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Mitteldeutschland 2017: Ein Jahr für Pilzkenner - Herbststürme beenden Saison
Region Mitteldeutschland 2017: Ein Jahr für Pilzkenner - Herbststürme beenden Saison
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08:00 12.11.2017
Wiesen-Egerlinge und zwei Riesenboviste liegen in einem Korb Quelle: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild
Dresden/Bautzen

Früher Boom und schnelle Flaute: 2017 war ein ungewöhnliches Pilzjahr. Anfangs kündeten millionenfach aus dem Boden sprießende Gewächse von einer Supersaison. „Die Bilanz ist verhalten“, sagt jedoch der Bautzener Experte Eckart Klett zum Abschluss. „Für Kenner war es ein sehr gutes Jahr, für Laien eher normal.“ Anfang August hatten Wärme und Feuchtigkeit die Erwartungen nach dem enttäuschenden Vorjahr angeheizt, es gab einen regelrechten Ansturm auf Pilze. Vor stadtnahen Wäldern waren Parkplätze an Wochenenden Mangelware. „Danach ist es durch die Kälte abgeflacht“, resümiert ein Sprecher des Staatsbetriebes Sachsenforst.

Auch Klett berichtet von zeitweisen Schüben von Pilzsammlern, obwohl diesmal nichts normal war. „Es fehlten die typischen Massenarten wie Marone, Birken- und Steinpilz.“ Letztere seien unglaublich madig gewesen, befallen von der Pilzmücke. Dafür waren Sorten da, die gar nicht in die Saison gehörten. „Die Pilze machten, was sie wollen.“

Gut war die Ausbeute bei Hexenröhrling, Schwefelporling, Perlpilz oder Böhmischer Verpel, auf Wiesen wucherten Champignon und Riesenbovist in Fußballgröße. Und in Kiefernwäldern mit Sandböden „gab es so viele Pfifferlinge wie seit Jahren nicht mehr“.

Die Kälte stoppte den Run, obwohl weiter gesammelt wurde, wie der Sachsenforst-Sprecher erzählt. Dabei machten die Herbststürme „Xavier“ und „Herwart“ im Oktober die Pilzsuche in manchen Gebieten gefährlich. „Es kam zu vielen Astbrüchen.“ Da die Schäden erst im Laufe des Winters aufgearbeitet werden, sind auch manch beliebten Pilzgründe gesperrt, oder es wird vor dem Betreten des Waldes gewarnt. Zuweilen treffen die Förster noch immer Pilzsammler an.

dpa

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