Abstandspflicht am Affengehege
Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Abstandspflicht am Affengehege
Region Mitteldeutschland Abstandspflicht am Affengehege
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:31 23.04.2020
Mit Abstand in den Zoo: Wie hier vor der Elefantenanlage ist dies im halleschen Bergzoo seit gestern unter strengen Auflagen wieder möglich.
Mit Abstand in den Zoo: Wie hier vor der Elefantenanlage ist dies im halleschen Bergzoo seit gestern unter strengen Auflagen wieder möglich. Quelle: Jan Woitas/dpa
Anzeige
Halle

„Wir alle sind sehr froh, dass die Leute wieder zu uns kommen können. Seit 14. März durfte kein Besucher mehr auf den Reilsberg“, berichtet Dennis Müller, Direktor des Bergzoos Halle, am Donnerstag bei einem ersten Rundgang kurz nach Wiedereröffnung der 1901 errichteten Tiergehege im Norden der Händelstadt.

Stunden zuvor waren Schleusen mit Abstandsmarkierungen am Haupteingang installiert worden, um einen geordneten Zutritt zu garantieren. „Durch die Corona-Pandemie ist ab sofort manches anders als bisher“, ergänzt Zoo-Sprecher Tom Bernheim und verweist auf etliche Einschränkungen, die von den meisten Besuchern offenbar widerspruchslos in Kauf genommen werden. Laut Regierungsverordnung ist Anzahl der Gäste begrenzt. So dürfen sich maximal nur 600 Personen gleichzeitig im Zoo befinden. Tierhäuser, Streichelgehege, Spielplätze und das Restaurant sind mit rot-weißen Absperrbändern versehen und weiterhin geschlossen.

Hallescher Bergzoo öffnet wieder

Nicht nur das Bergzoo-Team, sondern auch viele Vierbeiner haben offensichtlich die Besucher vermisst. „Besonders Affen und Großkatzen suchten in den vergangenen ungewohnt ruhigen Wochen auffallend Kontakt zu ihren Pflegern“, beschreibt Bernheim das Verhalten einiger Tiere. Besuchermengen gehören normalerweise zum Alltag auf dem Reilsberg. „Mit 540 000 Gästen gab es im Vorjahr einen neuen Rekord“, so Bernheim.

„Dass in Sachsen-Anhalt seit Donnerstag wieder viele Zoos und Tierparks geöffnet sind, hat sich schnell herumgesprochen und freut die Leute“, meint der Merseburger Helmut Wasmuth, der auf einer Bank vor dem von blühendem Flieder umgebenen Flamingo-Gehege die warme Aprilsonne genießt.

Amilia, die kleine Enkeltochter von Anja und Olaf Elze aus Halle, zieht es zu den imposanten Tigern hinter der dicken Panzerglasscheibe. „Unsere Enkelin wäre gern auch ins Raubtierhaus hinein gegangen, das aber ist im Moment leider nicht möglich“, sagt Omi Anja.

Mit Husky-Hund Dora an der Leine erkunden Leonie Stets und Florian Schulze das frühlingsgrüne Außengelände. Von den von der Landesregierung verordneten Einschränkungen lassen sich die jungen Neuhallenser offenkundig nicht beeindrucken, achten aber auf den verlangten 1,50-Meter-Abstand zu anderen Besuchern. Sie sei überrascht von der umgestalteten gepflegten Anlage, erzählt die aus der Lutherstadt Wittenberg stammende Jura-Studentin. „Hier hat sich allerhand verändert“, stimmt ihr Florian Schulze zu.

„Etwas mehr als 300 Besucher, darunter viele Muttis mit kleineren Kindern, kamen am Eröffnungstag. Sie alle haben sich sehr verständnisvoll verhalten“, zieht Bernheim gegen 17 Uhr eine erste Bilanz. Am Wochenende rechnet das Zoo-Team mit wesentlich mehr Gästen: „Das Wetter bleibt frühlingshaft und die Leute zieht es ins Freie.“ Um Schlangenbildungen am Eingang zu vermeiden, seien Tickets zwingend im Vorverkauf zu erwerben, betont der Zoo-Sprecher. Diese Eintrittskarten können online über den Onlineshop des Zoos oder jeden Tag von 9 bis 19 Uhr an den Kassen erworben werden. „Alle Tickets sind grundsätzlich tagesgebunden und weisen eine Einlasszeit aus. Die Tickets pro Einlassfenster sind limitiert“, so Bernheim.

Mehr zu Corona in Leipzig und Sachsen

LVZ.de berichtet über die Auswirkungen der Corona-Pandemie in Leipzig und Sachsen. Die wichtigsten Texte und weitere Überblicksartikel zum Thema:

Aktuelle Texte:

Der Gesamtüberblick:

Von Bernd Lähne