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Wissen Pro und Kontra: Männer und kurze Hosen
Nachrichten Wissen Pro und Kontra: Männer und kurze Hosen
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11:19 09.09.2019
Sollten Männer kurze Hosen tragen oder in Würde und langen Hosen schwitzen? Diese Diskussion ist seit langer Zeit ein Klassiker. Quelle: gonzalocalle - stock.adobe.com

PRO kurze Hose: Gleiches Recht für alle

Der Herbst macht in diesem Jahr da weiter, wo der Sommer aufhört – und zwar mit kurzen Hosen. Auf den Laufstegen zumindest sind Bermudas auch für die Saison 2019/2020 angesagt, ungeachtet der Tatsache, dass trotz des Klimawandels auch mal wieder kühlere Tage zu erwarten sein werden. Das ist eine Ansage. Ganz klar: Die kurze Hose hat sich etabliert. Die neuen Bermudas aus Tencel, Baumwolle oder gar Seide sind von einer lässigen Eleganz, wie man sie sonst nur von Anzughosen kennt. Und wer sich traut, zeigt Wade.

Dany Schrader, stellvertretende Newsroomchefin und Ressortleiterin des Magazins, findet ein pauschales Kurze-Hosen-Verbot für Männer nicht zeitgemäß.

Das ist allerdings so eine Sache. Denn die Diskussion um nackte Männerbeine in kurzen Hosen ist längst ein Klassiker, der zu jedem Sommer gehört, lästig wie eine Mückenplage und wirklich nicht mehr zeitgemäß. Während in den Feuilletons auf der einen Seite über Bodypositivity und Genderneutralität geschrieben wird, werden den Männern ein paar Seiten weiter die kurzen Hosen abgesprochen. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ etwa forderte erst vor wenigen Wochen, dass Männer, wenn sie schon kurze Hosen tragen müssten, wenigstens ihre Beinhaare rasieren sollten. Ernsthaft? Im Jahr 2019? Wo bleibt da die Toleranz? Und wo die Differenzierung? Frauen, die jahrzehntelang strengen gesellschaftlichen Konventionen unterworfen waren und ihre Körper in Korsetts zwängten, können über solche Gedanken nur staunen. Sind wir da nicht längst viel weiter? Bodypositivity – das bedeutet, dass man zu seinem Körper stehen soll. Und dieser ist nun mal behaart, an einigen Stellen kräftiger, als man es sich wünschte, oder dünn. Oder blass.

Die Diskussion um nackte Männerbeine in kurzen Hosen ist längst ein Klassiker, lästig wie eine Mückenplage und wirklich nicht mehr zeitgemäß.

Dany Schrader, stellvertretende Newsroom-Leitung, Ressortleiterin Magazin

Es mag ja sein, dass mancher Mann in kurzen Hosen eine nicht ganz so optimale Figur macht. Das trifft aber auch auf Männer in langen Hosen zu. Und auf Frauen. Kurz gesagt: Nicht jedes Kleidungsstück kleidet jeden. Und so, wie nicht jede Jeans passend fürs Büro ist, bietet sich nicht jede kurze Cargohose fürs Geschäftsessen an. Daraus ein pauschales Kurze-Hosen-Verbot für Männer zu machen ist zu kurz gegriffen.

Wer wissen will, wie großartig Bermudas und Poloshirts tatsächlich zusammenpassen, sollte sich Luca Guadagninos ohnehin sehr großartigen Film „Call Me by Your Name“ anschauen oder einen der mondänen Küstenorte besuchen, in denen die Franzosen Urlaub machen. Hier tragen die Männer kurze Chinos, Turnschuhe und Leinenhemden in dem vollen Bewusstsein, darin gut auszusehen, während der Mistral sanft die Waden umweht. Diese Lässigkeit wäre auch den Deutschen zu wünschen. Die Mode verzeiht schließlich vieles. Pauschale Urteile gehören nicht dazu.

CONTRA: Bunte Halbhosen sind ein Graus

Das neumodische Klimakatastrophenwetter hat eine Katastrophenbegleiterscheinung hervorgebracht: Immer mehr Männer tragen kurze Hosen. Steigen die Temperaturen höher als 25 Grad, sieht man sie überall: Halbhosen, gern aus bunten Stoffen. Ziemlich oft wirken sie, als habe der Träger morgens versehentlich ins Fach mit den Schlafanzügen gegriffen. Dazu werden vorzugsweise klobige Sandalen getragen, mit Söckchen oder ohne (wenn ohne, dann ungerührt auch mit Nagelpilz). Alles zu madenweißen, besenreißerblauen Stachelbeinen. Es ist ein Graus.

HAZ-Redakteur Bert Strebe findet, dass viele Männer kurze Hosen nicht tragen können, beziehungsweise schlecht kombinieren.( Foto/Philipp von Ditfurth)

Stilexperten sagen, dass kurze Hosen nur am Strand was zu suchen haben. Stilexperten sagen aber auch, dass Männer im Job ungeachtet etwaiger Hitze gedeckte Anzüge mit hochgezurrter Krawatte tragen sollen. Stilexperten sagen also: Ihr müsst wie Staubsaugervertreter aussehen und euch in eurem eigenen Saft langsam weich kochen lassen. Und das will niemand, nicht mal Staubsaugervertreter.

Anzüge oder Kombinationen aus Leinen sind eigentlich nie zu warm, auch nicht Anzüge aus guter, leichter Schurwolle.

Bert Strebe, Redakteur.

Was tun? In den Spiegel schauen. Wer als Mann passable Beine vorzuweisen hat und sich mit wenigstens halblangen Baumwoll- oder Leinenhosen ausgestattet hat, die nicht nach Hawaiihemd, sondern nach Qualität aussehen, der darf damit auch mal vor die Tür. Obenrum bitte kein Schlabbershirt, erst recht kein Feinripp. Ein gebügeltes Halbarmhemd ist die erste Wahl bei Bauch, sonst ein nicht allzu schreiendes T-Shirt. An den Füßen: sockenlose Espadrilles, Loafers oder Flipflops. Keine Himalayatreter! Lieber barfuß.

Aber auch schöne Beine zeigt man(n) Kolleginnen und Kollegen besser erst außerberuflich. Und Männer, deren Beine sich schämen würden, von ihren Besitzern offen herumgetragen zu werden, sollten ihnen das von vornherein nicht zumuten. Wer Zweifel hat, frage (s)eine Frau.

Das heißt nicht, dass man schwitzen muss. Anzüge oder Kombinationen aus Leinen sind eigentlich nie zu warm, auch nicht Anzüge aus guter, leichter Schurwolle: Schurwolle wärmt im Winter und kühlt im Sommer. Das gilt aber nur für reine Schurwolle. In 65 Prozent Polyester transpiriert man zu jeder Jahreszeit. Bitte auch aufs Futter achten: Ist das aus Plastik, war alle Mühe umsonst.

Stilberater und Bankvorstände verbieten (sich) auch bei 30 Grad, das Jackett auszuziehen, die Ärmel hochzukrempeln, die Krawatte zu lösen. Stilbewusste Kerle erlauben es sich einfach. Falls jemand sich ohne Jackett nackt vorkommt: Weste tragen. Es kommt nicht auf die Etikette an. Sondern auf den Menschen und seine Haltung. Wer keine Autorität hat, kann sie mit Klamotten auch nicht herstellen.

RND/Schrader/Strebe

Von Dany Schrader, Bert Strebe/RND

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