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Mitteldeutschland Ärger um Bratwurst-Museum wegen Umzug auf früheres KZ-Gelände
Region Mitteldeutschland Ärger um Bratwurst-Museum wegen Umzug auf früheres KZ-Gelände
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18:04 31.01.2019
Das Thüringer Bratwurstmuseum soll auf ein ehemaliges KZ-Gelände umziehen. Quelle: dpa
Leipzig

Das 1. Deutsche Bratwurstmuseum zieht um und sorgt mit den Plänen für Ärger. Die der Thüringer Leibspeise gewidmete Privateinrichtung solle von Holzhausen bei Arnstadt (Ilm-Kreis) nach Mühlhausen verlegt werden, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Trägervereins Thomas Mäurer am Mittwoch.

Auf dem Gelände des neuen Standorts am Stadtwald befand sich allerdings von September 1944 bis März 1945 das sogenannte B-Lager des KZ Buchenwald (Deckname: Martha II). „Mehrere hundert Frauen mussten dort arbeiten. Drei starben vor Ort, viele mehr an den Folgen“, sagte Rikola-Gunnar Lüttgenau von der Gedenkstätte Buchenwald der Bild-Zeitung.

Zwangsarbeit für Ruhlaer Uhrenwerk

Die jüdischen Häftlinge aus Ungarn und Polen waren in den Baracken interniert und leisteten in versteckten Fabrikhallen in einem Wald Zwangsarbeit in einem Zweigwerk einer Ruhlaer Uhrenfabrik. Das Außenkommando wurde nach seiner Auflösung ins KZ Bergen-Belsen verlegt. Dort starben die meisten Frauen. Eine Nutzung des Areals für ein Bratwurstmuseum sei nur zu verantworten, wenn die Vergangenheit sichtbar gemacht werde, so Lüttgenau.

Entscheidung am Donnerstag

Die Stadt Mühlhausen, die am Donnerstag den Umzug im Stadtrat beschließen will, lässt die Einwände nicht gelten. Marketing-Chef Christian Fröhlich erklärte in der Bildzeitung: „Unser Stadtarchiv hat alles genau überprüft. Hier war kein Außenlager von Buchenwald. Die Insassen haben höchstens dort übernachtet, aber nicht gearbeitet.“

Der Umzug sei vor allem nötig, da der aktuelle Standort zu klein für die jährlich rund 50.000 Besucher geworden sei. Der Verein hofft, den Wechsel im kommenden Jahr zu schaffen.

Ministerium und Institut geplant

In Mühlhausen soll das Museum vergrößert werden. Vorgesehen seien zwei neue Abteilungen, so Mäurer: ein „Thüringer Bratwurstministerium“ und ein „Institut für Bratwurstologie“. Zudem seien ein behindertengerechter Zugang und eine Kindererlebniswelt geplant. Das Museum dort soll ganzjährig öffnen, bislang kann es nur von April bis Ende Oktober besucht werden. Im laufenden Jahr bleibe bei dem 2006 gegründeten und mehrfach erweiterten Museum aber noch alles beim Alten, so Mäurer.

„Dem Ilm-Kreis geht damit eine wichtige, nicht zu überschätzende touristische Attraktion verloren“, teilte der Beigeordnete des Ilm-Kreises, Kay Tischer (SPD), mit. Er verwies auf die bisherige Unterstützung des Kreises für das Museum und darauf, dass das Rezept für die Thüringer Rostbratwurst erstmals urkundlich 1404 im Arnstädter Walpurgis-Kloster erwähnt worden sei.

Kritik an den Plänen äußerte auch Reinhard Schramm: „Ein Standpunkt auf der Fläche einer ehemaligen Baracke jüdischer Zwangsarbeiterinnen ist nicht akzeptabel“, so der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde. Zwar wolle man keinesfalls verhindern, dass ein neues Bratwurstmuseum gebaut werde. Allerdings wäre wünschenswert, dass ein anderer Standort innerhalb Mühlhausens gefunden wird. Darüber befinde sich Schramm unter anderem mit dem Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD) im Gespräch.

Von LVZ

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