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Wissen Siebenschläfertag 2019: Was hat es damit auf sich?
Nachrichten Wissen Siebenschläfertag 2019: Was hat es damit auf sich?
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12:51 13.05.2019
Können diese Augen das Wetter vorhersagen? Was hat der Siebenschläfer mit dem Siebenschläfertag zu tun? Quelle: Tilgner/dpa
Hannover

„Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne.“ So lautet eine der bekanntesten Bauernregeln für den Siebenschläfertag am 27. Juni. Sollte der Tag dagegen von Regen heimgesucht werden, drohen die nächsten Wochen nass zu werden.

Im Bauernjahr gibt es mehrere solcher Wetterweisheiten, die sich nach sogenannten Lostagen richten. Dem Volksglauben nach geben sie Aufschluss darüber, wie das Wetter der nächsten Wochen wird. Doch wie verlässlich sind Bauernregeln wie zum Siebenschläfertag wirklich? Und woher kommt überhaupt der Name?

Hier finden Sie eine Auswahl an Bauernregeln für einen jeweiligen Monat.

Woher hat der Siebenschläfertag seinen Namen?

Auch wenn es eine putzige Vorstellung ist: Der Siebenschläfertag hat nichts mit dem gleichnamigen Nagetier zu tun. Das mausähnliche Tier verdankt seinen Namen vermutlich dem Umstand, dass es sieben oder mehr Monate Winterschlaf hält.

Der Siebenschläfertag geht dagegen auf die Heiligenlegende der Sieben Schläfer von Ephesus zurück. Diese sollen zur Zeit der Christenverfolgung durch Kaiser Decius im dritten Jahrhundert gelebt haben.

Der Legende nach versteckten sich sieben junge Christen in einer Höhle, wo sie durch Gottes Hilfe in einen 195 Jahre andauernden Schlaf fielen. Als der Kaiser sie dort aufspürte, ließ er den Höhleneingang verschließen, die Gläubigen wurden lebendig begraben.

Erst am 27. Juni 446 wurden die Schläfer aus der Höhle befreit und erwachten, wodurch sie den christlichen Glauben an die Wiederauferstehung bestätigten. Um ihnen zu gedenken, wurde der Siebenschläfertag ins Leben gerufen. Übrigens: Der heute gültige 27. Juni ist nicht das ursprüngliche Datum des Siebenschläfertages, der eigentlich am 7. oder 8. Juli stattfand. Grund für die Verschiebung ist die gregorianische Kalenderreform von 1582.

Doch was hat die Legende überhaupt mit der Wetterprognose am Siebenschläfertag zu tun?

Wettervorhersage und Bauernregeln zum Siebenschläfertag

Um den Siebenschläfertag herum kommt es zu einer sogenannten meteorologischen Singularität. Damit werden wiederkehrende Großwetterlagen bezeichnet, die in bestimmten Abschnitten innerhalb eines Jahres mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten und von dem für die Jahreszeit typischen Wetter abweichen.

Auch während der Eisheiligen im Mai oder der Schafskälte zwischen viertem und 20. Juni finden solche Wetterphänomene in Mitteleuropa statt.

Der lange und stabile Schlaf der Gläubigen aus der Heiligenlegende dient als Basis für diverse Bauernregeln, die es zum Siebenschläfertag gibt. Einige Beispiele dafür sind:

• Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass.

• Wie’s Wetter am Siebenschläfertag, so der Juli werden mag.

• Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.

• Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne.

Siebenschläfertag: Wie verlässlich ist die Bauernregel?

Aufgrund meteorologischer Statistiken lassen sich viele Bauernregeln nicht einfach als Humbug abtun. Tatsächlich ist die Wetterlage um und vor allem nach der ersten Juliwoche relativ stabil. Je nach Zusammenspiel von Hoch- und Tiefdruckgebieten kann sich am Siebenschläfertag entweder gutes oder schlechtes Wetter über einen mehrwöchigen Zeitraum erstrecken.

Allerdings ist die Bauernregel regional unterschiedlich anwendbar: Vor allem für Süddeutschland und das südliche Mitteleuropa lassen sich relativ verlässliche Vorhersagen von über 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit treffen. Im Norden und in Küstennähe sind Wetterprognosen zum Siebenschläfertag dagegen eher nicht hilfreich.

Und dennoch: Vor allem als es noch keine meteorologischen Wettervorhersagen gab, waren Bauernregeln eine wichtige Quelle, um zu entscheiden, wann bestimmte landwirtschaftliche Arbeiten verrichtet werden mussten. Durch ihre Reimform und die Verbindung zum Heiligenkalender des Kirchenjahres waren sie zudem leicht zu merken.

Von pf/RND

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