Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wissen Wie Eltern mit ihren Kindern endlich entspannt Schuhe einkaufen gehen können
Nachrichten Wissen Wie Eltern mit ihren Kindern endlich entspannt Schuhe einkaufen gehen können
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:42 18.10.2019
Beim Schuhkauf sollte bedacht werden, dass ein Kind mindestens zwei Paar Schuhe zum Wechseln benötigt. Denn Kinderfüße schwitzen sehr stark. Quelle: Maja Hitij/dpa/dpa-tmn
Northeim/Bonn

Kann das Kind selbstständig laufen, ist ein wichtiger Meilenstein geschafft. Dann – und erst dann – braucht der Sprössling Schuhe. Auch Lauflernschuhe für die ersten Schritte sind nicht nötig, betont Hartmut Stinus, Orthopäde in Northeim und Präsident der Gesellschaft für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie: "ABS-Socken reichen vollkommen, damit der Fuß sich gut entwickeln kann."

Fußfehlformen vermeiden: Kleinkinder brauchen alle drei bis sechs Monate neue Schuhe

Läuft das Kind dann längere Strecken etwa auch auf Asphalt, ist ein Schutz durch Schuhe nötig. Was der Orthopäde in seiner Praxis immer wieder feststellt: Viele Kinder tragen zu kleine Schuhe. Kleinkinder brauchen etwa alle drei bis sechs Monate neue Schuhe. "Der Zeitpunkt, an dem die Schuhe gewechselt werden sollten, wird verpasst und die Schuhe sind dann zu klein", sagt Stinus. Das kann fatale Folgen haben: "Da wird die Zehe gestaucht, der Fuß kann sich nicht richtig entwickeln, und es können auch Fußfehlformen entstehen." Als Faustregel können Eltern sich merken: Bei einem gut sitzenden Schuh passt vor den großen Zeh noch ein Eincentstück.

Kleinkinder brauchen etwa alle drei bis sechs Monate neue Schuhe. Lässt sich die Einlegesohle herausnehmen, kann man am Schweißabdruck sehen, ob es vorne eng wird. Als Faustregel können Eltern sich merken: Bei einem gut sitzenden Schuh passt vor den großen Zeh noch ein Eincentstück.

Mehr zum Thema

Fehlbildungen bei Babys: Clara und ihre ungleichen Hände

Jackentrick: So zieht sich Ihr Kind selbst an

Richtige Schuhgröße finden: Daumentest und Papierfußabdruck oft ungenau

Am besten werden die Kinderfüße im Fachgeschäft vermessen. Nur mit einem Papierfußabdruck des Kindes in den Schuhladen zu gehen, davon hält Sina Wiedemann nichts. "Sobald Sie den Stift minimal schräg ansetzen, haben Sie eine falsche Schuhgröße", weiß die Geschäftsführerin des Schuhladens "Gänsefüßchen" in Bonn.

"Der Unterschied zwischen zwei Schuhgrößen beträgt ja nur 0,5 bis 0,6 Zentimeter." Und aufgepasst: Größe 33 ist nicht gleich Größe 33. "Nimmt man zum Beispiel die Sneakerhersteller, fallen dort die Schuhe immer besonders klein aus", so Wiedemann.

Auch der Daumentest, bei dem Eltern vorne am Schuh drücken, um festzustellen, ob da noch Luft ist, kann irreführen. Je nach Material fühlt man dabei wenig, hinzu kommt: "Kinder ziehen dabei häufig reflexartig die Zehen zurück", sagt Claudia Schulz, Pressesprecherin des Bundesverbandes der Schuh- und Lederwarenindustrie, "da kommt man sicher nicht zu guten Ergebnissen."

Weiche Kinderfüße: Schuh sollte flexibel sein und Fuß arbeiten lassen

Ein kleines Kind selbst spürt nicht unbedingt, ob der Schuh drückt. "Die Kinderfüße kennen keinen Schmerz. Sie sind noch weich und formbar", so Schulz. Orthopäde Stinus bestätigt: "Der Kinderfuß hat seine eigenen Bedingungen."

Generell sollten Schuhe heute eher weich und biegsam sein. "Früher hat man gedacht, ein Schuh muss fest sein und den Fuß richtig führen", erläutert Stinus. "Heute sagt man: Der Schuh soll einfach schützen, er soll flexibel sein und den Fuß arbeiten lassen." Ein Kinderarzt habe einst das WMS-System erfunden, das neben der Länge auch die Weite berücksichtigt.

Auch dass die Füße eines Kindes unterschiedlich groß sind, ist keine Seltenheit. "Unsere Füße wachsen einfach nicht symmetrisch", bestätigt der Orthopäde. "Eine halbe Nummer Unterschied kommt ganz häufig vor, seltener eine ganze Nummer." Beim Schuhkauf richtet man sich dann nach dem größeren Fuß.

Mehr zum Thema

Ohne Schimpfen - Wie Kinder am besten Regeln lernen

Mit satten und ausgeruhten Kindern ist der Schuheinkauf angenehmer

Wer all das beachtet, kann für den Schuhkauf schon mal etwas länger brauchen. Wichtig ist daher, mit einem ausgeruhten und satten Kind ins Geschäft zu kommen, rät Sina Wiedemann. Beim Einkauf selbst sollten Eltern dem Kind kein Handy oder etwas zu essen in die Hand drücken, stattdessen kann man zum Beispiel nach dem Einkauf noch zur Belohnung ein Eis essen gehen.

Eltern sollten vorher auch klare Regeln vereinbaren, etwa, ob das Kind sich die Schuhe selber aussuchen darf oder nicht. Denn häufig frage die Mutter stattdessen: "Was gefällt dir?" Dann sagt das Kind: "Der rote Lackschuh!" - "Auf gar keinen Fall!", empört sich die Mutter. "Und schon ist das Drama vorprogrammiert", erklärt Wiedemann. Besser steht vorher fest, was für Schuhe gebraucht werden. "Und unter denen, die passen, darf das Kind sich einen aussuchen." Dass die Eltern selbst entspannt sind, sei ebenso wichtig.

Allerdings sollte man Zweijährige nicht mit Entscheidungen überfordern. Hier dürfen ruhig Mutter und Vater auswählen. Dass die Eltern selbst entspannt sind, ist ebenso wichtig, findet die Geschäftsführerin. "Man sollte aus dem Einkauf keinen Staatsakt machen", empfiehlt sie.

Kinderfüße schwitzen stark: Zwei Paar Schuhe zum Wechseln empfohlen

"Da werden manchmal 27 Paar Schuhe anprobiert und alle Fotos dem Vater ins Büro geschickt. Man muss sich vor Augen führen: Das ist eine Entscheidung für vier Monate." Wichtiger sei, dass das Kind mindestens zwei Paar Schuhe zum Wechseln benötigt. "Kinderfüße schwitzen sehr stark", unterstreicht Claudia Schulz. "Um die Schuhe auslüften zu lassen, sollte möglichst jeden Tag gewechselt werden." Hier werde oft an der falschen Stelle gespart.

Bei kurzen Tragezeiten im Kleinkindalter sind die Schuhe oft noch gut in Schuss, wenn sie nicht mehr passen. Könnten sie da nicht an jüngere Geschwister vererbt werden? "Sicherlich Gummistiefel oder Schneeboots, weil die keine Form haben", sagt Wiedemann. "Aber einen richtigen Schuh würde ich nicht weitergeben. Jedes Kind hat einen anderen Fuß." Für Orthopäde Stinus ist es nicht optimal, Geschwisterschuhe aufzutragen, "aber wenn der Schuh gut erhalten ist und gut passt, kann man das durchaus machen."

Von RND/dpa

Mit dem Herbstbeginn machen auch die Marienkäfer ein letztes Mal im Jahr auf sich aufmerksam – auf der Suche nach einem passenden Winterquartier versammeln sie sich und sorgen aufgrund ihrer schieren Menge für Faszination, aber teilweise auch Besorgnis.

12:16 Uhr

Wie erdähnlich sind Gesteinsplaneten außerhalb unseres Sonnensystems? Diese Frage beantworten Forscher nach der Analyse von Sternleichen. Demnach sind Gegenstücke zur Erde weit wahrscheinlicher als gedacht.

18.10.2019

Katzenstreu, Futter, Tierarztkosten: Das Lieblingstier der Deutschen kostet seine Besitzer im Laufe seiner sieben Leben viel Geld. Zumindest am Spielzeug kann jedoch gespart werden. Wir zeigen, wie Sie Katzenzubehör mit wenigen Handgriffen zu Ihrem nächsten DIY-Projekt machen.

18.10.2019