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Mitteldeutschland Starke Einschränkungen in Sachsen: Bahnstreik trifft Osten besonders
Region Mitteldeutschland

Bahnstreiks: Auch in Sachsen starke Einschränkungen

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11:04 02.09.2021
Blick auf Gleise in Richtung des Leipziger Hauptbahnhofes. Auf Grund eines Streiks der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) fallen Züge aus.
Blick auf Gleise in Richtung des Leipziger Hauptbahnhofes. Auf Grund eines Streiks der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) fallen Züge aus. Quelle: Sebastian Willnow
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Leipzig/Dresden

Der dritte bundesweite Streik der Lokomotivführergewerkschaft GDL bei der Deutschen Bahn innerhalb weniger Wochen hat den Osten besonders hart getroffen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fielen am Donnerstag zahlreiche Züge aus, manche fuhren mit erheblicher Verspätung. Im Fernverkehr waren laut Bahn nur rund 25 Prozent der Züge unterwegs. Im Regionalverkehr waren es in den drei Ländern lediglich gut 15 Prozent. Auch die S-Bahnen waren betroffen. Hier gab es aber zumindest einige Verbindungen mit längerer Taktung und verkürzten Fahrstrecken.

„Der Ersatzfahrplan läuft stabil“, sagte am Morgen eine Sprecherin der Deutschen Bahn, die für die drei Bundesländer zuständig ist. Sie rief Bahnreisende auf, sich auf der Internetseite bahn.de über ihre Verbindungen zu informieren und mehr Zeit für ihre Reise einzuplanen.

GDL im Osten „schlagkräftiger“

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden die Auswirkungen des Streiks vor allem im Regionalverkehr wieder besonders zu spüren sein, betonte die Bahnsprecherin, weil die GDL im Osten traditionell schlagkräftiger ist. Die GDL bestreikt den Personenverkehr bundesweit seit Donnerstagfrüh für fünf Tage.

Auch am Wochenende, an dem viele Rückkehrer aus dem Urlaub erwartet werden, gelte der Ersatzfahrplan, es würden aber keine weiteren Züge eingesetzt, betonte die Bahnsprecherin. «Die Planung ist ohnehin schon eine große Herausforderung. Es haben sich aber viele Lokführer, die nicht streiken, bereiterklärt Schichten zu übernehmen, obwohl sie eigentlich freihätten.» In Sachsen und Thüringen enden am Wochenende die Sommerferien.

Trotz neuen Bahn-Angebots: GDL will weiter streiken

Schon seit Mittwochnachmittag bestreikt die Gewerkschaft den Güterverkehr. Trotz eines neuen Angebots der Bahn hat die GDL in der Nacht den Arbeitskampf wie geplant auch im Personenverkehr wieder aufgenommen. Es ist das dritte Mal binnen weniger Wochen, dass Hunderttausende Pendler und Bahnreisende von den Arbeitsniederlegungen getroffen werden.

Der Streik soll nach dem Willen der GDL bis Dienstagnacht dauern. Die Gewerkschaft kündigte mehrere Streik-Kundgebungen für Donnerstag, Freitag und Montag an. GDL-Chef Claus Weselsky plant demnach Auftritte in Leipzig, Nürnberg, Magdeburg und Berlin.

Die Lokführergewerkschaft kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder. Mit dem auf mehr als fünf Tage angesetzten Streik in der laufenden Tarifrunde bei der Bahn will die GDL ihren Forderungen nach insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro mehr Nachdruck verleihen.

Die Deutsche Bahn hatte ursprünglich eine deutlich längere Laufzeit von rund 40 Monaten angestrebt. Mit dem neuen Angebot hat sie nun 36 Monate in Aussicht gestellt sowie eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro.

Von RND/dpa

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