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Mitteldeutschland Arbeitslosigkeit in Sachsen sinkt trotz neuer Corona-Beschränkungen
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Arbeitslosigkeit in Sachsen sinkt trotz neuer Corona-Beschränkungen

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11:11 01.12.2020
In Sachsen waren im November rund 126.600 Menschen in Sachsen arbeitslos gemeldet. Quelle: Patrick Seeger/dpa
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Chemnitz

Trotz neuer Corona-Beschränkungen ist die Arbeitslosigkeit in Sachsen im November gesunken. Jedoch gingen bei den Arbeitsagenturen Tausende neue Anzeigen auf Kurzarbeit etwa aus dem Gastgewerbe sowie der Sport-, Unterhaltungs- und Erholungsbranche ein. „Es ist erfreulich, dass der für einen November übliche Rückgang der Arbeitslosigkeit auch in diesem krisengebeutelten Jahr eingetroffen ist und spricht für einen relativ robusten Arbeitsmarkt“, erklärte der Chef der Regionaldirektion, Klaus-Peter Hansen, am Dienstag in Chemnitz. Allerdings wären die Zahlen den Angaben nach ohne das Instrument der Kurzarbeit höher ausgefallen.

Insgesamt waren im November rund 126.600 Menschen in Sachsen arbeitslos gemeldet. Das ist ein Rückgang von 1,6 Prozent im Vergleich zu Oktober. Die Arbeitslosenquote wurde mit 6,0 Prozent ausgewiesen. Damit liegen die Zahlen aber deutlich höher als vor einem Jahr. Im November 2019 war die Arbeitslosigkeit im Freistaat auf ein Rekordtief von 5,0 Prozent gesunken; damals waren fast 19.300 Menschen weniger arbeitslos als heute.

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Mehr Kurzarbeit

Nach Hansens Angaben stellen die Unternehmen trotz der Corona-Krise ein. Davon profitierten vor allem junge Fachkräfte. Auch gebe es viele Weiterbildungen, um die Menschen „auf die Arbeit von morgen“ vorzubereiten. Entwarnung wollte er dennoch nicht geben: Das Infektionsgeschehen und die erneuten Schließungen werden sich direkt auf den Arbeitsmarkt auswirken.

Die Folgen zeigen sich schon jetzt in den Zahlen zur Kurzarbeit. In den vergangenen Wochen hätten mehr als 4200 Betriebe in Sachsen neu Kurzarbeit angezeigt, hieß es. Das ist ein Vielfaches der Zahlen in den Vormonaten September (480) und Oktober (857). Betroffen waren zuletzt fast 36.000 Beschäftigte. Fast jede dritte Anzeige kommt dabei aus der Gastronomie (1343).

Auch bundesweit sinken die Arbeitslosenzahlen

Laut Regionaldirektion war die tatsächliche Kurzarbeit seit dem Frühjahr zurückgegangen. Im August - aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor - haben in Sachsen Hochrechnungen zufolge mehr als 13.100 Betriebe Kurzarbeitergeld für fast 107.300 Beschäftigte beantragt. Im April waren es noch rund 34.000 Betriebe mit 288.000 Beschäftigten.

Mit den jüngsten Entwicklungen am Arbeitsmarkt liegt Sachsen im Bundestrend. Auch für Deutschland meldete die Bundesagentur einen Rückgang der Arbeitslosenzahl um rund 61.000 auf 2,699 Millionen Menschen. Das waren allerdings 519.000 mehr als im November 2019. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Oktober um 0,1 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent.

Von RND/dpa