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Mitteldeutschland Am Dienstag Urteil im Berufungsverfahren gegen „Lifeline“-Kapitän erwartet
Region Mitteldeutschland Am Dienstag Urteil im Berufungsverfahren gegen „Lifeline“-Kapitän erwartet
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13:10 06.01.2020
Claus-Peter Reisch, Kapitän des zivilen Seenotrettungsschiffs „Lifeline“, war auf Malta zu einer Geldstrafe verurteilt worden.
Claus-Peter Reisch, Kapitän des zivilen Seenotrettungsschiffs „Lifeline“, war auf Malta zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Quelle: Martin Schutt/ZB/dpa
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Dresden/Valletta

Rund anderthalb Jahre nach einer Rettungsaktion im Mittelmeer soll am Dienstag ein Urteil gegen den in Malta angeklagten „Lifeline“-Kapitän Claus-Peter Reisch fallen. Ihm wird eine falsche Registrierung des Seenotrettungsschiffes vorgeworfen. In erster Instanz war Reisch deswegen im Mai 2019 zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt worden, er ging aber in Berufung. Die Entscheidung dazu wurde für den 7. Januar angekündigt.

Reisch hatte im Juni 2018 mit seiner Crew 234 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet und musste tagelang auf die Erlaubnis für einen Hafen warten. Beim Anlegen in Valletta wurde der Kapitän zunächst kurzzeitig festgenommen, er wurde angeklagt und vor Gericht gestellt. Die „Lifeline“ wurde beschlagnahmt und liegt immer noch fest.

Ein Freispruch könnte bedeuten, dass der Verein Mission Lifeline mit Sitz in Dresden sein Rettungsschiff zurückbekommt. Kurz vor dem erwarteten Urteil äußerte sich Mission Lifeline jedoch pessimistisch: Angesichts einer „desolaten rechtsstaatlichen Situation“ in Malta sei ein Schuldspruch zu befürchten, obwohl es eindeutige Beweise für die Unschuld Reischs gebe, erklärte Sprecher Axel Steier.

Mission Lifeline hat inzwischen ein weiteres Schiff angeschafft. Die „Rise Above“ werde bereits umgebaut, erklärte Steier. Neben der „Lifeline“ ist auch das zweite Schiff des Vereins, die „Eleonore“, beschlagnahmt. Sie liegt seit Sommer in Italien fest. Die Crew der „Eleonore“ hatte zuvor rund 100 Menschen aus dem Meer gerettet und nach einem Unwetter und tagelangem Tauziehen ohne Erlaubnis schließlich im Hafen von Pozzallo in Sizilien angelegt.

epd