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Nachrichten Wissen Wilderer und der Klimawandel bedrohen wilde Rentiere
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11:54 19.12.2018
Wilderei bedroht nach Einschätzung der Tierschutzorganisation WWF den Bestand der Rentiere in Russland. Quelle: Britta Pedersen/dpa
Berlin

Keine Weihnachten ohne Rentiere. Ein Gedicht aus dem 19. Jahrhundert dichtete dem Weihnachtsmann einen von Rentieren gezogenen Schlitten an – und bald war die Vorstellungen vom durch die Lüfte fliegenden Weihnachtsmann im Rentierschlitten weltweit zu finden. Doch um die realen Verwandten von Rudolph, Donner und Blitzen steht es nicht allzu gut.

Die weltweite wildlebende Rentier-Population ist in den vergangenen 25 Jahren auf etwa 2,9 Millionen Tiere geschrumpft. Das teilt die Umweltstiftung WWF in ihrem neuen Rentier-Report mit. Davon leben rund 1,9 Millionen in Nordamerika (dort werden sie Karibus genannt) und rund eine Millionen in Euroasien.

Die größte wilde Rentierpopulation, die Taimyr-Population in Russland, war im Jahr 2000 noch eine Million Tiere stark – inzwischen ist sie auf 380.000 Exemplare geschrumpft. Dafür gibt es mehrere Gründe. Der Taimyr-Population setzt besonders ein massiver Anstieg der Wilderei zu. So dürften pro Jahr eigentlich nur 20.000 Tiere gejagt werden. Doch werden, so schätzt der WWF, zwischen 80.000 und 100.000 Tiere jährlich gewildert.

WWF spricht von Rentier-Massakern

Es gebe wahre Rentier-Massaker, sagt Eva Klebelsberg, Referentin für die Russische Arktis beim WWF Deutschland. „Die Geweihe werden zu Pulver verarbeitet und vor allem in China als Heilmittel verkauft. Zungen sind als Delikatesse gefragt.“ Nach einer Wilderer-Attacke, bei denen den Tieren beispielsweise mit Motorsägen die Geweihe abgeschnitten würden, verendeten viele Rentiere an ihren Verletzungen, sagt Klebelsberg.

Tonnenweise würden Geweihe weggeschleppt, beklagt die örtliche Naturschutzverwaltung. Das Umweltministerium in Moskau listet weitere Verstöße auf: Schonzeiten werden nicht eingehalten; die Wilderer dringen auf modernen Motorschlitten in die Rückzugsgebiete der Rentiere vor und zerschneiden die Wanderrouten.

Klimawandel bedroht Rentiere

Darüber hinaus macht den Tieren der Klimawandel zu schaffen. Im arktischen Frühjahr ziehen die Rentiere mit ihren frisch geborenen Kälbern aus der waldreichen Taiga nach Norden in die baumlose Tundra. Viele Kälber sterben, wenn sie die eiskalten Flüsse durchschwimmen müssen – anstatt wie früher über das zugefrorene Wasser laufen zu können. An den Flüssen lauern zudem auch die Wilderer.

Eisdecken auf dem Schnee (durch gefrorenen Regen) machen es den Rentiere schwer, Futter zu finden. Der WWF fordert daher auch im Sinne der Rentiere einen ambitionierten Klimaschutz, der das 1,5-Grad-Ziel einhalten kann. Vor Ort brauche es mehr Naturschutzmaßnahmen wie zum Beispiel verbesserte Schutzgebiete.

Von RND/asu/dpa

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