsleitstellen genannt. Zum anderen habe der Bundesgesetzgeber mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz den Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) aufgegeben, neben der Vermittlung des Bereitschaftsdienstes auch den ärztlichen Terminvermittlungsservice rund um die Uhr zu übernehmen. Die KV Sachsen werde eine Bereitschaftsdienst-Vermittlungszentrale (BDVZ) in Leipzig errichten, die dann die Steuerung der Bereitschaftsdienstfahrzeuge übernimmt und künftig mit einem beratenden Arzt besetzt werden soll.

Die KV Sachsen erklärte gestern, der Bekanntheitsgrad der Rufnummer 116 117 steige ständig und werde durch Werbekampagnen unterstützt. Vize-Vorstandsvorsitzende Sylvia Krug sagte, durch die Mitarbeiter in der Bereitschaftsdienstvermittlungszentrale werde eine Einordnung vorgenommen und beurteilt, ob der Patient in eine Bereitschaftsdienstpraxis an den kassenärztlichen Hausbesuchsdienst oder – in medizinischen Notfällen – direkt an die Rettungsleitstelle vermittelt wird. Unterstützt werden soll dies demnächst durch ein deutschlandweit einheitliches, medizinisches Ersteinschätzungsverfahren.

Von Roland Herold

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