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Wissen Spargel 2019: Das müssen Sie zur Spargelsaison wissen
Nachrichten Wissen Spargel 2019: Das müssen Sie zur Spargelsaison wissen
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14:48 13.05.2019
Spargel wird in den meisten Fällen von Experten gestochen: Die Wurzel darf nicht beschädigt werden. Quelle: dpa
Bruchsal

Wenn die Spargelsaison begonnen hat, schlagen die Herzen vieler Deutschen höher. „Spargel und Frühling gehören einfach zusammen - und mit steigenden Temperaturen wächst der Spargel und auch der Spargelhunger“, sagt Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Doch das Frühlingsgemüse stellt viele Menschen vor Rätsel: Woran erkennt man frischen Spargel und wie bereitet man ihn zu? Damit Sie bestens vorbereitet sind, haben wir 10 Fakten zum Lieblingsgemüse der Deutschen zusammengestellt.

Spargel in Deutschland

Laut einer Analyse des statistischen Bundesamtes war Deutschland im letzten Jahr mit 133 000 Tonnen der größte Erzeuger in Europa. Auf mehr als 29 000 Hektar werden 80 Prozent des hierzulande gekauften Spargels angebaut – die größte Erntefläche ist 500 Hektar groß und liegt in Niedersachsen.

Spargelqualität: Die Handelsklassen in der EU

Spargelqualität wird in drei EU-Handelsklassen eingeteilt:

• Extra: mindestens 12mm dicke, unbeschädigte, gerade Stangen mit fest geschlossenen Köpfen. • Handelsklasse I: mindestens 10mm dicke, nur leicht gebogene Stangen mit fest geschlossenen Köpfen (minimale Verfärbungen sind zulässig). • Handelsklasse II: mindestens 8mm dicke, auch weniger gut geformte Stangen mit leicht geöffneten Köpfen und leichte Verfärbungen.

Quietsch-Test beim Spargel: Ohren und Augen auf

Frischen Spargel erkennt man am Geräusch – und das ganz einfach. Reibt man zwei frische Stangen aneinander, quietscht es. Darüber hinaus sollte man auf typische Frische-Merkmale wie geschlossene Köpfe und feuchte, saftige Schnittflächen achten.

Weißer, grüner oder violetter Spargel?

Spargel ist nur dann weiß, wenn er kein Licht abbekommt. Wenn zum Ende der Wachstumszeit der Kopf des Spargels sichtbar wird, verfärbt er sich innerhalb kürzester Zeit blau-violett – in Frankreich gilt dieser Zustand als Delikatesse. In Deutschland hingegen werden die weißen Köpfe bevorzugt. Der ebenfalls beliebte grüne Spargel wird komplett oberirdisch angebaut und verdankt seine Farbe der Photosynthese.

Unabhängig von der Farbe ist das Stangengemüse mit mehr als 90 Prozent ein figurfreundliches Leichtgewicht und enthält weniger als 20 Kilokalorien pro 100 Gramm. Dabei enthält Spargel viele wichtige Vitamine, Ballast- und Mineralstoffe.

Spargel stechen - wie funktioniert die Spargelernte?

Spargel wird früh morgens und dann noch einmal abends gestochen – meistens von Experten, denn die Pflanze ist sehr empfindlich. Mit einer besonderen Technik muss die Stange sanft aus dem Boden abgestochen werden. Die Wurzel darf nicht beschädigt werden: Sie ist ein Speicher für wichtige Vorratsstoffe ist, die für die Bildung neuer Spargelstangen im Folgejahr sorgen.

„Stich den Spargel nie nach Johanni“

Unabhängig davon, wann die Spargelsaison beginnt – laut einer alten Bauernregel endet sie immer am 24. Juni, dem Johannistag. Diese Richtlinie hat bis heute Bestand, denn der Spargel braucht eine Regenerationsphase, um für das nächste Jahr Sprossen zu bilden.

Spargelstangen richtig schälen

Weißer Spargel wird immer von oben nach unten geschält. Am besten eignen sich dazu spezielle, leicht zu handhabende Spargelschäler. Der Kopf sollte hierbei unbedingt ausgespart werden.

Grüner Spargel hingegen muss nicht geschält werden – meistens genügt es, die letzten drei bis fünf holzigen Zentimeter abzuschneiden.

Spargel richtig lagern

In ein feuchtes Küchentuch gewickelt, hält sich Spargel im Gemüsefach des Kühlschranks zwei bis drei Tage. Soll er länger aufbewahrt werden, hilft nur eines: Die einzelnen Portionen einfrieren. Hierbei sollte man darauf achten, die Luft aus den Gefrierbeuteln zu drücken oder sie zu vakuumieren. So bleibt das Stangengemüse ohne Aromaverlust weitere sechs Monate frisch und knackig.

Spargel essen: Deshalb riecht der Urin

Für den riechenden Urin nach dem Spargelgenuss ist die proteinogene Aminosäure Asparagin verantwortlich. Sie wird im Harnstoffzyklus in Asparaginsäure und Ammoniak gespalten, welches mit dem Urin ausgeschieden wird. Der Vorteil der Aminosäure: Sie entwässert. Dafür nehmen Figurbewusste den kleinen Nebeneffekt auf dem stillen Örtchen gerne in Kauf.

Der Spargel-Knigge

Seit dem 19. Jahrhundert ist Spargel bei uns heimisch. Damals galt das Gemüse allerdings als Fingerfood. Der Grund: Den damals relativ rostanfälligen Bestecken hat der hohe Wassergehalt im Spargel zugesetzt. Das Ende ungeschnittenen Spargels nahte deshalb erst mit der Erfindung rostfreier Metalle. Auf diese Handhabung ist es zurückzuführen, dass wir heutzutage den Spargel mit einer Zange greifen.

Von RND/jo

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