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Mitteldeutschland 18 Prozent mehr Fahrgäste: Plus-Busse in Sachsen immer beliebter
Region Mitteldeutschland 18 Prozent mehr Fahrgäste: Plus-Busse in Sachsen immer beliebter
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22:00 18.12.2018
Ein Plus-Bus, der im Landkreis Nordsachsen unterwegs ist. Quelle: Landratsamt Nordsachsen
Leipzig

Sie rollen im Takt, verbinden die Schiene mit der Straße und sorgen so für besseren Nahverkehr auch in ländlichen Regionen. Seit 2013 fahren Plus-Busse in Mitteldeutschland. Das Konzept sei ein voller Erfolg. Diese Bilanz zieht jetzt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und spricht sich zugleich für eine deutliche Stärkung des vertakteten Busverkehrs in ländlichen Räumen aus.

„Das Plus-Bus-Konzept zeigt, dass man mit kundenorientierten und verlässlichen Angeboten auch auf dem Land beachtliche Fahrgastzuwächse im Nahverkehr erzielen kann“, sagt VDV-Präsident Ingo Wortmann. Die Fahrgastzahlen auf den 36 Linien in Mitteldeutschland seien in den vergangenen Jahren um 18 Prozent gestiegen. Die Busse fahren nicht nur im Stunden- oder Zweistundentakt, sondern sind auch auf die An- und Abfahrtszeiten der Züge an den Bahnhöfen ausgerichtet.

Im Dezember 2013 startete der S-Bahnverkehr durch den Leipziger Tunnel. Zeitgleich schickte auch der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) die ersten 26 Busse mit dem Plus-Zeichen auf die Reise. Von dem verbesserten S-Bahn-Angebot sollten auch die Einwohner in der Fläche etwas haben, sagten sich die Landkreise, die den Nahverkehr finanzieren. Zuvor war das Busangebot vielerorts nicht gerade attraktiv, oft richteten sich die Fahrzeiten nach den Unterrichtszeiten der Schulen, Taktverkehr war wenig ausgeprägt.

Inzwischen verkehren 36 Plus-Bus-Linien im MDV-Gebiet, das neben den Städten Leipzig und Halle auch die Landkreise Leipzig, Nordsachsen, den Saalekreis, den Burgenlandkreis und den Landkreis Altenburger Land umfasst.

In Nordsachsen, so Landrat Kai Emanuel, ist der Fahrgastzuwachs sogar noch größer. Auf den ersten drei Linien, die es seit fünf Jahren gibt (Bad DübenLeipzig, TorgauOschatz, DelitzschLeipzig), verzeichne man ein Plus zwischen 20 und 40 Prozent. Auf drei weiteren Linien, die 2017 dazu kamen, beträgt der Zuwachs an Fahrgästen im ersten Jahr über zehn Prozent.

„Wir planen drei weitere Linien im Landkreis“, sagt Emanuel. Bis August 2019 könnten sie im Bereich DelitzschEilenburg und im Bereich TorgauOschatz eingerichtet werden. „Für uns ist wichtig, dass nicht nur die S-Bahnen von und nach Leipzig regelmäßig fahren, sondern auch, dass die Leute vom Bahnhof wegkommen. Und das möglichst ohne langes Warten“, so der Landrat. Das komme nicht nur bei Pendlern gut an.

Das Plus-Bus-Konzept zeige, dass man auch in ländlichen Räumen Menschen mit einem guten Angebot vom Umstieg in den Nahverkehr überzeugen kann, heißt es beim VDV. Die weitere Förderung des Regionalbusverkehrs auch außerhalb von Großstädten und Ballungsräumen sei deshalb wichtig. Laut verschiedener Studien pendeln rund 60 Prozent der Beschäftigten in Deutschland zwischen Wohn- und Arbeitsort, viele davon zwischen Stadt und Land. Der Umstieg auf Bahn und Bus entlaste Verkehr und Luft in den Ballungsräumen.

Im mitteldeutschen Raum gibt es mit aktuell 36 die meisten Plus-Bus-Linien, deutschlandweit sind es 60. Weitere – unter anderem in der Lausitz – stehen laut VDV in den Startlöchern. Allerdings werden im sächsischen Haushalt 2019/2020 zwar Gelder für die Einführung eines Sachsentarifs bereitgestellt, nicht aber für ein landesweites Plus-Bus-Netz.

Das müsse sich ändern, hat jetzt die CDU-Fraktion beschlossen. „Für uns gilt der Grundsatz: Erst müssen mehr Buslinien bestellt und dann können Freifahrkarten verteilt werden“, sagt der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Frank Heidan. Die Fraktion fordere deshalb das von Martin Dulig (SPD) geführte Verkehrsministerium auf, gemeinsam mit der kommunalen Ebene in diesem Sinne den Nahverkehr besser auszubauen.

Von Andreas Dunte

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