Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wissen Zum Schluss noch ein Superstar: Alexander Gerst auf der re:publica
Nachrichten Wissen Zum Schluss noch ein Superstar: Alexander Gerst auf der re:publica
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:18 08.05.2019
Von der ISS auf die "re:publica": Astronaut Alexander Gerst bei einer Diskussion zum Thema „Raumfahrt und Gesellschaft- wohin geht die Reise?“ Quelle: Soeren Stache/dpa
Berlin

Alexander Gerst ist kein Superstar. Darauf legt er Wert. Nein, sagt Gerst auf der Abschluss-Session der re:publica, Astronauten seien auch nur Menschen. Aber natürlich ist Alexander Gerst inzwischen ein Superstar. Das zeigt der laute Applaus, den er bei seinem Auftritt bekommt, davon zeugen die zahlreichen Smartphones, die gezückt werden, als er die Bühne betritt – und natürlich die Tatsache, dass nach drei Tagen re:publica noch so viele Menschen gekommen sind, um zu hören, was er zu sagen hat.

Dabei hat die Europäische Raumfahrtagentur ESA nicht nur Gerst, sondern gleich drei Hochkaräter zur re:publica geschickt. Neben der Chefin der portugiesischen Raumfahrtagentur, Chiara Manfletti, die die Moderation übernimmt, ist auch ESA-Chef Jan Wörner gekommen. Bevor Gerst Einblicke in seine Mission gibt, spricht Wörner daher zunächst über die Zukunft der Raumfahrt – und für was sie gut ist.

Mehr zum Thema:
Alexander Gerst mahnt Wirtschaftspolitiker

„Ihr wisst, ich bin nur das Vorprogramm, ich mache mir da keine Illusionen“, sagt Wörner und schafft es dann doch durch seine launige – und manchmal flapsige Art – die Zuhörer für sich zu gewinnen. Dabei geht es im Schweinsgalopp durch die Themen: Solarflares, Big Data, Weltraumschrott, Space 4.0 – alles reißt der ESA-Chef kurz an. In der Summe ergibt sich so ein kleiner Einblick in die diverse Arbeit von Raumfahrtorganisationen wie der ESA – von Datenerhebung für die Erforschung des Klimawandels bis zu einer möglichen Asteroidenabwehr. Tiefe sieht zwar anders aus, aber wenn Wörners erzählt, der Nasa-Chef habe ihm persönlich versichert, dass die Amerikaner auf dem Mond gewesen seien, sorgt das für viele Lacher.

Die Erde – aus dem All leicht zu übersehen

Gerst hat für seinen Vortrag eine Auswahl von Bildern mitgebracht. Auf dem ersten – seinem Lieblingsbild, wie er sagt – sieht man den mächtigen Saturn. Leicht zu übersehen ist dagegen der winzige blaue Bildpunkt, die Erde. Das Bild beschreibe ganz gut, welche Bedeutung die Menschen im Weltall hätten, sagt Gerst: nämlich „vermutlich gar keine“. Dann erklärt Gerst unter anderem, was man als Kommandant der Internationalen Raumstation tun muss, welche Experimente er an Bord der ISS gemacht hat oder wie Roboter und Astronauten zusammenarbeiten. Dazu kommt die ein oder andere Anekdote, wie die, dass er persönliche Daten der ersten ISS-Bewohner hervorgekramt habe – noch auf Diskette gespeichert.

Doch wenn Gerst von der Zerstörung der Natur berichtet, die er von oben beobachten konnte, wird der deutsche Astronaut ernst. Sein „traurigstes Bild“ aus dem All zeigt Raketen – nicht solche, die ins All fliegen, sondern Waffen. „Ob unsere Spezies von eventuellen Außerirdischen, wenn sie irgendwann mal die Erde besuchen, als intelligentes Leben eingestuft werden würde, das ist nicht unbedingt klar“, sagt er dazu. Dann gibt er noch einen kleinen Ausblick auf die nächsten Ziele in der Raumfahrt. „Die ruhigen Zeiten nur mit der Raumstation sind vorbei.“ Die ESA – zusammen mit anderen Raumfahrtorganisationen – plant die Rückkehr zum Mond, um ihn nachhaltig zu erforschen. Ob Gerst dabei ist?

In der Zwischenzeit hat der deutsche Astronaut jedenfalls noch eine andere Mission: Er mahnt nicht nur die Zerstörung der Erde an, sondern will auch die nächste Raumfahrtgeneration motivieren: Sein Ziel sei erreicht, wenn die Jungs und Mädels, die seinem Vortrag zuhörten, sagten: „Alexander Gerst, das ist kein Superheld, sondern, was der kann, das kann ich schon lange – und sogar noch ein Stück besser.“ Besonders an Mädchen richtete er den Appell, ihren Träumen zu folgen: „Gerade ihr Mädels seid genau so gute Astronauten wie die Männer auch, das ist selbstverständlich.“ Da gibt es noch mal kräftig Applaus für den Superstar, der keiner sein will.

Von RND/Anna Schughart

Sie liefern Wasser zum Trinken, dienen als Transportwege oder helfen, Energie zu produzieren: Flüsse sind eine wichtige Grundlage. Durch den Bau von Stauanlagen und andere Eingriffe haben sie ihre Natürlichkeit allerdings oft verloren – mit weitreichenden Folgen.

08.05.2019

Sie liegen im Trend: Schottergärten sind pflegeleicht. Aber: Sie schaden der Umwelt. Jetzt wollen die Umweltminister mit einer Kampagne gegen die „Gärten des Grauens“ vorgehen. Warum sie ein Problem sind.

09.05.2019

Gänseblümchen, Brennnessel und Löwenzahn werden immer häufiger in der Küche eingesetzt. Das Gemüse lässt sich im eigenen Garten anbauen oder sogar im städtischen Gebiet sammeln.

08.05.2019