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Wissen Schmelzende Gletscher legen tonnenweise Bergsteiger-Kot frei
Nachrichten Wissen Schmelzende Gletscher legen tonnenweise Bergsteiger-Kot frei
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20:58 07.04.2019
Die Gletscher schmelzen im Rekordtempo: Bergsteiger am Mount Everest. Quelle: AP
Juneau

Im rund 25.000 Quadratkilometer umfassenden Denali-Nationalpark im US-Bundesstaat Alaska gibt es viel zu bestaunen: spektakuläre Gletscher, faszinierende Aussichten, diverse Wildtiere und Vegetationen – und jetzt auch Kot. Bergeweise Kot. Dieser stammt von Kletterern, die den Gipfel des Mount Denali (6190 Meter) erreichen wollen. Nun legt der Klimawandel immer mehr Eisschichten frei und befördert Tonnen ihrer Hinterlassenschaften an die Oberfläche. Das berichten mehrere US-Medien, darunter die „USA Today“. Ein Phänomen, sagt der Glaziologe Michael Loso vom National Park Services (NPC), von dem auch weitere populäre Gletscher betroffen seien.

Am Denali ist das Problem im Laufe der Jahre gewachsen. Seit mehr als einhundert Jahren versuchen Bergsteiger, den Gipfel zu erreichen. War dies zunächst Profis und Wissenschaftlern vorbehalten, kamen in den Siebzigerjahren immer mehr abenteuerlustige Amateure dazu. Inzwischen nehmen laut NPC mehr als 1000 Menschen im Jahr an den Expeditionen teil. Dabei geht es nicht um einen Tagesausflug: Orkanartige Stürme und niedrige Temperaturen erschweren den Aufstieg, so verbringen die Kletterer im Durchschnitt 16 bis 18 Tage auf dem Berg.

Es drohen buchstäbliche Kotlawinen abzugehen

In einer Saison von April bis Juli scheiden sie dabei etwa zwei Tonnen Kot aus, dieser werde entweder im Eis der Gletscher vergraben oder in Spalten entsorgt. Inzwischen hätten sich gut 66 Tonnen rund um die Camps und die wichtigsten Aufstiegsrouten angesammelt, berichtet Loso. Nun drohten dort buchstäbliche Kotlawinen abzugehen.

Lange hatte man gedacht, dass der Kot im Gletscher nicht nur gefriert, sondern auch zerrieben und pulverisiert wird, so dass er nahezu nicht mehr nachweisbar ist. Loso und sein Team beobachteten das Gegenteil: Sie berichten, wie Fäkalien den tauenden Gletscher mit hinunterfließen und in niedrigen Lagen schließlich an die Oberfläche sprudeln – dort könnten sie Bäche, Flüsse und Seen kontaminieren. Die im Schlamm enthaltenen Bakterien wie E. coli überlebten tiefgefroren selbst viele Jahre und könnten wieder aktiv werden, warnt Glaziologe Loso im Fachjournal „Arctic, Antarctic, and Alpine Research“. „Wir erwarten, dass es stinkt und übel aussieht“, sagte der Forscher gegenüber den Medien.

Kontaminierter Schnee sorgt für Magen-Darm-Probleme

In Alaska kann dies jetzt recht schnell zu einem üblen Problem werden. Dort schreitet die Erderwärmung schneller und intensiver voran als in vielen anderen Regionen der Erde. Während der letzten Jahrzehnte hat sich die durchschnittliche Temperatur der Region um 1,7 Grad Celsius erhöht, im Wintes sogar um 3,4 Grad Celsius. Loso und Team erwarten daher, dass die ersten größeren Verdauungsreste der niedrig gelegenen Camps womöglich schon dieses Jahr freischmelzen. In der Vergangenheit sei es offensichtlich durch kontaminierten Schnee immer wieder zu Magen-Darm-Problemen vom Bergsteigern in besonders betroffenen Camps gekommen, sagt Loso.

Am Mount Everest tauen immer mehr Leichen frei

Verglichen mit dem Mount Everest stellt sich am Denali immerhin ein Problem nicht: Wegen der geringeren Höhe wurden tödlich verunglückte Bergsteiger stets geborgen. Im Himalaya dagegen legt die Gletscherschmelze mittlerweile immer häufiger tödlich verunglückte Bergsteiger frei. Schätzungen des Verbandes für Reiseveranstalter in Nepal zufolge sollen noch 200 Körper am höchsten Berg der Welt begraben liegen. Sherpa-Bergführer in der Everest-Region berichten immer öfter, dass Hände und Füße toter Kletterer aus dem Eis auftauchen oder ganze Körper.

Und wer weiß, wen oder was der Klimawandel noch alles an den Gletschern zutage befördern wird: 1991 entdeckten Wanderer in den Ötztaler Alpen auf 3210 Metern Höhe einen männlichen Leichnam. Die Gletscherschmelze hatte den Oberkörper des Mannes offenbart, der kurze Zeit später als „Ötzi“ oder „Mann aus dem Eis“ berühmt wurde.

Von Sonja Fröhlich/RND

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