Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Wissen Ultraschall: Ab 2021 ist Schluss mit „Baby-Kino“
Nachrichten Wissen Ultraschall: Ab 2021 ist Schluss mit „Baby-Kino“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:26 22.02.2019
Die erste Ultraschalluntersuchung ist für werdende Eltern oft ein Höhepunkt der Schwangerschaft. Quelle: dpa
Hannover

Für Eltern ist ein Ultraschallbild die erste Gelegenheit, ihr ungeborenes Kind zu sehen – und oft können sie gar nicht genug davon bekommen, zu beobachten, wie sich der Embryo nach und nach im Mutterleib verändert. Ab 2021 soll damit Schluss sein: Darauf hat der Bundesverband der Frauenärzte hingewiesen. Ein medizinisch nicht notwendiges „Baby-Kino“ könne dem ungeborenen Kind schaden, so der Verband.

Wann ist ein Ultraschall medizinisch notwendig?

Es bleiben nur die drei Ultraschalluntersuchungen erlaubt, die zur gesetzlichen Schwangerschaftsvorsorge gehören und zur Abklärung von medizinischen Fragen notwendig sind. Das Verbot ist eine Verordnung der Bundesregierung und umfasse alle anderweitigen Arten von Babykino und -fotos.

Hoch problematisch sei es, wenn Paare sich die 3D- oder 4D-Aufnahmen außermedizinisch holen, zum Beispiel indem sie sich entsprechende Geräte ausleihen oder den Ultraschall von nichtmedizinischen Anbietern durchführen lassen. „Man muss schon alles richtig machen, um dem Baby nicht zu schaden“, sagt der Saarbrücker Frauenarzt und Pränatalmediziner Dr. med. Jochen Frenzel im Rahmen des FOKO 2019, dem größten jährlichen frauenärztlichen Kongress in Düsseldorf. Selbst Frauenärzte besuchen für die Untersuchungen regelmäßig Fortbildungskurse.

Wie schädlich ist ein Ultraschall für den Embryo?

Babys sollen mit dem Verbot von medizinisch nicht notwendigen Ultraschalleingriffen hauptsächlich vor unnötigen Einflüssen geschützt werden. Kurze Untersuchungen, die Teil der Schwangerschaftsvorsorge sind, bleiben unbedenklich.

Bei zu häufigen oder längeren Einflüssen sehe das laut Frenzel allerdings anders aus, denn je intensiver die angewandte Energie, desto höher werde der Erwärmungseffekt, der normalerweise nur minimal ist. „Ultraschall erwärmt das Gewebe. [...] Wir wissen, dass beim gepulsten Dopplerschall bei längerer Dauer die Erwärmung bis zu vier Grad Celsius betragen kann. Dadurch könnte das beschallte Gewebe durchaus Schaden nehmen“, erklärt der Experte.

Der gepulste Dopplerschall ist allerdings nicht Teil einer Routineuntersuchung, sondern dient dem Nachweis von Gefäßaktionen in der Frühschwangerschaft, beispielsweise zum Entdecken von Herzfehlern. „Diese Untersuchung findet allerdings nur beim Spezialisten statt“, ergänzt Doris Scharrel, Landesvorsitzende des Berufsverbandes für Frauenärzte Schleswig-Holstein.

Schwangere sind Digital Natives

Die dreidimensionalen Aufnahmen gehören bei vielen werdenden Eltern heutzutage zum Standardablauf einer Schwangerschaft. „Schwangere haben gelernt, dass die Mikrowellen, die ihr Handy ausstrahlt, sie nicht krank machen“, meint Frenzel. „Die Schwangeren in unseren Praxen sind Digital Natives.“ Darin besteht oft ein großes Problem: Das permanente Beobachten des ungeborenen Kindes führe häufig zu Verunsicherung.

„Schwangere leihen oder kaufen sich Ultraschallgeräte und sehen plötzlich Dinge, die sie zuvor nicht gesehen haben, zum Beispiel, dass das Kind im Unterleib Schluckauf hat. Sie beobachten, wie sich das kleine Bäuchlein zusammenzieht, können keine Diagnose stellen und gehen dann in die nächste Klinik“, erklärt Scharrel.

Das Recht des ungeborenen Kindes

„Der eigentliche Grund für das Verbot von Wunschultraschallaufnahmen liegt beim Recht des ungeborenen Kindes. Eine Frau kann selbst entscheiden, wie oft sie sich Ultraschalluntersuchungen unterziehen möchte, das Kind allerdings nicht“, so Scharrel. Tritt die neue Strahlenschutzverordnung 2021 in Kraft, ist jede Aufnahme ohne medizinischen Zweck eine Ordnungswidrigkeit und wird mit Bußgeld geahndet. „Wie hoch die Strafe ist, hängt, ähnlich wie bei einem Verstoß gegen die Datenschutzverordnung, von den Folgen und der Schwere des individuellen Falls ab“, so die Expertin.

Weiterlesen: Wie viele Frauen in Deutschland abtreiben – und wieso

Von RND/jo

Ernährungswissenschaftlerin Dagmar von Cramm hat für die Gesundheitswochen „Fit und gesund“ einen Ernährungsplan erstellt, der innerhalb von 12 Tagen die Kilos schmelzen lässt. Hier geht es zu den Tagesplänen inklusive Rezepten.

18.03.2019

Deutsche Wissenschaftler haben einen Bluttest entwickelt, mit dem Brustkrebs künftig besonders schonend erkannt werden könnte. Die Ergebnisse sind vielversprechend, die Fachwelt ist aber noch skeptisch.

21.02.2019

Verliebt, verlobt, verheiratet: Beim Planen einer Hochzeit kommen viele Fragen auf. Ob Dekoration, Outfitwahl oder Location – mit diesen Trends steht der Organisation nichts mehr im Wege.

21.02.2019