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Wissen Wie pinkelnde Kühe zum Klimawandel beitragen
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11:00 29.01.2019
Kuhurin enthält klimaschädliches Lachgas. Quelle: Matthias Balk/dpa
Cali

Aus Rinder-Urin entweicht klimaschädigendes Lachgas in die Atmosphäre. Dabei hat die Qualität der Weiden einen erheblichen Einfluss auf die Menge des freigesetzten Gases, wie ein internationales Forscherteam herausfand. Auf natürlichen, artenreichen Weidegründen sind die Emissionen demnach deutlich geringer als auf sogenannten verarmten Weiden, berichten sie im Fachmagazin „Scientific Reports“.

Unter verarmten Weiden versteht man überweidete Flächen, ihr Boden ist stark verdichtet und enthält wenig Nährstoffe und organische Materialien. Auf gesunden Weiden finden sich neben verschiedenen Gräsern auch Bäume und Büsche.

Gesunde Weiden tragen zum Schutz des Klimas bei

Die Studie zeige, dass die Wiederherstellung verarmter Landflächen über den Schutz von Umwelt und den Erhalt der Artenvielfalt hinaus einen zusätzlichen positiven Nutzen habe, schreiben die Forscher. Die Wissenschaftler um Ngonidzashe Chirinda vom International Center for Tropical Agriculture (CIAT) in Cali (Kolumbien) hatten in fünf Ländern Lateinamerikas und der Karibik Proben von Rinder-Urin gesammelt.

Dann kippten sie auf insgesamt sieben Versuchsflächen in fünf Ländern während der Regenzeit die Proben aus – jeweils auf einer verarmten Weidefläche und einer benachbarten, artenreichen Weidefläche. Mit Hilfe einer Messkammer konnten die Forscher untersuchen, wie viel Lachgas in der Folgezeit aus den Böden entwich.

Lachgas hat stärkere Klimawirkung als Kohlendioxid

Ergebnis: In sechs von sieben Fällen entwich wesentlich mehr Lachgas – oder Distickstoffoxid – aus dem verarmten Boden. Zum Teil waren die Emissionen drei Mal so hoch. Das Gas hat eine stärkere Klimawirkung als Kohlendioxid, berichten die Wissenschaftler.

„Die Studie zeigt, wie wichtig es ist, die Verarmung der Böden von vornherein zu verhindern“, sagt Mitautor Todd Rosenstock laut einer Mitteilung von CIAT. „Gesunde Weiden zu erhalten stärkt zum einen die Ziele der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, zum anderen das UN-Übereinkommen zur Bekämpfung der Wüstenbildung.“

Um verarmte Landflächen wieder instandzusetzen, seien internationale Übereinkünfte wie auch die Initiative 20x20 unerlässlich. Das Projekt will bis zum Jahr 2020 20 Millionen Hektar verarmte Landflächen in Lateinamerika renaturieren. Schätzungen zufolge sind um die 150 Millionen Hektar Land in der Region degradiert, allein in Brasilien seien es 80 Millionen, wie es in der Mitteilung heißt.

Von RND/dpa

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