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Wissen Silvesterbräuche: So feiern unsere Nachbarländer
Nachrichten Wissen Silvesterbräuche: So feiern unsere Nachbarländer
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15:31 30.12.2018
Im Ausland wird oft anders als in Deutschland Silvester gefeiert. Quelle: Pixabay
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Hannover

In den meisten Ländern wird am 31. Dezember Silvester gefeiert und das neue und bevorstehende Jahr begrüßt. In Deutschland wird vor zwölf mit Luftschlangen, Feuerzangenbowle und Fondue gefeiert und ab Mitternacht mit Raketen und Böllern. Bei unseren ausländischen Nachbarn sehen die Silvesterbräuche aber etwas anders aus. Ein Überblick.

Italien: Rote Unterwäsche bringt Glück fürs neue Jahr

In Italien gilt rote Unterwäsche in der Neujahrsnacht als Pflicht. Wer glücklich und erfolgreich sein möchte, sollte mit roter Wäsche ins neue Jahr „rutschen“. Kaufhäuser und Dessous-Läden stellen daher jedes Jahr spätestens kurz nach Weihnachten ihre Wäscheauslage um – alles in der Farbe Rot. Gegessen wird Schweinshaxe mit Linsen.

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Spanien: Weintrauben bewahren vor Unheil

In Spanien gehören die Weintrauben zur Neujahrsnacht dazu. Sie sollen Glück bringen und Unheil abwenden. Zu jedem der zwölf mitternächtlichen Glockenschläge, die das neue Jahr einläuten, muss eine Weintraube gegessen und sich dabei etwas gewünscht werden. Bis zum zwölften Glockenschlag müssen alle Trauben verzehrt sein, sonst riskiert man Unglück im neuen Jahr. Supermärkte bieten für die Silvesternacht eigens Döschen mit zwölf Trauben an. Der Brauch des Traubenessens geht angeblich auf das Jahr 1909 zurück: Damals fiel die Weinernte so üppig aus, dass jemand auf die Idee gekommen sei, den Traubenberg auf diese Weise abzubauen. Wie in Italien soll auch in Spanien rote Unterwäsche Glück bringen. Wer dann noch einen goldenen Ring in sein Sektglas wirft, der wird – dem Brauch nach – nur Glück im neuen Jahr erfahren.

Griechenland: Hier wird gezockt

Die Griechen zocken in den Jahreswechsel – zu Hause oder auch im Kasino mit Würfelspielen oder mit den Karten. Das große Zocken beginnt meist am Abend des 31. Dezembers und geht bis in den Morgen des 1. Januars. Wer gewinnt, soll das ganze Jahr über Glück haben. Wer nicht gewinnt, kann wenigstens auf Glück in der Liebe hoffen.

Bulgarien: Rückenschlag bringt gesundes Jahr

In Bulgarien geht es mit Schlägen auf den Rücken ins neue Jahr – sie sollen Gesundheit und Reichtum bringen. Für diesen Neujahrsbrauch wird ein Ast des Kornelkirschbaums bunt geschmückt, der damit zu einer „Surwatschka“ wird. In der Silvesternacht und am Neujahrstag gehen Kinder von Haus zu Haus und schlagen die Bewohner auf den Rücken. Dabei wünschen sie ein gesundes, glückliches und fruchtbares neues Jahr. Dafür bekommen sie kleine Geschenke wie Bonbons, Kuchen, Früchte oder Kleingeld.

Frankreich: Ganz in Ruhe schlemmen

Die Franzosen feiern in aller Regel nicht ausgelassen mit großen Partys in das neue Jahr. Sie bevorzugen es, mit Freunden in aller Ruhe zu schlemmen. Statt mit Böllern und Raketen wird das neue Jahr kulinarisch mit Champagner, Stopfleber (Foie gras) oder Austern begrüßt.

Finnland: Mit Hufeisen die Zukunft deuten

In Finnland ist es Silvestertradition, ein ganzes Hufeisen einzuschmelzen und es in eiskaltem Wasser wieder erstarren zu lassen, um die Zukunft zu deuten. Vielleicht lässt sich sogar ein Geldgewinn daraus ablesen?

Russland: Bescherung von „Väterchen Frost“

In der Neujahrsnacht bringen Väterchen Frost und seine Begleiterin Snegurotschka (Schneeflöckchen) in Russland Geschenke. Im ganzen Land werden Jolka-Feste gefeiert. Die Familie sitzt um die Jolka (den Tannenbaum) herum und isst. Die russisch-orthodoxe Kirche richtet sich anders als die westlichen nicht nach dem Gregorianischen Kalender, sondern nach dem Julianischen: Weihnachten ist in der Nacht zum 7. Januar, Neujahr erst am 13. Januar.

Tschetschenien: Geschenke und Schlemmerei

Die Menschen in Tschetschenien feiern sehr ähnlich wie die Russen. Da das Land vorwiegend muslimisch ist, wird meist kein Alkohol getrunken. Es werden große Maultaschen (Manty) gereicht, es gibt Huhn und Salate, Süßigkeiten und Torten. An Neujahr bekommen die Kinder ihre Geschenke, da Weihnachten als Feier entfällt. Auch Feuerwerkskörper werden nicht entzündet.

Tschechien: Äpfel sagen Zukunft vorher

In Tschechien gießen noch viele Familien Blei, um in die Zukunft zu schauen – noch älter aber ist der Brauch, einen Apfel zu halbieren und am Kerngehäuse das Schicksal abzulesen. Bilden die Kerne ein Kreuz, droht Unheil; in Sternform stehen sie für Glück. Finanziellen Erfolg soll nach tschechischer Tradition ein Mitternachtsessen mit Linsen bringen. Weil die Linsen ein bisschen wie Münzen aussehen, sollen sie Glück und Geldsegen versprechen.

Amerika: Der Müll bleibt im Haus

Aus dem Grund wie in Tschechien werden ebenfalls vor allem im Süden der USA zu Silvester Linsen gegessen. In Teilen Pennsylvanias - dort, wo früher viele Deutsche siedelten - gehört auch Sauerkraut zu den Traditionsgerichten. Dann gibt es noch die Regel „Nothing Goes Out“, nach der am ersten Tag des Jahres nichts das Haus verlassen darf, auch nicht der Müll. Wenn doch, droht Unglück.

Von RND