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Mitteldeutschland AfD Sachsen zieht mit Jörg Urban in die Landtagswahl
Region Mitteldeutschland AfD Sachsen zieht mit Jörg Urban in die Landtagswahl
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17:26 09.02.2019
AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen: Jörg Urban Quelle: dpa
Markneukirchen

Jörg Urban wird die sächsische AfD in die Landtagswahl führen: Ein Parteitag wählte den 54-jährigen Landespartei- und Fraktionschef am Freitagabend in Markneukirchen (Vogtland) auf den ersten Listenplatz. Für Urban, der einziger Kandidat gewesen war, votierten 309 der 374 anwesenden Parteimitglieder, zwölf enthielten sich. Das entspricht 85,4 Prozent.

In der heißen Wahlkampfphase soll es eine Arbeitsteilung mit dem zuvor ebenfalls als Spitzenkandidat gehandelten Tino Chrupalla (43) geben, der aktuell AfD-Fraktionsvize im Bundestag ist. Auch von einem Schattenkabinett ist die Rede, dem Chrupalla vorstehen könnte. Die Entscheidung soll im Sommer getroffen werden. Chrupalla kündigte in Markneukirchen mit Blick auf Urban an: „Wir werden den Wahlkampf gemeinsam führen, Seite an Seite.“ Damit wird es eine verkappte Doppelspitze geben.

Neulinge setzen sich bei der Basis durch

Hinter Urban finden sich auf den ersten Rängen etliche neue Gesichter - während etablierte Landtagsabgeordnete bei der Basis durchfielen. Auf Platz 2 kam Generalsekretär Jan Zwerg (90,9 Prozent) aus der Sächsischen Schweiz. „Die Landtagswahl wird die Volksabstimmung darüber, ob Sachsen deutsch bleibt“, erklärte Zwerg, der sich dafür einsetzen will, „dass kein einziger Euro für ungebetene Gäste“ ausgegeben werde.

Prominente Landtagsabgeordnete scheitern

Auch auf Platz 3 setzte der Parteitag einen weiteren Neuling: Joachim Keiler aus Dresden, ein Wegbegleiter von Rechtsaußen und „Flügel“-Obmann Jens Maier, forderte den Abgeordneten Carsten Hütter heraus - und setzte sich mit 305 zu 173 Stimmen durch. Danach gewannen André Wendt und Sebastian Wippel, die bereits ein Landtagsmandat haben, gegen ihre Konkurrenten. Dagegen verlor Karin Wilke, die ebenfalls schon der Fraktion angehört, die Kandidatur für Platz 6 eindeutig gegen den vergleichsweise Unbekannten Torsten Gahler aus dem Erzgebirge. Hütter, immerhin Vorsitzender des AfD-Bundeskonvents, fiel noch in zwei weiteren Wahlgängen durch. Für die Besetzung des Listenplatzes 7 brauchte der Parteitag fast drei Stunden und drei Abstimmungen, am Ende machte der Landtagsabgeordnete Mario Beger vom Kreisverband Meißen  das Rennen.

Urban sieht im Islam eine Bedrohung

Urban hatte zuvor die Partei in seiner Rede zur Geschlossenheit gemahnt, zumal die AfD „reale Chancen“ habe, in Sachsen Regierungsverantwortung zu übernehmen. „Wir wollen regieren“, machte er klar. Unter großem Applaus warnte Urban vor dem Islam und nannte ihn „eine Bedrohung für unsere Rechtsordnung und unsere Kultur“. Stehende Ovationen erntete die Nummer 1 mit der Ankündigung: „Wir werden Sachsen zum unattraktivsten Platz für Asylbetrüger machen.“

Gastredner Kalbitz: Identität unverhandelbar

Als Gastredner trat Brandenburgs AfD-Landesvorsitzender Andreas Kalbitz (46)  auf, der auch ein führender Vertreter des nationalistischen Flügels um Thüringens AfD-Chef Björn Höcke ist. „Heimat ist nicht verhandelbar, Identität ist nicht verhandelbar“, rief Kalbitz unter Jubel und Johlen in den Saal, „wir haben die Türken nicht vor Wien geschlagen, um ihnen jetzt Berlin zu überlassen.“ Damit spielte Kalbitz auf die Belagerung von Wien im Jahr 1683 an.

Parteitag bestimmt Listenplätze für neuen Landtag

Die AfD will bei der Landtagswahl am 1. September 2019 die stärkste Partei in Sachsen werden und die Regierung übernehmen. Im Jahr 2014 hatte die AfD bei der Landtagswahl unter Frauke Petry 14 Sitze gewonnen. Nach dem Rückzug der ehemaligen Vorsitzenden und einiger ihrer Vertrauten sind davon noch neun übrig. Die in Markneukirchen zu beschließende Liste soll 61 Plätze haben – und damit mehr als bei der regierenden CDU – umfassen, wobei laut Umfragen momentan 30 bis 40 Sitze als realistisch betrachtet werden. Davon könnten nach heutigem Stand rund 25 Direktmandate in den Wahlkreisen geholt werden.

Fortsetzung des Parteitages im März wahrscheinlich

Der AfD-Parteitag geht noch bis Sonntagabend. Allerdings wird nicht damit gerechnet, dass die Liste komplett beschlossen werden kann - zu viele Bewerber drängen auf aussichtsreiche Plätze, um in den Landtag zu kommen.  Insgesamt 88 Kandidaten hatten sich angemeldet. Mitte März soll ein weiterer Parteitag stattfinden. Dann soll auch über das Wahlprogramm diskutiert werden.

Von Andreas Debski

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